Aus der Praxis 6: Die Gestaltung


Mitglied seit 11.02.2004
14.455 Beiträge (ø2,7/Tag)

Eigentlich ist es sehr einfach zu erklären. Da man im Netz weder Geschmack noch Geruch (eher Duft) vermitteln kann, übernehmen die Bilder diese schwierige Aufgaben. So müssen Bilder durch die Optik, das Gefühl vermitteln, dass das was fotografiert wird, auch klasse schmeckt und herrlich duftet. Dadurch bekommt man Appetit darauf, der Hunger kommt und wenn man gerade auf Diät ist, hat man, salopp gesagt, einfach verloren. Lachen

Ich mache hier zwei Beispiele, die vertreten sind, für unendlich viele Möglichkeiten. Die Gestaltung des Bildes sollte man nach Möglichkeit schon mit Fantasie im Kopf haben, zumindest in groben Skizzen. So wie Kunstmaler oder Bildhauer. Wenn später etwas verändert wird, ist es nicht so schlimm. Man kann das auch im Gedanken ändern, wenn es zu einer besseren Gestaltung dient.

In diesem Bild habe ich mir nicht zu viel Mühe gegeben. Auch der Hintergrund habe ich so gelassen, wie er da stand. Die einzige Mühe war, etwas Schärfentiefe zu geben, damit den Brotkasten nicht zu dominant wird. Der Hamburger war auch lecker. Das weiß ich genau, weil ich ihn genossen haben. Aber wie soll der Betrachter wissen, dass es mir gut geschmeckt hat, wenn er nur zuguckt? Wenn ich die Gestaltung ändere, dann wird er das Gefühl haben, dass es gut geschmeckt hat, denke ich.

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Nun habe ich die Gestaltung geändert und die Perspektive etwas nach oben gebracht, somit ist der Brotkasten im Hintergrund abgeschaltet. Das sind die selben Zutaten und es kam etwas Salat dazu. Um alles etwas höher wirken zu lassen, habe ich gefaltete Alufolie dazwischen geschoben. Damit kann ich ein Burger-Liebhaber motivieren, sich das Rezept durchzulesen, meine ich.

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Ihr könnt Eure Meinung ganz offen und ehrlich schreiben Lachen

LG
Alberto

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Mitglied seit 18.03.2014
8.465 Beiträge (ø5,06/Tag)

Bei der Foodfotografie steht und fällt die Gestaltung mit dem Anrichten. Ein schön angerichteter Teller im 45° Winkel von oben bei gutem Licht fotografiert wird immer ein ansprechendes Fotodokument geben. Allerdings auch wieder nichts besonderes. Dazu muss man von der Regel abweichen.

Ein paar Überlegungen vorher können da hilfreich sein:

Wie soll angerichtet werden?
Soll es ein reines Tellerfoto werden oder ein Foto mit Deko?
Wie soll das Licht gesetzt werden?
Und der Blickwinkel. 45° von oben gibt den Eindruck den auch der Esser beim essen hat. Flacher oft einen besseren Eindruck wenn es etwas höher geschichtetes ist. So wie Albertos Burger. Der würde von oben einfach nur wie ein Burger-Bun aussehen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

Ich koche gerne mit Alkohol. Manchmal gebe ich sogar welchen ins Essen (Vincent Klink)
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Mitglied seit 31.12.2012
16.393 Beiträge (ø7,75/Tag)

Hallo,

als ganz ehrlich, der erste Hamburger sieht
aus wie ein gequetschter Cheeseburger von
McDonald, während der zweite Burger
selbstgemacht aussieht.
Da kann das 2. Bild nur besser aussehen.

LG urmel
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Mitglied seit 11.02.2004
14.455 Beiträge (ø2,7/Tag)

Das stimmt urmel, es sieht wirklich so aus wie bei McKing, aber das war etwas Absicht dabei, zugegeben. Allerdings es ist wirklich so, dass wir solche Hamburger auch zur Freischaltung bekommen. Und manche Hamburger mit der Perspektive von oben. Dann sieht man echt nur Brot, wie Manfred schon schrieb.

LG
Alberto

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Mitglied seit 28.06.2016
414 Beiträge (ø0,49/Tag)

:D - ihr bekommt Bilder von einem Hamburger-Rezept aus der End-On-Perspektive (sagt man das hier auch oder nur in einer wissenschaftlichen Arbeit?)

caralb, ich steh wirklich nicht auf Burger, ich stehe auch gar nicht auf Bacon- aber Deinen Burger würde ich echt gern essen. Das labbergie Brötchen /das meinetwegen auch kroß gewesen sein kann) steht im Hintergrund und man schaut auf eeeeeecht leckeren Belag! Und man erkennt alles! Wirklich gelungenes Photo!

LG, Johanna
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Mitglied seit 27.01.2016
891 Beiträge (ø0,9/Tag)

Hallo Alberto,

Deine Fotos sind erstklassisch, das kann man seit geraumer Zeit betrachten.
Auch die Gegenüberstellung von nachteilig und vorteilig (vorher/nachher) sind sehr anschaulich.

Ich selbst kann nicht gut fotografieren, habe auch nur eine einfache Kamera und von Fototechnik keine Ahnung, deshalb verfolge ich mit Interesse dieses neue Forum.

Hier nun stehe ich etwas zwiespältig der Vorgehensweise gegenüber, der erste Burger sieht tatsächlich wenig lecker aus, geradezu plattgedrückt.
Beim Zweiten hast du mit Alufolie getrickst und da beginnt es für mich, unlauter zu werden.
Mir ist auch bekannt, dass Foodstylisten noch tiefer in die "Trickkiste" greifen.

Beim Nachkochen stellt sich unweigerlich Frust ein, denn ein "normaler" Burger kann so gar nicht aussehen.
Meine eigenen Kocherfahrungen in jungen Jahren gingen genau in diese Richtung, bis ich erkannte, dass mit anderen Methoden gearbeitet wird als nur das fertige Gericht abzufotografieren.

Nachdem ich jetzt selbst Fotos einstellen möchte, ist meine Neugier groß, möchte gern dazulernen und bin gespannt auf weitere Tipps.

Vielen Dank für dieses Forum und liebe Grüße
Dalheimerin
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Mitglied seit 11.02.2004
14.455 Beiträge (ø2,7/Tag)

Dahlheimerin,

fotografieren ist eigentlich gar nicht so schwer. Zumindest nach der digitalen Zeit nicht mehr. Die Kamera übernimmt alle Einstellungen, worauf der Fotograf achten muss, ist genügen Licht zu bekommen und die Gestaltung. Licht ist die Nahrung der Fotografie und die Gestaltung ist die Kosmetik.
Hast Du diese Zwei Komponenten, dann geht es wie von selbst.

Möchte man mehr machen, dann muss man evtl. auch tricksen. Dafür brauch man natürlich Zeit für die Kosmetik. Sieht das Fleisch nicht frisch genug aus, dann wird es mit Öl eingepinselt. Dampft die Suppe nicht mehr, dann wird mit qualmender Kosmetikwatte oder wer das hat, mit einem Dampferzeuger ausgeholfen. Ist ein Burger zu flach, dann hilft Alufolie u.s.w.. Natürlich ist das unlauter, aber man möchte ja ein Portrait daraus machen, und zwar so, dass jeder Betrachter dadurch Appetit bekommt.

Man sollte keine Hemmungen haben. Wie oft höre ich: "Ach meine Bilder sind so schlecht, dass ich mich gar nicht traue sie hier hochzuladen. Ich kann nur sagen, dass das einfach nur falsch ist. Wenn man nicht versucht, dann kann man nie bessere Bilder hinbekommen. Na!


LG
Alberto

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Mitglied seit 27.01.2016
891 Beiträge (ø0,9/Tag)

Licht ist tatsächlich mein Problem, wobei ich schon besser geworden bin - behaupte ich mal -

Hemmungen habe ich keine, danke für den Zuspruch, denn ich stelle tapfer Fotos ein.

Leider sind gerade die ersten Bilder meiner eingestellten Rezepte recht trübe, denn dummerweise hatte ich den Bearbeitungsbutton beim Einstellen übersehen na dann...

Also: es kann nur besser werden Lachen Danke

LG Dalheimerin
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Mitglied seit 11.02.2004
14.455 Beiträge (ø2,7/Tag)

Gut, dass Du jetzt das mit dem Bearbeitungsbutton erwähnt hast Dalheimerin !

Bilder können noch vor dem Hochladen selbst kurz bearbeitet werden.

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nach dem klicken auf bearbeiten, werden 4 Möglichkeiten angeboten.

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Da mit wenig Licht die Bilder zu dunkel werden, habe ich nur die Helligkeit geöffnet. Mit dem Regler kann man anschließend das Bild heller, oder wenn es erforderlich ist, dunkler machen.

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LG
Alberto

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