Fast vergessene Rezepte und alte Schätze

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Mitglied seit 30.05.2004
8.101 Beiträge (ø1,45/Tag)

Meine Oma hat das ganze Leben lang in Sütterlin geschrieben, ich kann das auch lesen (zumindest ihre Schrift).

Maggi nannte sie immer "Maria hilf"...
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Mitglied seit 09.04.2015
7.466 Beiträge (ø4,6/Tag)

"die Mengenangaben sind kryptisch"

Wenn meine Mama einen Einkaufszettel geschrieben hat, hat sie oft so ein seltsames Zeichen für "Pfund" draufgemalt. Ich kannte dieses Zeichen nur von ihr und wusste deshalb, was es bedeutet. Aber heutzutage können viele nicht mal mehr mit dem Begriff "Pfund" etwas anfangen. Mir ist es schon passiert, dass ich an der Wursttheke nur verständnislos angeguckt wurde, als ich um ein halbes Pfund Aufschnitt bat. Wenn's um die überflüssigen Pfunde auf den Hüften geht, wissen aber alle, was gemeint ist!
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Mitglied seit 26.02.2010
2.526 Beiträge (ø0,72/Tag)

Jetzt mit Brille und hoffentlich ohne Fehler....

Ja, Hobbybäckerin2711, meine Mutter hat auch ein besonderes Pfundzeichen geschrieben, ich meine, es war ein W mit Schlinge. Das ist heute auch schon so kryptisch wie Sütterlin, was ich mit großer Mühe aber noch entziffern kann, seit ich uralte Briefe aus dem Nachlass meiner Eltern (die Briefe stammten noch von meinen Groß- und Urgroßeltern) entziffert habe....
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Mitglied seit 09.04.2015
7.466 Beiträge (ø4,6/Tag)

Ganz genau, remasch, das Pfundzeichen war ein w mit Schlinge. Sütterlinschrift lesen kann ich leider nicht, ich kann höchstens einzelne Wörter entziffern, aber mehr nicht. Meine Mama konnte diese Schrift lesen, weil ihre Mutter noch so geschrieben hat.
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Mitglied seit 17.01.2002
678 Beiträge (ø0,11/Tag)

mein ältestes Kochbuch ist das da http://www.feiertagsrezepte.de/literatur/august-erdmann-lehmann/home.html Na!

Es gibt manchmal Rezepte in den alten Kochbüchern, bei denen heute die Leber quietscht, aber da muß man bedenken, dass die Wohnung viel kälter waren, da konnte man solche Fettmengen schon mal ab.

Oft muß man auch die Mengen auf moderne Familiengrößen runter rechnen.
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Mitglied seit 28.11.2003
4.105 Beiträge (ø0,71/Tag)

Zitat von remasch am 26.04.2017 um 17:11 Uhr

„......
Es ist schon gigantisch, was heute alles an Essbarem zur Verfügung steht. Ich glaube, die "Ahnen" würden staunen, wie einfach es heute ist, das zu kochen oder zu backen, was man möchte (und was der Geldbeutel ermöglicht), und das bei erheblich geringerem Aufwand als früher. Aber auch die heutigen Preise würden unsere Vorfahren in Erstaunen versetzen. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ein Ei Ende der 50ee bei erheblich geringerem Verdienst 30 Pfennige und die Butter auch um 2 Mark für 250 g kostete............“


Ja, ich erinnere mich, als mich meine Mutter Anfang der 60er Jahre zum Metzger schickte. Da kostete ein Kilo Schweinebraten etwa 10 DM, Rindfleisch etwa 20 DM/kg. Wobei man damals mit einem Stundenlohn von 5 DM schon einen gut bezahlten Job hatte. Wenn man bedenkt, dass heute, trotz Inflation, es bereits Schweinebraten im Supermarkt für 3-5 Eur/kg gibt und Rinderbraten auch für unter 10 Eur/kg, dann sieht man, wie billig Fleisch geworden ist. Billiger als vor 50 Jahren, Geldentwertung gar nicht mitgerechnet. Damals gab es deshalb nur am Sonntag Fleisch. Und Vater hat den Braten verteilt. Unter der Woche gab es oft Innereien wie Kutteln, Leber oder Nieren, weil das vergleischsweise billig war. In welchem modernen Kochbuch findet man denn noch Innereien-Rezepte?
Dafür fliegt man heute lieber exotische Zutaten um den halben Erdball um dem verwöhnten und vom industriellen Fastfood geschmacklich abgestumpften Wohlstandsbürger einen vermeintlichen Gourmet-Kick zu verleihen. Dan Ganze bezeichnen manche dann noch als "Kochkunst". Schöne neue Welt....

Liebe Grüße,

Thomas.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 05.02.2013
5.923 Beiträge (ø2,45/Tag)

Moin
Mein ältestes Kochbuch ist von 1891 H. Davidis.
Da wundert man sich warum die damals so gearbeitet haben, dann kommt man auf die Idee das es nur in wenigen Haushalten Strom gab.
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Mitglied seit 05.01.2007
23.083 Beiträge (ø4,98/Tag)

Huhuu!

Also das Deutsch meiner Großeltern kann ich ganz gut lesen - bei Sütterlin hörts allerdings auf.
Und meine Oma rechnete auch noch viel mit Mengenangaben wie Pfund, Dutzend oder Schock.

lg Küchenkay
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Mitglied seit 30.08.2015
8.562 Beiträge (ø5,79/Tag)

hallo t-segler...
Kutteln, Leber, Nieren sind gängig und auch Rezepte nachlesbar.
dazu noch Hahnenkämme, Stierhoden, etc. ach, die Schweineohren habe ich vergessen..😎
was vermisst Du?
lg.r
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Mitglied seit 30.08.2015
8.562 Beiträge (ø5,79/Tag)

Hühnerkrallen habe ich vergessen, die werden in der Sternegastronomie zu Geleeherstellung verwendet. siehe unter T.Raue.
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Mitglied seit 09.08.2008
8.242 Beiträge (ø2,03/Tag)

Ich habe mir selber Sütterlin beigebracht, weil ich die Sprüche aus dem Poesiealbum meiner Mutter lesen und verwenden wollte.

Zum Üben hab ich die Schrift meiner Freundin beigebracht, so dass wir sie als Geheimschrift benutzen konnten 😁.

Die Seite aus dem Kochbuch von annewis Oma ist sehr gut leserlich, finde ich, zumal damals ja auch noch auf Schönschreiben SEHR viel Wert gelegt worden war.

Isa, mich würde jetzt auch interessieren, ob Dein altes Kochbuch handschriftlich, also in Sütterlin, oder gedruckt in Fraktur vorliegt.

Fraktur können doch heutzutage die meisten noch lesen, oder? Das würde mich doch wundern, man sieht die Schrift doch immer wieder mal.

Liebe Grüßle vom schwobamädle
*derzeit ohne 👑und deshalb irgendwie nackig*
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Mitglied seit 30.08.2015
8.562 Beiträge (ø5,79/Tag)

was steht denn nun drinne, egal in welcher Schrift geschrieben, was uns hier weiterbringt...ich glaube, nichts, lg.r
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Mitglied seit 07.07.2008
13.071 Beiträge (ø3,2/Tag)

Bonsir,
@Küchenkay,
Gratulation zu Dr. Erich Urban...ich hab 2 Werke von ihm... der Hammer...Perlen der Kulturgeschichte...frauenfeindlich, chauvinistisch und genial... der Mann war ja Journalist und Musikkritiker...
Jedenfalls haben meine deutschen Vorfahren schon Chili con carne ( aus Spanisch- Amerika) gekocht....

Auch ich habe handeschrieben Rezepte meiner Vorfahren... Sütterlin, englische, italienische und französische Geschichten sind ja kein Thema.... auch babylonsische Sprachverwirrungen gehen... aber...

Wer kann mir bei Esperanto Steno helfen? (Kein Joke...)

LG
Ornellaia
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Mitglied seit 17.01.2002
678 Beiträge (ø0,11/Tag)

Zitat von rlunch am 27.04.2017 um 22:05 Uhr

„was steht denn nun drinne, egal in welcher Schrift geschrieben, was uns hier weiterbringt...ich glaube, nichts, lg.r“


zum "Übersetzen müßte man die ganze Seite haben oder wenigstens die ganze Breite Na!
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Mitglied seit 19.07.2015
392 Beiträge (ø0,26/Tag)

Die meisten vergessenen Rezepte sind imE zu recht vergessen! Ernährungsgewohnheiten, Küchentechniken, verfügbare Zutaten etc haben sich gewandelt und damit auch die verwendeten Rezepte- und das ist auch gut so! Das trifft nicht nur Omas Plumpsküche , ernsthaft würde ja auch niemand mehr ernsthaft a la Louis XIV oder Mittelalter essen wollen.
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