Mitglied seit 17.01.2002
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gestern habe ich 1 kg frische Algen aus der Bretagne erstanden. Es sind Dulse (Palmaria palmata), Meersalat (Ulva lactuca), Kombu (Laminaria Saccharina) und Meerbohnen (Himanthalia elongata). Natürlich habe ich schon so einige Vorstellungen, was ich damit machen will - Pasta, Salat u.ä.- und hab' auch schon bei google gestöbert. Im März hatten wir ja hier schon mal einen Thread zu getrockneten Algen, aber da kamen leider nicht viele Rezepte zusammen, darum meine Frage, wer hat noch tolle Rezepte für die Algen? Ich schreib dann auch gerne, was ich damit gemacht habe. Liebe Grüsse Sofi |
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Mitglied seit 17.01.2002
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Hallo Sofi,
kenne mich leider mit den Algennamen nicht so aus. Falls Du Algen dabei hast, die ein bischen wie Schachtelhalme aussehen - die kannst Du kurz aufkochen und dann wie einen gelben Bohnensalat zubereiten ( also mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und ein bischen Zucker ). Allerdings besitzen diese Algen, ähnlich wie bei alten Bohnen, außen so strohige Fäden, die muss man vorher entfernen. Grüße, Thea° |
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Mitglied seit 17.01.2002
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Hallo Thea°,
Du meinst sicher Queller-Salicornes, die kenne ich gut und bereite sie im Sommer öfters mit Safranspagetti und Scampi - Rezept steht im Pasta-Thread- zu , sobald ich sie finde, aber z.Zt. hat deren Saison noch nicht angefangen. Nein, die Algen, die ich habe, sind andere Meeralgen. Dulse ist eine Rotalge, also rotbraun, etwas wellig, Meersalat ist hellgrün und sieht ein bischen aus wie Schnittsalat aus dem Garten, Kombu sind breite, glatte Blätter wie Nori-Platten für Sushi nur halt eben dicker, Und die Meerbohnen (Himanthalia) sehen aus wie lange etwa 4 mm breite Bänder. Falls es jemanden interessiert, unter diesem Link gibt es Rezepte und viele Informationen zu Algen http://www.mabitec.de/rezepte/rez.html Roh verzehrt sind sie sehr, sehr salzig, also muss man sie erst einmal ausgiebig wässern, Dulse, Kombu und die Meerbohnen muss man wohl kochen, den Meersalat kann man wohl auch frisch essen. Schade, dass bisher keiner ausser Thea° hier etwas beigetragen hat, aber das kann ja noch kommen, oder? LG Sofi |
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Mitglied seit 17.01.2002
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... so jetzt sind die ersten frischen Algen verbraucht, meinen Männern hat es sehr gut geschmeckt.
Eisbergsalat mit Meersalat, Balsamico Essig und Olivenöl Den Meersalat (etwa 100 g) habe ich erst etwa 1 Std. gewässert, da recht sandig, die dünnen Blättchen am Ende noch einzeln gründlich gespült und dann noch etwa 20 Min. in Wasser mit etwa 1 TL Zucker gelegt, weil ich hoffte durch die Osmose eine etwas knackigere Struktur zu erhalten, war aber genauso wie ohne Zucker. Spagetti mit Himanthalia und Scampi Die sehr salzigen Himanthalia (etwa 250 g) etwa 2 Std. ausgiebig gewässert, dabei das Wasser mehrfach gewechselt. 4 Knoblauchzehen gepresst, in Ölivenöl kurz geröstet und die Himanthalia zugegeben. Beim Erhitzen änderten sie die Farbe und wechselten von braun in olivgrün. 500 g Spagetti separat al dente kochen. 4 Tomaten geschält, entkernt und gewürfelt. In einer grossen Schüssel die Spagetti und die Algen gemischt, noch 2 EL Olivenöl zugefügt und die Tomatenwürfel darüber gegeben. Scampi in Olivenöl kurz angebraten und zu den Nudeln serviert. Fazit: Der Meersalat harmonierte sehr mit dem Eisbergsalat und gab ein feines Aroma, was nach Meer duftete. Die zweite Hälfte wird etwas mutiger verwendet. Die Himanthalia sind sehr zu empfehlen, die werde ich auf jeden Fall wieder kaufen. Guter Biss, feines Aroma, um den Farbrausch noch komplett zu machen, werde ich beim nächsten Mal noch gewürfelte schwarze Oliven und in Streifen geschnittene gelbe Paprika, Möhrenscheibchen und Frühlingszwiebelchen zufügen. Dann kann man wahrscheinlich sogar auf die Scampi verzichten und daraus ein tolles vegetarisches Essen zaubern. Traut Euch und greift zu, wenn ihr solche Algen entdeckt, sie schmecken hmmm ... LG Sofi |
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Mitglied seit 17.01.2002
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... und wieder ein neues Rezept aus meiner Algenküche vom Wochenende:
Spagetti mit Möhren, Dulse und Meersalat, vegan Die sehr salzigen Dulse (etwa 200 g) und Meersalat (etwa100 g) 2 Std. ausgiebig wässern, dabei das Wasser mehrfach wechseln. 500 g Spagetti separat al dente kochen. 4 grosse Möhren mit dem Gemüsespagettischneider in schön lange Möhrenspagetti verwandeln. 1 Frühlingszwiebel fein würfeln, 2 Knoblauchzehen pressen, in 1 EL Ölivenöl kurz anrösten, 1 TL Zucker hineingeben, kurz karamelisieren lassen, die Möhrenspagetti hineingeben und 3 Min. dünsten, die gut abgetropften Algen und 1 EL Tomatenmark zufügen und kurz erhitzen. In einer grossen Schüssel die Spagetti und die Algen-Möhrenmischung vermengen, noch 2 EL Olivenöl zufügen und servieren. Fazit: Wieder ein Fest für Augen und Gaumen, gelbe Spagetti, orange Möhren, braunrote Dulse und spinatgrüner Meersalat. Dulse und der Meersalat waren von der Konsistenz mit Blattspinat vergleichbar und hatten ein wunderbares "Meeres"-Aroma. Es blieb nichts übrig, alles aufgegessen! Jetzt warten noch etwa 300 g Kombu auf ihre Verwendung, ob es wieder Pasta werden oder diesmal eher Miso oder Sushi, weis ich noch nicht, lasst euch überraschen. LG Sofi |
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Mitglied seit 10.06.2002
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Gruß der kleine gourmet |
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Mitglied seit 17.01.2002
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... so jetzt kommt das vorerst letzte Rezept aus meiner Algenküche, denn nun ist die erste Packung leer.
Gemüsepfanne mit Kombu-Algen und Reis, vegan Für 6 Personen 300 g Kombu-Algen etwa 1,5 wässern, sie sind nicht so salzig wie die anderen. 500 g Basmati-Reis kochen. 20 g getrocknete Muerr-Pilze mit kochendem Wasser übergiessen und mindestens 30 Min. quellen lassen. Inzwischen 250 g Blumenkohl in kleine Röschen teilen, 250 g Möhren putzen und in dünne Stifte schneiden, 150 g Wirsingkohl in feine Streifen schneiden. Blumenkohl und Möhren und 100 g tiefgekühlte Erbsen in Salzwasser 3 Min. bissfest dünsten. 1 EL Rapsöl im WOK oder einer tiefen Pfanne erhitzen, eine Knoblauchzehe hineinpressen und den Wirsingkohl hinzugeben und kurz unter Rühren dünsten, das restliche Gemüse zufügen. Die Kombu-Algen und die Muerr-Pilze in dünne Streifen schneiden und zu dem Gemüse geben. Mit etwas Chilipulver und 2 EL Sesamöl abschmecken und zum Reis servieren. Fazit: Die Kombu-Algen sind von der Konsistenz wie die Muerr-Pilze und schmecken fast gar nicht nach Fisch, wie die anderen Algen, sie eignen sich sicher ebenso gut zu Pastagerichten. Wieder ein buntes Allerlei, orange Möhren, grüne Erbsen, gelbgrüner Wirsing, braun-schwarze Muerr-Pilze und oliv-braune Algen zu dem weissen Reis. LG Sofi |
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Mitglied seit 17.01.2002
4.048 Beiträge (ø0,57/Tag)
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Mal ne Frage: "Wie schmecken denn die?" |
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Mitglied seit 17.01.2002
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Wie lange halten sich frische Algen? Kaufe immer nur soviele, wie ich auf einmal aufbrauchen kann, kann ich die ein paar Tage im Kühlschrank lassen?
lg susa |
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Mitglied seit 17.01.2002
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@ Zottel,
ich hatte eine 1 kg Packung mit vier verschiedenen Algen bei der METRO gekauft, sie waren frisch mit etwas Meersalz bedeckt. Roh gegessen schmeckten sie fürchterlich salzig, deshalb ist es wirklich notwendig sie ausgiebig zu wässern, auf der Packung stand auf französisch 2 mal in kaltem Wasser waschen, um grobe Salzkristalle und Muschelschalen zu entfernen, und dann 20 Min. wässern, um die Algen zu entsalzen. Wie oben beschrieben, habe ich länger entsalzt. Dulse, Meersalat und Himanthalia --kann man entweder 5-7 Min. dünsten oder in Öl braten. Kombu könne man zerschneiden, zum Umwickeln verwenden oder fritieren. Empfohlen werden sie im Kombination mit anderen Gemüsen, ín Sossen oder Suppen, zu Hülsenfrüchten oder Getreideprodukten. Ja, der Geschmack ist schwer beschreibbar, - Meersalat ähnelt etwas Spinat, - Dulse schmeckt recht salzig beide mit solch sagenhaften würzigen Aroma, wie bei einem Spaziergang am Meer. - Himanthalia - Französisch: Haricot de Mer- der französische Name trifft den Geschmack recht genau, er erinnert an gekochte, grüne Bohnen - Kombu schmeckt etwas nach Pilz fast wie Muerr-Pilze, auch mit einer leichten Nussnote Alle haben unterschiedlich geschmeckt, Kombu und Himanthalia waren unsere Favoriten, ich werde Sie sicher wieder kaufen, denn meine Männer lieben die Kombination von Pasta und Meeresfrüchten. Vielleicht gibt es es auch ein Schaukochen bei der METRO in Berlin als Promotion sozusagen. Man wartet dort in der Frischfischabteilung jedenfalls schon gespannt auf meine Rezepthinweise. Man hat mich damals mit ziemlich krauser Stirn und gerümpfter Name bedient, weil sich keiner vorstellen konnte, dass man aus diesen salzigen Dingern überhaupt etwas schmackhaftes zaubern könne. Meine Empfehlung, wenn Du Fisch und Pasta magst und Dir solche Algen einmal angeboten werden, versuch sie, sie schmecken richtig gut. LG Sofi |
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Mitglied seit 17.01.2002
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@ susa
ich habe die Algen am 28.05.02 bei der METRO in Berlin gekauft. Sie lagen in einer kleinen Styroporkiste mit einigen Salzkristallen. Im Kühlschrank bei 0-4°C sollten sich die Algen bis zum 17.08.02 darin halten, das habe ich natürlich nicht ausprobiert, denn gestern habe ich die letzten aus der Packung verbraucht, aber immerhin fast 3 Wochen nach dem Kauf waren sie einwandfrei. Auch der Kühlschrank hat wegen der gut verschlossenen Kiste nicht nach den Algen (Meeresbrise) gerochen. Die "Algen", die ich in den letzten Jahren regelmässig gekauft habe, waren frische Salicornes (Queller). Salicornes habe ich im Kühlschrank auch nur maximal 3 Tage aufbewahrt, sonst wurden sie durch die Feuchtigkeit matschig. Die Saison müsste langsam beginnen. Salicornes gibt es bei uns im Sommer fast alle zwei Wochen, wenn ich sie frisch bei der METRO erhalte. Welche Algen hast Du denn schon verwendet? LG Sofi |
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Mitglied seit 17.01.2002
43.740 Beiträge (ø6,17/Tag)
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@Sofi
vielen Dank für di ausführliche Antwort ichhabe bisher nur die langen schmalen verwendet, die so ähnlich aussehen wie ein spinnertes Sukkulentengewächs auf meiner Fensterbank, ich glaube, das sind die Salicornes, entweder als Salat oder zu Spaghetti oder Risotto. lg susa |
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Mitglied seit 03.02.2003
1.929 Beiträge (ø0,29/Tag)
| @ sofi: jetzt mein Rezept für grünen Meeralgen : f. 2 Personen als Beilage zu Steinbeisserfilet gedünstet: 200 g grüne Algen, 3 - 4 Knoblauchzehen, 4-6 Tomaten, Pfeffer. Die Algen ca. 1/2 Std. wässern, abgiessen. Währenddessen Knoblauch u. Tomaten würfeln . Zuerst Knoblauch in Butter andünsten, dann die Algen dazu (bleiben schön grün), kurz weiterdünsten, dann die Tomaten. Mit Pfeffer würzen. Zubereitungszeit insges. ca. 15 Min. Danke für alle Tipps.witwebolte |
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hallo,
vielen dank dass sie auf meine internetseite aufmerksam gemacht haben. falls sie weitere rezepte mit algen haben und bereit wären mir diese zu präsentieren, würde ich mich freuen, sie auf meinen seiten und dem neu entstehenden kochbuch aufzunehmen. mit besten grüßen th. stratmann (mabitec) |
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Mitglied seit 06.11.2004
1.373 Beiträge (ø0,23/Tag)
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Hallo Sofi!
Die Algen lasse ich lieber im Meer oder dort wo sie gezüchtet werden. Die können mir gestohlen bleiben. Grüße Eva. |
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