Zutaten

1 Pck. Kräuter für grüne Sauce, frisch oder tiefgefroren
Ei(er), hartgekocht
1 EL Senf, scharfer
  Salz
  Pfeffer, schwarzer
  Öl
300 ml saure Sahne
300 ml Joghurt
Portionen
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Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Schwierigkeitsgrad: simpel / Kalorien p. P.: keine Angabe

Die Kräuter waschen, Stiele entfernen (Petersilienstengel einfrieren - kann man für Rinderbrühe nehmen) und klein hacken. Eier pellen, Eiweiß und Eigelb trennen. Etwas Öl in eine Schüssel geben und Eigelb hinzufügen. Mit einem Löffel oder einer Gabel die Eigelbe zerdrücken und fein verrühren. Saure Sahne und Joghurt zugeben. Verrühren, mit Salz, Pfeffer und dem scharfen Senf abschmecken. Gehackte Kräuter zugeben und unterrühren. Abschmecken und evtl. nachwürzen.

Tipp: Ich füge gerne noch einen Schuss Zitronensaft hinzu. Wer es etwas gehaltvoller mag, kann noch etwas Öl hinzufügen.


Hinweise: Grüne Soße ist ein Frankfurter Traditionsrezept. Varianten davon gibt es wie Sand am Meer. Diskussionen über die Zusammensetzung der Grünen Soße haben den Charakter von Glaubensfragen. Als Autorität in dieser Hinsicht gilt Frau Aja, Goethes Mutter. Fest steht danach der Kanon der sieben Kräuter, die in die Grüne Soße gehören: Petersilie, Schnittlauch, Borretsch, Sauerampfer, Kresse, Kerbel, Estragon. Hier im Frankfurter Raum bekommen wir von den Gärtnereien (vorzugsweise aus Frankfurt-Oberrad) ein fertiges Päckchen für zwei Portionen. Wenn man die Kräuter selbst zusammenstellen will, hat man meist Schwierigkeiten, das richtige Mengenverhältnis treffen. Aber auch bei den Päckchen unserer Gärtnereien wechselt die Zusammensetzung saisonbedingt.
Die Hauptarbeit ist die Verarbeiten der Kräuter. Der Charakter und der Geschmack der grünen Soße hängen vor allem davon ab, was man für Milchprodukte man verwendet. Ich ziehe die Leichten vor. Meine Mutter hat in die grüne Soße Mayonnaise gemacht (es schüttelt mich immer noch). Es wird oft Sahne (historisch-klassisch), Creme fraiche, aber auch Quark (ganz leicht - evtl. mit etwas Milch verdünnen) genommen. Dies ist, wie gesagt, Glaubensfrage.
Eine solche ist auch, ob man die Kräuter mit dem Messer hackt bzw. mit dem Wiegemesser feinwiegt oder ob man sie im Mixer zerkleinert (so wird sie mittlerweile kommerziell zubereitet - mir ist das jedoch zu breiig oder zu suppig).
Das klassische Gericht ist gekochtes Rindfleisch (am besten Tafelspitz) mit grüner Soße und Salzkartoffeln. Oder auch gekochte Zunge und kalter Braten. Oder, wie in den Frankfurter Apfelweinlokalen, einfach nur grüne Soße mit Salzkartoffeln (das gab es bei uns immer am Karfreitag - man kann auch Bratkartoffeln nehmen) oder grüne Soße mit 4 halben Eiern.
Schön ist bei diesem Essen auch der Gegensatz von warmem Fleisch und Kartoffeln und der kalten grünen Soße.
Achtung Singles, grüne Soße lässt sich auch einfrieren. Also Rindfleisch und grüne Soße in entsprechender Menge zubereiten und getrennt portionsweise einfrieren.
Ich weiß, dass meine grüne Soße beim Abschmecken sehr sauer wirkt (durch die saure Sahne und den Joghurt). Ich versichere, dies merkt man nur beim Abschmecken. Wenn man sie mit Kartoffeln und Fleisch isst, schmeckt die Säure nicht mehr vor. Sie lässt das Gericht aber leicht und frisch wirken (im Gegensatz zu pappiger Mayonnaise!).