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Lavendulas oberbayrischer Schweinsbraten

landestypische Rezeptur mit ganz wenig Zutaten

Zutaten

1 kg Schweinenacken (Halsgrat)
1 kg Schweinebauch (Wammerl mit Schwarte)
3 TL Salz
1 TL Kümmelpulver
1 TL Pfeffer, schwarzer, gemahlen
3 m.-große Zwiebel(n)
750 ml Wasser zum Angießen
  Saucenbinder
Portionen

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 2 Std. / Schwierigkeitsgrad: normal / Brennwert p. P.: keine Angabe

Das Fleisch frühzeitig, ca. 1 Stunde vor der Zubereitung, aus dem Kühlschrank nehmen.

Den Ofen auf größtmögliche Hitze vorheizen (bei mir sind das 250°C).

Den Halsgrat (er ist nur ohne Schwarte erhältlich) und möglichst fettarmes Wammerl (mit Schwarte) kräftig mit den Gewürzen einreiben und mit den grob geschnittenen Zwiebeln mit der Schwarte nach unten (noch nicht eingeschnitten) auf die Zwiebeln in einen großen Bräter legen (so kann die Schwarte nicht am Bräter ankleben) .

Nun bei der großen Temperatur braten, bis die Zwiebeln braune Spitzen haben und schon fast verbrennen. Da muss man gut aufpassen - zu wenig, und die Sauce wird nur eine fade Brühe - zu dunkel, und die Sauce wird bitter.
Mein Tipp: wenn man sieht, dass die Spitzen der Zwiebeln braun werden, nochmal gut abwarten bis etwas mehr als die Spitzen und der Boden richtig schön karamellisieren. Also mutig warten, aber nicht übertreiben dabei.

Zum richtigen Zeitpunkt den Bräter herausholen, den Braten umdrehen und nun kann man die Schwarte mit einem scharfen Messer butterweich einritzen. Dabei nicht ins Fleisch schneiden.

Dann Wasser angießen, bis die Zwiebeln von Flüssigkeit bedeckt sind und ein Fingerbreit mehr. Man kann auch Brühe oder Bier nehmen, aber dann weicht es von dem typisch bayrischen Braten, den es in vielen Tafernwirtschaften gibt, ab.

Mit einem Pinsel (z. B. Silikonpinsel) den Bräterrand "abwaschen" damit alle Röststoffe, die dort hingespritzt sind, in den Bratensaft gelangen.

Nun den Bräter zudecken und bei 175°C bis gut zur Hälfte der Garzeit weiter garen. So bleibt das Fleisch saftig und wird weich.

Nach etwa 1 Stunde den Deckel abnehmen, damit die Schwarte knusprig werden kann. Dafür muss man die Temperatur auf ca. 200°C stellen. Dabei in regelmäßigen Abständen Flüssigkeit angießen und immer mal über die Kruste löffeln und mit dem Pinsel und Bratensaft die Röststoffe von den Seitenwänden des Bräters ablösen.

Wenn das Fleisch zart und gar ist, alles heraus nehmen. Je nach Ofen und Fleischgröße bzw.-form ist das in der Regel nach insgesamt 2 Stunden der Fall. Lieber etwas länger braten, als zu kurz und das Fleisch ist innen noch nicht richtig gar geworden.

Den Schweinebauch auf einen flachen feuerfesten Behälter (z. B. Deckel vom Bräter) geben und wieder in den Ofen geben. Jetzt kann man noch mit dem Grill oder bei hoher Temperatur bei der Kruste nachhelfen, falls sie noch nicht gelungen ist. Aber Vorsicht - dass kann schnell mal zu braun werden. Den Halsgrat inzwischen warm halten.

Währenddessen die Sauce durch ein Sieb in einen Topf gießen, abschmecken und binden. Sollte die Sauce zu salzig sein, kann man noch Wasser angießen.

Als Beilagen empfehle ich Kartoffelknödel, Sauerkraut, grünen Salat und frisches Weißbier - und nicht nur das bayrische Herz macht einen Hupfer.

Bei dieser einfachen Zubereitungsmethode mit ganz wenig Würzzutaten ist es ganz besonders wichtig, dass man eine sehr gute Fleischqualität hat.

Kommentare anderer Nutzer


ernan

29.01.2011 18:23 Uhr

Hi,

das Rezept ist einfach perfekt. Gelingsicher beschrieben, schnörkellose Zusammensetzung, perfektes Bratenergebnis und dabei noch sehr viel Sauce.
Leider hab ich keinen digitalen Fotoapparat, denn mit Foto hätte das Rezept vermutlich mehr Resonanz.

LG ernan

kemawi

14.03.2011 11:31 Uhr

Hallo!
So einfach - so gut!
5 Sterne von mir!
Ich hatte statt Halsgrad ein schönes Stück Krustenbraten.
Er wurde, nach diesem Rezept zubereitet, wunderbar saftig und schön kross.
Die Soße war geschmacklich top, und von der Menge her optimal.
Werde ich auf jeden Fall wieder genau nach Rezept kochen.
Lieben Gruß
kemawi

Masine3

17.11.2011 08:57 Uhr

Hallo Lavendula,

vielen Dank für dieses gute Rezept. Schweinsbraten ist super gelungen, vor allen Dingen auch die Kruste... leider hab ich vor lauter Kocherei das Foto vergessen :(

Liebe Grüße
Masine

eifelkrimi

29.04.2012 18:32 Uhr

wirklich perfekt

ich hätte nie gedacht, dass man ohne langes wässern oder Vorkochen auf der Schwarte so eine perfekte Kruste hin bekommt.

werde meine Krustenbraten jetzt immer so machen

lg
eifelkrimi

Salzflocke

11.06.2012 12:44 Uhr

Perfekt ;-)
So muss ein Schweinebraten schmecken - haben das Rezept schon zum zweiten Mal nachgekocht und es war wieder seeehr lecker!
LG Salzflocke

rosiwittig

08.09.2012 11:25 Uhr

Das Gericht ist nach meiner Meinung perfekt, ich werde es so mit einem Spanferker ausprobieren. Mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen, von mir volle fünf Punkte.

Gruß aus Malle

raubsauger

08.09.2012 14:33 Uhr

Als Franke kenne ich das etwas anders, und nach Infos von meinem Bruder (gelernter Koch) dickt man die Bratensauce auch nicht mit irgendwelchen Hilfsmitteln ein.

Bei uns hier kommen Karotten und etwas Sellerie und ganz viel Zwiebel mit in den Braten, dies wird dann herausgenommen und in einem Sieb durchpassiert. Damit bindet man dann die Sauce ab.

Lavendula_

08.09.2012 19:40 Uhr

Hilfreicher Kommentar:

Hallo raubsauger,
vielen Dank für deine Kommentare.
Sicherlich kann man in einen Schweinebraten auch Karotten, Sellerie und Kartoffeln geben.
Auch fein, aber eben vom Ergebnis her ein ganz Anderes.
Ob das typisch fränkisch ist, und ohne Gemüse typisch oberbayrisch, kann ich so nicht sagen. In jeden Haushalt fließen ein klein wenig andere Einflüsse mit ein.
Nur soweit, hier in meinem oberbayrischen Umfeld wird der Schweinsbraten von vielen (und selbstverständlich nicht von allen ;o) ) so wie von mir beschrieben zubereitet. Einfach mal ausprobieren !
LG
Lavendula_

Trösen

09.09.2012 22:54 Uhr

hi raubsauger.
ich weiß nicht, ob oberbayern und franken deckungsgleich sind. wohl eher nicht! sag doch also einfach nur, ob der braten dir bzw euch geschmeckt hat oder nicht und mach ein eigenes rezept "raubsaugers mit hilfe des bruders nicht eingedickte soße mit sellerie, karotten und zwiebeln zu fränkischem schweinebraten" klingt doch gut!
bevor ich´s vergesse: uns hat es sehr gut geschmeckt! ich habe auch ein schönes stück krustenbraten gehabt. den kümmel hab ich jedoch weggelassen. die kruste war toll... lecker!

lg Trösen

raubsauger

08.09.2012 14:35 Uhr

Und gleich noch ein Nachtrag: In Niederbayern gibts noch Kartoffelgeröstel dazu, heißt kurz vor Fertigstellung werden rohe dick geschnittene Kartoffelscheiben in den Bratensaft gelegt und mitgeschmort.

Die Kartoffelstärke bindet die Sauce sehr gut ab und gibt noch eine zusätzliche leckere Beilage.

anna-juliana

08.09.2012 19:21 Uhr

Bei uns heißt des dann "Kartoffel-Bratl" :-)

Katzentiger

17.09.2012 14:32 Uhr

Hallo,

am Wochenende habe ich 2 kg Schinkenkrustenbraten nach diesem Rezept zubereitet.
Ich bin begeistert.
Das Fleisch war zart und saftig, die Kruste schön rösch. Die Sauce war sehr lecker. Dazu gab es Breznknödel und Rotkraut. Passte gut.
Das Rezept ist sehr gut beschrieben, man kann es wirklich leicht nachkochen.
Dankeschön. Bilder kommen auch noch.

Liebe Grüße
Katzentiger

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