Lippischer Pickert

Nach einem Rezept von ca. 1920

Zutaten für Portionen

500 g Kartoffel(n), mehlig kochend, wenn es geht, neue Ernte
Ei(er)
300 g Weizenmehl
200 g Buchweizen, gemahlen
½ Würfel Hefe, frisch
1 EL Zucker
1 TL, gehäuft Rübenkraut, zur Not geht auch Honig
100 g Rosinen
1 TL Salz
 etwas Speckschwarte, zum Einreiben der Pfanne

Zubereitung

Rohe Kartoffeln schälen und möglichst fein reiben. Im Sieb auf einer Schüssel abtropfen lassen, evtl. den Kartoffelbrei vorsichtig etwas ausdrücken. Kartoffelwasser und -stärke in der Schüssel auffangen. Abtropfwasser 10 min. stehen lassen, damit sich die Stärke absetzt. Das Wasser vorsichtig von der Stärke abgießen.

Beide Mehlsorten gut vermischen. Kartoffelstärke, Eier, Zucker, Rübenkraut in einer Schüssel vermengen und in den Kartoffelbrei rühren. Rosinen hinzufügen. Weiterrühren und nach und nach das gemischte Mehl hinzugeben. Dabei immer gut rühren, damit keine Klümpchen entstehen.
Hefe in die lauwarme Milch einbröckeln, vorsichtig auflösen und einige Minuten stehen lassen. Hefemilch zusammen mit dem Salz der Kartoffelmasse hinzufügen und gut vermengen. Mit einem sauberen Küchentuch bedeckt an einem warmen, zugfreien Ort 1-2 Stunden gehen lassen, bis sich das Teigvolumen in etwa verdoppelt hat.

Eine Pfanne (am besten mit rund 28 cm Durchmesser) mit der Speckschwarte gut ausreiben und einfetten. Die Pfanne erhitzen und den Teig ca. 3 – 4 cm hoch in die heiße Pfanne geben. Auf mittlerer Flamme bei eher milder Hitze langsam zuerst von der unteren Seite backen. Danach wenden, auch wenn die Oberseite noch relativ flüssig ist.

Das Wenden ist eine Kunst für sich:
Wenn der Pickert an seinen Rändern eine hellbraune Kruste bekommt, sollte er gewendet werden (evtl. vorher mit einem Messer vorsichtig vom Rand lösen). Zum Wenden nimmt man einen flachen Teller, den man von vorne her möglichst weit unter den Pickert schiebt. In der Vergangenheit nahm man große dünne Frühstücksbretter (in manchen Gegenden auch Milchbretter genannt) und verwendet sie auf dem Lande zum Teil immer noch. Mittels eines solchen Brettes (ersatzweise natürlich des Tellers) wird der Pickert mit einem Schlage umgeworfen. Wenn dieser Wurf misslingt, ist der Pickert verpfuscht - sagt der Volksmund im Lippischen.
(Eine grosse Pizzaschaufel oder etwas Ähnliches tut es zur Not aber auch - ist allerdings nicht wirklich klassisch.)

Traditionell wird der Pickert mit einer frischen Salatgarnitur und etwas Rübenkraut serviert, wobei das Rübenkraut in einer Schüssel mitten auf den Tisch gestellt wird und sich jeder nach Belieben bedient.
Dazu passen ein kühles Bier und ein westfälischer Korn.

Zu hohen Festtagen wurden früher (ebenso wie heute!) die Rosinen vor der Verwendung im Pickert einige Stunden in Schnaps, vorzugsweise Rum eingeweicht.
Arbeitszeit: ca. 30 Min.
Ruhezeit: ca. 2 Std.
Schwierigkeitsgrad: normal
Brennwert p. P.: keine Angabe
Freischaltung: 26.08.09
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Verfasser:

bernd45739 Sternekoch


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