Japan
Auch in Japan gehören Gastgeschenke zum guten Ton, eine stilvoll verpackte Kleinigkeit kommt immer an. Überreicht werden Geschenke, ebenso wie Visitenkarten, mit beiden Händen. Während Visitenkarten jedoch eingehend betrachtet werden, um sich ein Bild seines Gegenübers zu verschaffen, wird das Gastgeschenk erst nachdem der Besuch gegangen ist geöffnet.
Zu einer Verabredung im Restaurant oder auch in die Privatwohnung, was ein großes Privileg ist, erscheint man in Japan pünktlich. Ist man eingeladen, kümmert sich der Gastgeber um die Bestellung des Essens, das Nachschenken der Getränke, in Japan durchaus gerne alkoholische, sowie um die Bezahlung. Befindet man sich im Hause des Gastgebers, sollte man die Schuhe ausziehen, spezielle Hauspantoffeln wird man Ihnen bereitstellen.
Suppen und Nudeln werden hier, ähnlich wie in China, mit vollem Genuss geschlürft. Rülpsen oder Nase putzen ist hier allerdings gleichermaßen tabu.
Reis wird in Japan hoch geschätzt und sollte immer aufgegessen werden. Dieser wird selbstverständlich mit Stäbchen gegessen. Fauxpas: Die Stäbchen zum Ablegen in die Schüssel stecken, etwas damit aufspießen, etwas damit weiterreichen und auf jemanden zeigen.
Spanien
Hat man Spanier zum Essen eingeladen, sollte man sich nicht wundern, wenn diese nicht pünktlich erscheinen, eine Verspätung von bis zu einer halben Stunde gehört hier zur Tagesordnung und wird vom Gastgeber einkalkuliert. Durch die Siesta am Mittag verschieben sich die Essenszeiten im Vergleich zu unseren um ein bis zwei Stunden nach hinten; ein Abendessen weit vor 21 Uhr anzusetzen, würde nicht auf Verständnis stoßen.
In einem spanischen Restaurant geht alles weitaus ruhiger und langsamer von statten, die Bedienung lässt sich gerne etwas Zeit, Stress und Hektik wird man selten erleben. Der Tourist als solcher sollte gelassen mit dieser Einstellung umgehen, alles andere würde zu nichts führen, außer dass sich der Kellner noch mehr Zeit lässt.
Weingenuss gehört für die Spanier sowohl zum Mittag- als auch zum Abendessen dazu, ein kleines Glas mitzutrinken ist höflich, man wird es Ihnen aber auch verzeihen, wenn Sie auf Alkohol verzichten möchten. Will man stattdessen eine Cola bestellen, sollte man lieber um eine „Coca oder Coca-Cola“ bitten, „Cola“ bedeutet im spanischen „Schwanz“…
Das Trinkgeld in Spanien liegt zwischen 5 - 10% der Gesamtrechnung und wird vor dem Verlassen des Restaurants einfach auf den Tisch gelegt.
Türkei
Sind Sie in der Türkei zum Essen eingeladen, freut sich die Gastgeberin vor allem über nützliche Gastgeschenke. Alkohol und Blumen, wie bei uns üblich, sind keine adäquaten Mitbringsel. Findet das Essen nicht im Restaurant sondern in der Privatwohnung des Gastgebers statt, sollten Sie beim Eintreten die Schuhe ausziehen.
Wundern Sie sich nicht, wenn das servierte Essen nicht mehr ganz so heiß ist, wie Sie es von zu Hause aus kennen. Viele Speisen werden in der Türkei lauwarm gegessen.
Als nicht nur unhöflich sondern vollkommen inakzeptabel gilt es, sich am Tisch die Nase zu putzen. Dies wird diskret in einem anderen Raum, z.B. auf der Toilette gemacht.
Als Abschluss eines Essens wird Ihnen meist Kaffee gereicht, traditionell mit einem Glas Wasser. Letzteres ist dazu da, den Mund zu reinigen und auf die Kaffeearomen vorzubereiten. Würden Sie das Wasser nach dem Kaffee trinken, wäre der Gastgeber sehr beschämt, da er befürchten muss, Sie wollen den Kaffeegeschmack loswerden… Wird Tee serviert, stoppen Sie weiteres Nachschenken höflich, indem Sie den Löffel quer über das Glas bzw. die Tasse legen. Liegt der Löffel neben dem Glas, heißt dies, Sie haben noch nicht genug und Ihr Gastgeber wird Ihnen weiter nachschenken.

Henglein
Rama Cremefine

