Hamburger Küche


Typische Spezialitäten aus der Hamburger Küche

Hering Seit dem Mittelalter schon ist der Hamburger Hafen einer der bedeutendsten Handelsplätze Europas. Im 13. Jh. begann mit dem Zusammenschluss der Küstenstädte zur Hanse auch Hamburgs rascher Aufstieg zu einer wohlhabenden Kaufmannsstadt. Die Märkte waren voll mit Waren aus der Ferne, aber auch mit einheimischen Produkten.
Nachdem die Hansestädte Anfang des 15. Jh. gemeinsam, vor allem durch den Einsatz von Kriegschiffen, gegen die Piraten zu Felde zogen und Kaperei sowie Überfälle entlang der Elbemündung erfolgreich bekämpften, wuchs Hamburg auch bald territorial.
Ein Zeugnis des Reichtums und der Bedeutung der Stadt ist die Tatsache, dass schon 1558 die Hamburger Börse eröffnet wurde.
Die Schiffe, die aus allen Teilen der Welt den Hamburger Hafen anliefen, brachten fremdländische Gewürze und Zutaten, die bisher in den Töpfen der Hamburger nicht zu finden waren. So gehört noch heute beispielsweise zum Ochsenschwanz oder „Ochsensteert“ eine ordentlich Portion Madeira.
Trotzdem setzte sich die einheimische Kost immer wieder durch und so finden wir immer noch das Hamburger national, zu dem unbedingt Schweinebauch, Steckrüben und Kartoffeln gehören.
Auch „Schwarzsauer“ bekommt man heute noch im Hamburger Umland, meist traditionell im Herbst. Dieses Gericht mit dem ungewöhnlichen Namen ist eine Schlachtfestspezialität und besteht aus Schweinerippen und -schwänzen, Steckrüben, Essig, reichlich Gewürzen und aus frischem Schweineblut.

Eine Spezialität sind zweifelsohne die “Hamburger Stubenküken“, die früher in der so genannten “Hühnerbank” in den guten Stuben der Elbbauern gemästet wurden. In der Stube deshalb, weil die Hennen durch die gute Fütterung auch im Winter mit Fisch und -abfällen sehr zeitig im Jahr brüteten. Die kleinen Küken brauchten viel Wärme, draußen war es oft noch spätwinterlich kalt und so wurden sie zu einer zarten, fleischigen Delikatesse eben in der Stube aufgezogen. Stubenküken dürfen nicht mehr als 250 g wiegen, wenn sie geschlachtet werden.

Wenn man in Hamburg eine “Aalsuppe” bestellt, kann es passieren, dass der Gast vergeblich den “Aal” in der Suppe sucht. Zur “Hamburger Aalsuppe” gibt es eine Menge Geschichten, fast so viele, wie Zutaten dazu gehören.
Eigentlich, so heißt es, gehört kein Aal hinein, denn der Name sei “aal’s bin”, übersetzt soviel wie “alles drin”, was sich vor allem auf viel Gemüse, Backobst und Schinkenfleisch bezieht. Die anderen meinen, der Name kommt vom “Aalkraut” = Bohnenkraut, welches reichlich verwendet wurde.
Da es immer wieder zu Irritationen mit den Nichthamburgern kam, hat man sich auf einen Kompromiss verständigt - die Aalsuppe ohne Aal heißt jetzt “Frische Suppe” oder “Saure Suppe“ und die mit Aal eben “Aalsuppe“.

Fisch und andere Meerestiere sind natürlich seit jeher eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Hamburger. Als erster fällt einem wohl die “Finkenwerder Scholle” ein, die vermutlich auf kaum einer Speisekarte fehlt. Benannt ist dieses Rezept nach der südlich von Hamburg gelegenen Elbinsel.

Auch der Hering ist in Hamburg, wie überall an den Küsten, seit jeher ein beliebter Speisefisch. Chroniken besagen, dass es im 16. und 18. Jahrhundert Jahre gegeben haben soll, in denen der Hering in so großer Zahl in die Elbe bis nach Hamburg vorgedrungen sei, dass die Leute ihn regelrecht aus dem Wasser schaufeln konnten. Noch im 19. Jh. war die Ausbeute so groß, dass Hering als Dünger verwendet wurde. Dieser Fischreichtum gehört inzwischen leider der Vergangenheit an.

Die vielleicht beliebteste Nachspeise in Hamburg ist die “Rote Grütze”, dicht gefolgt vom “Großen Hans”. Dazu reicht man gerne eine Zitronensauce.
Zum bunten Teller in der Weihnachtszeit gehören unbedingt Braune und Weiße Kuchen. Zum Frühstück isst man gerne Franzbrötchen.

Zuletzt sei noch verraten, wie der Grog, der in Hamburg zu den Grundnahrungsmitteln gezählt wird, zu seinem Namen kam:
Der britische Admiral Edward Vernon verbot seinen Matrosen, ihre wöchentliche Ration Rum in einem Zuge hinunter zu kippen. Er befahl, dass der Rum in Zukunft mit kaltem Wasser verdünnt werden sollte, was vermutlich schauderhaft geschmeckt hat. Das Gesöff bekam den Namen “Old Groggram”, nach dem Spitznamen des Admirals - dieser Name bezog sich auf die Jacke, die dieser trug und die aus sehr grobem Stoff bestand.

Aber nicht nur Grog wurde und wird in Hamburg getrunken. Die Stadt kann auf eine lange Biertradition zurück blicken. Belegt ist, dass schon im 14. Jh. die Bierbrauerei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige war. Im 16. Jh. gab es nachweislich 530 Brauereien, die immerhin 10 verschiedene Biersorten brauten.


zurück weiterlesen

Artikel vom 31.08.2008
nach oben | Artikel drucken

Ähnliche Artikel

Aktuelle Umfrage

Welcher dieser Kuchen steht bei Ihnen am häufigsten auf dem Tisch?
Schokoladenkuchen
Käsekuchen
Apfelkuchen
Jedes Mal ein anderer.
Ich mag keinen Kuchen.
Ergebnis

Partnermagazine