Zum Thema Pizza selber machen gibt es inzwischen auch einen neueren Artikel.
Es gibt Menschen, die könnten jeden Tag Pizza essen. Ob in der Mittagspause ein großes Stück amerikanische Pizza; am Wochenende eine einfache telefonische Bestellung beim Pizzabäcker nebenan, wenn sich unerwartet Besuch angekündigt hat; oder eine Pizza aus dem Tiefkühler, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag keine Lust mehr hat, in der Küche zu stehen – die beliebte Spezialität schmeckt immer.
Dabei ist eine Pizza selbst zu backen gar nicht so aufwendig, wie man denkt und ist unserer Meinung nach die beste Alternative zum italienischen Pizzabäcker. Hat man erst einmal den richtigen Pizzaboden, der in der Mitte schön dünn ist und am Rand knusprig, gefunden und die richtige Tomatensauce für sich entdeckt, sind die beiden Basisbestandteile schon kein Problem mehr. Dann heißt es nur noch, das Ganze nach seinem eigenen Geschmack und den vorhanden Zutaten im Kühlschrank zu belegen und zu genießen!
Der Boden
Es gibt Wagenrad große, kleine, dünne und dicke Pizzaböden; der eine mag seinen Teig „amerikan styled“ fluffig, der andere wieder richtig knusprig. Es gibt also nicht den perfekten Pizzaboden, weil die Geschmäcker nun einmal verschieden sind.
Allerdings sollten Sie auf gute Zutaten achten. Das fängt beim Wasser an. Dieses sollte nicht zu kalkhaltig und lauwarm sein, dann geht der Teig gut auf. Auch beim Olivenöl sollte Qualität bevorzugt werden, hier sollten Sie ein kaltgepresstes aus erster Pressung wählen.
Die Wahl des Mehltyps beeinflusst den Teig ebenso - je feiner das Mehl, umso feiner auch der Teig, je gröber, desto robuster wird er.
Der Teig wird solange geknetet (am besten mit der Hand), bis er elastisch ist und nicht mehr klebt. Beim Ausrollen sollte die Arbeitsfläche bemehlt sein, sodass der Teig nie daran kleben bleiben kann. Es wird immer von der Mitte des Teiges nach außen ausgerollt!
Weitere Pizzateig Rezepte gibts in unserer Datenbank.
Die Sauce
Während früher nur frische Tomaten auf die Pizza kamen, hat sich später die Vorliebe für eine Pizzasauce als Basis fast jeder Pizza herauskristallisiert. Diese Tomatengrundsauce wird in Italien Pizzaiola genannt, die ähnlich wie eine gekochte Tomatensauce (Sugo) für Nudeln hergestellt wird. Durch das Erhitzen der Sauce, der Gewürze und Kräuter erhält man ein weitaus intensiveres Aroma und die ganze Pizza ein ganz anderes Geschmackserlebnis, als würde man nur ungewürztes Tomatenpüree aus der Packung auf den Teig geben.
Pizzaiola - Grundsauce für Pizza (für sechs Personen)
- 2 Schalotten
- 2-3 Knoblauchzehen
- 2-3 EL Olivenöl
- 1 Paket passierte Tomaten (noch lieber stückig)
- 2 EL Tomatenmark
- 200 ml Rotwein
- 1 Rosmarinzweig
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1 kleine Chilischote
- Salz
- Pfeffer
- Zucker
Schalotten und Knoblauch schälen, würfeln und in einem Topf oder in einer tieferen Pfanne mit Öl glasig angehen lassen. Eine Prise Zucker dazugeben und karamellisieren lassen.
Mit Rotwein ablöschen, anschließend die passierten oder auch gerne noch stückigen Tomaten zufügen und das Tomatenmark unterrühren.
Die Chilischote von den Kernen befreien und in kleinen dünnen Streifen oder Würfel schneiden, Rosmarin abkerbeln. Gemeinsam mit dem Oregano in den Tomatensud geben und mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Ganze nun solange ohne Deckel einkochen lassen, bis die Sauce eine dichte Konsistenz erhält. Bei Bedarf nochmals nachwürzen.
Die Sauce wird anschließend gleichmäßig auf dem Teig verteilt. Sie sollte nicht zu dick und nicht zu dünn aufgetragen werden, da sie sonst den Teig aufweichen kann oder zu wenig Grundgeschmack an die Pizza bringt. Der Rand sollte frei bleiben.
Der Belag
Während der Belag einer amerikanischen Pizza meist recht großzügig und mit viel Käse belegt ist, wird in Italien eher sparsam mit den Zutaten umgegangen, um den dünnen knusprigen Teig nicht zu erschlagen. In Deutschland gehen die Geschmäcker, wie schon beim Boden, auseinander. Viele Stile und Variationen finden Anklang, sogar vor Nudeln, Sauerkraut oder Gyros auf einer Pizza wird nicht halt gemacht.
Hier eine Auswahl der beliebtesten Pizzabeläge:
- Pizza Diavolo
- Pizza Parma-Rucola
- Gyros-Pizza
- Pizza Hawaii
- Pizza Calzone
- Pizza Margherita
- Brokkoli Pizza
- Spaghetti Pizza
- Lachs-Spinat Pizza
- Chili con carne - Pizza
- Sauerkraut-Pizza
- Pizza Tonno
- Pizza Picante
- Pizza Vier-Jahreszeiten
- Hackfleisch-Pizza
- Schummelpizza
Der Käse ist der krönende Abschluss des Pizzabelages. Mit ihm kann man seiner Lieblingspizza den letzten Pfiff geben. Am gängigsten ist es bei uns, geriebenen Gouda zu verwenden, wer es lieber würziger mag, nimmt Parmesan. Auch Mozarella wird heute noch gerne als Pizzakäse genommen, allerdings sollte es dann unbedingt einer aus Büffelmilch sein, denn dieser zerläuft viel besser. Zum Schluss einige Tropfen Olivenöl auf die Pizza geben und dann ab aufs Backblech in den gut vorgeheizten Ofen!
Da unsere Haushaltsbacköfen nicht so hohe Temperaturen erreichen, wie der Steinofen beim Pizzabäcker, braucht die Pizza bei höchster Gradstufe ca. 10 min. Das Backblech sollte am besten direkt auf dem Backofenboden oder auf die unterste Schiene stehen, damit der Teigboden die höchste Hitze von unten abbekommt und knusprig werden kann.
Sehr zu empfehlen ist aber ein Pizzastein oder ein Pizzaschnellbackofen, dessen Temperatur die von Steinöfen erreicht!
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Pizza selber backen und einen guten Appetit!
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