Die Große Brennnessel ist dort zu Hause, wo der Tisch reichlich gedeckt ist, das heißt, wo der Boden viele Nährstoffe enthält. Das ist besonders in Menschennähe der Fall: auf ehemaligen Mist- und Silage-Lagerplätzen, Schuttplätzen, Futterplätzen auf Weiden. Aber auch in der Natur gibt es solche nährstoffreichen Stellen, zum Beispiel das Schwemmland an Ufern in Flussauen, auch in Schluchten, wo sich viele abgeschwemmte organische Bodenbestandteile abgelagert haben. Die Große Brennnessel ist der Stickstoffanzeiger schlechthin! Aus einem ausdauernden, weit kriechenden Wurzelstock entspringt ein vierkantiger Stängel, der 60 cm bis 1,5 m groß wird. Er ist ebenso mit Brennhaaren besetzt wie die an der Basis herzförmig eingeschnittenen, gegenständigen Blätter, deren Ränder gesägt sind. Die Große Brennnessel bildet von Juni bis Oktober kleine grünliche Blüten aus, die in Rispen in den Blattachseln hängen.
Man sammelt die ganzen jungen Pflanzen ab Februar, junge Blätter bis in den Sommer, als Salatbeigabe (fein gehackt, um die Brennhaare zu entschärfen) und als Spinat. Auch die Samen kann man essen: roh oder geröstet oder als Zugabe für den Eintopf. Das besondere Merkmal der Brennnessel ist ihr hoher Eiweißgehalt: Er ist so hoch wie bei der Wasserlinse oder der Sojabohne. Auch Mineralstoffe und Vitamine hat sie reichlich. Sie wirkt auf den menschlichen Organismus entgiftend und blutreinigend, ist gut gegen Rheuma und Gicht und wirkt auch bei Leber- und Gallenleiden.
Rezepte:
Brennnessel-Bärlauch-Gratin


