Hopfen

Hopfen Vor allem in Auwäldern und an Flussufern findet man den Hopfen. Dort ist der Boden in der Regel feucht und humusreich. Die Triebe winden sich spiralartig suchend um alles, was erreichbar ist, auch die benachbarten Hopfenranken. Oft wachsen sie auch an den abgestorbenen Ranken der vergangenen Jahre hoch. Der vierkantige, rau behaarte Stängel windet sich in Rechtsdrehung korkenzieherartig bis zu 6 m hoch. Er hat herzförmige, gegenständige Blätter, die drei- bzw. fünffach gelappt sind. Sie sind besonders auf der Unterseite sehr rau und am Rand gesägt. Die Blüten erscheinen zwischen Juni und August und sind unscheinbar grünlich zu Trauben gebündelt. Eine Pflanze hat entweder nur männliche oder weibliche Blüten. Die an den weiblichen Pflanzen entstehenden Fruchttrauben sehen durch die hautartigen Flügel der einzelnen Früchte wie kleine Zapfen aus.

Für den Sammler sind beim Hopfen die Sprossenspitzen und die Früchte interessant. Von März bis Mai kann man die Sprosse, die sich bereits ein gutes Stück aus dem Boden in die höheren Sphären ihrer Nachbarn gewunden haben, ernten. Alles, was mit den Fingernägeln abgeknipst werden kann, ist zart genug, um verwertet zu werden. Es kann als Salat, Spinat, spargelartig gedünstet und zum Anreichern von Omeletten verwendet werden.

Es gibt ausgesprochene Fans dieser Wildpflanze. Die Häutchen der "Zapfen" sondern ein mehlartiges Gemisch aus Harzen, ätherischen Ölen, Wachsen, Baldriansäure und den Bitterstoffen Lupulin und Humulon ab. Dieses Gemisch fördert den Appetit und regt die Verdauung an, aber den Rest des Leibes macht es schläfrig. Wer also unter Schlafstörungen leidet, dem hilft der Hopfen. Man kann die Früchte in Getränke einlegen und sie darin ziehen lassen.

Früher kam die einschläfernde und lustmindernde Wirkung des Hopfens den Mönchen gerade recht. Sie half ihnen, ihr Keuchheitsgelübde einzuhalten. Das Bier wurde so von einem anregenden Getränk zu einem Massenberuhigungsmittel!

Weitere Informationen zu Wildfrüchten und Wildgemüse