Wenn Sie ein Stück Obstbaumwiese oder eine Hecke in oder an Ihrem Garten haben, ist sicherlich auch der Gundermann vertreten.
Der Gundermann hat oben am Stängel herzförmige, unten eher nierenförmige, gestielte Blätter. Wie sein Zweitname "Gundelrebe" schon andeutet, ist er ein hauptsächlich kriechendes Gewächs und wird nicht größer als 20 cm. Die vierkantigen, feinbehaarten Stängel liegen meistens am Boden und treiben an den Knoten Wurzeln. Er ist ausdauernd und das ganze Jahr über grün. Seine Lippenblüten sind blauviolett geärbt. Sie stehen immer zu sechst quirlartig beieinander und schauen in eine Richtung. Blütezeit ist von März bis Mai.
Der Gundermann ist klein von Gestalt. aber sehr kraftvoll. Man erkennt seine Kraft auch an seinem Aroma. Die Blätter werden von April bis November, ja sogar auch über den Winter geerntet. Wegen ihres intensiven Geschmacks sind sie vor allem als Gewürz geeignet. Sowohl für Salate als auch für Suppen und Soßen. Wegen seines Gehalts an Vitaminen, Mineralstoffen und ätherischen Ölen wirkt er appetitanregend und verdauungsfördernd und ist überhaupt gut für den Stoffwechsel. Seine Kraft zeigt sich auch in den Heilwirkungen: Er wirkt hustenlindernd, adstringierend und leicht harntreibend. Für unsere Vorfahren war er eines der wichtigsten Wundheilungsmittel, das auch vereiterte Wunden zuheilen ließ.
Bevor Mönche in England im 17. Jahrhundert die Verwendung des Hopfens einführten, war der Gundermann die wichtigste Bierwürze. Warum der Wandel? Nun, der Hopfen dämpfte den Sexualtrieb - dies war eine von der Kirche gewünschte Eigenschaft. Der Gundermann galt hingegen als hellsichtig machende Pflanze, was der Kirche natürlich missfiel.
Rezepte:
Im Rohr gebackenes Fleisch mit Gundermann
Wildkräuteraufstrich
Gundermann
Deutsche Pute
Galbani
Henglein
Milram
Rama Cremefine
Toppits