Sachsen-Anhalt gehört zu den geschichtsträchtigsten Bundesländern Deutschlands.
In Wittenberg lebte und wirkte z. B. Martin Luther, der mit seinem Thesenanschlag an die dortige Schlosskirche die christliche Welt reformierte. Johann Sebastian Bach schuf in Köthen seine ´Brandenburgischen Konzerte´ und die Künstleravantgarde am „Dessauer Bauhaus„ prägte mit ihren bahnbrechenden Ideen maßgeblich die Kunst des 20. Jahrhunderts.
Der Fund der "Himmelsscheibe" im Jahre 1999 bei Nebra sorgte dann endgültig dafür, dass Sachsen-Anhalt zu einem Begriff über die deutsche Landesgrenze hinaus wurde.
Die Landschaft in Sachsen-Anhalt ist abwechslungsreich und wie geschaffen für Erholungssuchende. Hier findet man das größte zusammenhängende Waldgebiet der Mitteldeutschen Tiefebene, viele Seen, die im Zuge der Rekultivierung des Jahrhunderte währenden Bergbaus entstanden sind und im Saale / Unstrut Gebiet ein ca. 600 Hektar großes Weinanbaugebiet mit Tradition. Der erste Nachweis, dass hier Wein erzeugt wurde datiert aus dem Jahre 998. Die Hauptrebsorte ist heute der Müller-Thurgau.
Goethe, der dem Wein bekanntlich nicht abgeneigt war, hielt sich oft und gern vor allem in Bad Lauchstädt auf und tafelte hier fürstlich - eine Speisenfolge von 8 Gängen ist belegt, vier davon waren meist Fleischgänge. Zu einem seiner Lieblingsgerichte zählte „Ochsenfleisch mit Meerrettich“.
Am bekanntesten ist Sachsen-Anhalt jedoch durch den Harz, der mit Niedersachsen und Thüringen geteilt wird. Dieses sehr alte Gebirge ist mit dem Brocken, der auf ca. 1142 Meter ansteigt, das höchste Mittelgebirge nördlich des Mains.
Die Ess- und Trinkgewohnheiten der Menschen sagen viel über die Geschichte, über die Kultur und den Lebensstandard von früher und heute aus.
Bis ins Hochmittelalter bestand die Grundnahrung der einfachen Bevölkerung weitestgehend aus Brei und Mus. Brot war bis ins 13. Jahrhundert ein Leckerbissen,
Fleisch gab es dagegen nur für diejenigen, die das Jagdrecht hatten oder sich übers Jahr ein Schwein mästen konnten.
Heute nehmen vor allem Wildgerichte und Fisch einen festen Platz in der Küche Sachsen-Anhalts ein. Besonders beliebt sind Bachforellen. Nachdem die Wasserqualität der Harzflüsse in den letzten Jahren besser geworden ist, sind sie wieder reichlich vorhanden. Auch Flusskrebse siedeln sich wieder an.
Eine weitere ganz besondere Spezialität aus dem Harzerland ist der “Harzer Käse” - Liebhaber dieser aromatisch duftenden Spezialität essen ihn mit Zwiebeln und leicht mit Salz und Pfeffer gewürzt auf einem frischgebackenen Brot mit Gänse- oder Schweineschmalz.
Im nördlichste Teil Sachsen-Anhalts, der Altmark, gibt es ebenfalls köstliche Fisch- und Wildgerichte und im Frühjahr den Spargel.
Eine Besonderheit ist auch der “Salzwedeler Baumkuchen”. Dieses Gebäck wird schon sehr lange gebacken, allerdings erfolgte erst 1843 eine urkundliche Erwähnung anlässlich eines Besuches von König Friedrich Wilhelm IV.
Die “Magdeburger Börde” kann für sich in Anspruch nehmen, die Wiege des Kartoffelanbaus in deutschen Landen zu sein. 1772 verfügte Friedrich der Große per Dekret den Anbau der Kartoffel. Ganz klar, dass es in diesem Gebiet bis heute jede Menge Kartoffelgerichte gibt - von herzhaft/deftig bis fein und zart.
Berühmt ist allerdings ein Gericht aus Schweinefleisch: die “Pottsuse” – Schmalzfleisch. Und wer in dieser Gegend “Bördespeck“ auf der Speisekarte findet, bekommt keinen Schweinespeck, sondern geräucherten Käse!
In der Anhaltiner Gegend, wo Martin Luther zu Hause war, wird zwar auch heute noch die einfache regionale Küche der Hausfrauen bevorzugt, allerdings versteht man es durchaus ebenfalls, kulinarische Köstlichkeiten auf den Tisch zu bringen, Gerichte mit Zerbster Spargel, Dessauer Speckkuchen und Bernburger Zwiebelfleisch sind nur einige Beispiele.
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