Die Maibowle - Waldmeister in seiner schönsten Variante!

Maibowle - so macht man die leckere Bowle selbst

Der Wonnemonat Mai steht vor der Tür und mit ihm die Blütezeit eines bekannten Kräutleins namens Waldmeister, auch Waldmännchen oder Maikraut genannt. Wer jetzt an giftgrünen Wackelpudding oder an ein bekanntes Biergetränk mit Schuss denkt, der liegt damit schon ganz richtig, auch wenn frischer Waldmeister wenig künstlich schmeckt und eigentlich keine gravierende Färbung hervorruft. Großer Beliebtheit erfreut sich das weiß blühende Kraut deshalb im Frühlingstrunk schlechthin: der Maibowle.

Maibowle

Wer einmal Maibowle selbst zubereitet und probiert hat, wird sich dieser Tage wieder einmal aufmachen, um den Waldmeister zu finden, zu trocknen und anschließend kopfüber in die bekannte Bowle zu hängen, der er den typischen Geschmack verleiht. Doch es ist Eile angesagt, für die Zubereitung von Maibowle wird das Kraut am besten noch vor der Blüte geerntet, dann sind die Blätter am aromatischsten.

Maibowle: Wein, Sekt und Waldmeister

Waldmeister ist der wichtigste Teil der Maibowle und hauptsächlich in lichten Buchenwäldern zu finden. Die kleine grüne Pflanze wächst gerne im Unterholz in großen Gruppen, wird ca. 15-25 cm hoch und ist an den aufrechten vierkantigen Stängeln mit 6-8 gleich großen Blättern bestückt, die an einen Quirl oder Stern erinnern. Von Mai bis Juni trägt der Waldmeister kleine weiße Blüten und ist optisch leicht mit seinem engen Verwandten dem `Weißen Labkraut` zu verwechseln. Zerreibt man jedoch die Blätter mit den Fingern und bricht somit die Zellstrukturen auf, ist der Waldmeister leicht an seinem süßen Duft und einer leichten Heunote zu erkennen.

Maibowle - durch Cumarin gefährlich?

Für diesen Geruch ist der Inhaltsstoff Cumarin verantwortlich, der sich erst beim Trocknen bzw. welk werden bildet und das uns bekannte vanillige Waldmeisteraroma entfaltet. Cumarin in geringen Dosen kann krampflösend und beruhigend wirken und wird in der Naturheilkunde gegen Kopfschmerzen und Einschlafstörungen empfohlen. Eine zu hohe Konzentration von Cumarin kann dagegen leicht giftig sein, Kopfschmerzen verursachen und zu Übelkeit und Schwindel führen. So werden für die meisten Rezepte für Maibowle drei Stängel pro Liter Flüssigkeit empfohlen, das sind bis zu 10 Milligramm Cumarin, die aus ca. 3 Gramm getrockneter Pflanzen herausgelöst werden. Nach neuesten Erkenntnissen stellen sich die unliebsamen Nebenwirkungen der Maibowle aber erst ab 500 Milligramm Cumarin ein, man bräuchte also eine ganze Menge Waldmeister, um mit einer gesundheitsschädlichen Wirkung rechnen zu müssen. Wer trotzdem schon einmal Kopfschmerzen von einer Maibowle bekommen hat, sollte dafür wohl eher den zuviel getrunkenen Alkohol verantwortlich machen.

Maibowle

Maibowle - so gelingt die leckere Bowle

Für diejenigen, die sich botanisch nicht so gut auskennen oder das Kraut in Wald oder Garten nicht finden, Waldmeister für Maibowle kann man auch in Baumärkten, Wochenmärkten und Gartencentern erwerben.
Empfohlen wird, Waldmeister für eine Maibowle vor der Blüte zu verwenden, da der Geschmack noch kräftiger ist als während der Blütezeit.
Bevor man das Maikraut nun kopfüber zu einem Sträußchen geschnürt in einen frischen leichten Weißwein hängt, darf man nicht vergessen, den Waldmeister für einige Stunden, besser über Nacht, an einem gut gelüfteten Ort antrocknen zu lassen, denn nur so kann er sein Aroma entfalten. Wenn die Maibowle etwas schneller fertig sein muss, hilft es, den Waldmeister für eine halbe Stunde ins Gefrierfach zu legen. Ist er getrocknet/welk und bereit zur Verwendung, gibt man entweder die einzelnen Blätter in die Maibowle oder hängt das Kraut samt Stielen in das Bowlegefäß und deckt dies ab. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Stielenden nicht mit dem Weißwein in Berührung kommen, denn diese können die Maibowle bitter machen.

Eine halbe bis zwei Stunden sollte der Waldmeister im Wein ziehen, dann wird er wieder entfernt. Nach Belieben kann der Maibowle nun eine weitere Flasche Wein, Erdbeeren, Zitronen- oder Orangenscheiben hinzugefügt werden. Auch Blätter und Blüten von Erd- oder Johannisbeeren werten die Maibowle optisch auf, Lavendel, Estragon, Salbei oder Minze verleihen zusätzlichen Geschmack. Kurz vor dem Servieren wird die Maibowle mit einer eisgekühlten Flasche Sekt aufgefüllt und kann anschließend genossen werden.
Wer die Bowle lieber einmal antialkoholisch probieren möchte, der nimmt ganz einfach statt Weißwein Apfelsaft und als Ersatz für den Sekt ein sprudelndes Mineralwasser.

Rezepte für Maibowle

Rezepte für Maibowle können von Region zu Region unterschiedlich sein, deshalb haben wir fünf verschiedene Rezepte für Sie herausgesucht. Sie können sich so eine Maibowle nach Ihrem eigenen Geschmack aussuchen und in diesem Jahr vielleicht das erste Mal selbst zubereiten! Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!