Lavendel wurde schon in der Antike als Zusatz für Bäder und Waschungen genutzt. Damit sollten Unreinheiten des Körpers, aber auch des Geistes gebannt werden.
Die Blüten und Blätter sollen auch Liebende auf geistiger Ebene verbunden und Hindernisse vertrieben haben, welche sich den Liebenden in den Weg stellten.
Der „Echte Lavendel“ (Angustifolia) kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wächst auch heute noch vorrangig in Spanien und Frankreich wild. Angebaut wird im Süden Frankreichs allerdings vorrangig die Art “Lavandin“, eine Hybride aus dem Lavendel Angustifolia und dem Speiklavendel (Latifolia) einer breiteren und krautigeren Art, der vorwiegend von der Kosmetikindustrie genutzt wird. Seit jeher ist der Lippenblütler aufgrund seines einzigartigen Duftes bekannt, wer einmal ein blühendes Lavendelfeld in Südfrankreich in der Nase hatte, weiß warum das violette Kraut solch eine Beliebtheit genießt. Auch in unserer Region hat der Lavendel heute seinen Platz in Gärten oder als Balkonpflanze gefunden. Neben der tollen Optik und dem intensiven Geruch ist er darüber hinaus seit langem als Heilpflanze bekannt und gilt als kleines Wunderkraut gegen vielerlei Malessen, wie z.B. Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, kolikartige Schmerzen, Depressionen, Migräne, nervliche Erschöpfung, Magenschmerzen oder psychische Spannungszustände. Hier einige Verwendungs- und Dosierungsbeispiele:
Lavendelbad zur Entkrampfung bei Regelschmerzen, aber auch bei Gicht, Rheumatismus, Nervenentzündungen
100 g Blüten mit 2 l kochendem Wasser überbrühen, abseihen. Dann abgekühlt dem Bad zugeben (Vollbad). Nicht länger als 15 min. darin baden.
Lavendelaufguss (Tee) bei Migräne und Kopfschmerz
1 TL Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10-15 min. abgedeckt ziehen lassen, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen. Dann nach Bedarf sofort trinken, wirkt krampflösend und beruhigend. Der Kräuteraufguss (Tee) sollte nicht länger als vier Wochen regelmäßig genossen werden, da bei einer Gewöhnung an den Körper die Wirkung nachlässt. Dies gilt grundsätzlich bei jedem Kräutertee mit Heilwirkung.
Lavendelaufguss (Tee) als Einschlafhilfe bei Schlafstörungen
¼ l kochendes Wasser auf 2 gehäufte TL Lavendelblüten geben. 10 min. abgedeckt ziehen lassen und anschließend trinken.
Kräuterkissen als Einschlafhilfe auch bei Babys
Ein Gemisch aus Lavendelblüten, Melisseblättern und Hopfenzapfen in ein gefülltes Kissen (Watte, Mull oder andere Füllung) einarbeiten und unter das Kopfkissen legen, der Duft wirkt beruhigend.
Lavendelaufguss bei Heuschnupfen
10 g Blüten mit 1 l kochendes Wasser übergießen, 10 min. abgedeckt ziehen lassen und dann mindestens 10 min. inhalieren.
Lavendelöl gegen Erschöpfung
Einige Tropfen ätherisches Öl in ein Behältnis mit Wasser geben und verdunsten lassen. Das Öl ist in Apotheken sowie Reformhäusern erhältlich und kann auch pur auf die Schläfen gerieben werden.
Ätherisches Lavendelöl bei Akne
5 Tropfen ätherisches Öl mit 2 EL Basis-Öl (Oliven- oder Mandelöl) vermischen und täglich 2 x auf die entzündetet Hautstelle auftupfen.
Lavendel als Desinfektionsmittel
Die gesamten Stängel ½ Stunde in Wasser köcheln lassen. Je weniger Wasser übrig bleibt, umso intensiver und stärker wird das Desinfektionsmittel. Dies kann, nachdem es durch ein Sieb gegeben wurde, zur Reinigung von Spüle und Bad verwendet werden und ist eine Woche im Kühlschrank lagerfähig.
Lavendel als Schutz gegen Insekten
Ein kleiner Strauß Lavendel oder in einem Leinsäckchen verpackt, schützt im Kleiderschrank vor Motten.
Kleiner Tipp: Lavendel in Potpourris. Dies bietet sich beim Lavendel schon allein wegen der tollen Optik an. Die aromatischen Mischungen können sehr unterschiedlich sein, so passt zum Lavendel z.B. Rose, Jasmin oder Holunderblüten. Einfach alles getrocknet oder frisch in ein Gefäß gegeben und schon kann man sich am Duft sowie an der Farbenpracht im Haus erfreuen.


