Schon lange gehört der Apfel in die Winter- und Weihnachtszeit, denken wir nur an einen festlich geschmückten Christ- oder Weihnachtsbaum mit roten Äpfeln und Nüssen, wie es schon vor einigen hundert Jahren Tradition war. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, aus dem leckeren roten Baumbehang Bratäpfel zu zaubern.
Doch schon zu Beginn bis hin zum Ende der kalten Jahreszeit stand diese Leckerei hoch im Kurs. Eigentlich kein Wunder, bedenkt man, dass Süßigkeiten rar gesät waren und es im Winter zudem sonst kein frisches Obst gab. Meist haben sich die Menschen zur damaligen Zeit bereits im Herbst einen kleinen Vorrat an eingekellerten Äpfeln zugelegt. Sie waren das einzige haltbare Obst, das im Winter zur Verfügung stand und wichtige Vitamine lieferte. Doch auch ein Apfel sieht nach mehrwöchiger oder gar monatelanger Lagerung nicht mehr so ganz frisch aus, aber ans Wegwerfen dachte damals keiner, schließlich gab es sonst nicht viel. Hatten sich bräunliche Druckstellen gebildet, wurden diese abgeschnitten und es wurde Apfelmus, Kompott oder eben ein Bratapfel daraus gemacht. Nach der Garzeit in der Bratröhre des Kachelofens, sah jeder Apfel unansehnlich aus, da die Schale geplatzt war, doch der Geschmack war hervorragend und ist seit je her bei jung und alt beliebt.
Besonders die klassische Methode (hierfür wird der Apfel gewaschen, das Kerngehäuse ausgestochen und mit Zucker und Zimt bestreut im Ofen gebraten) ist noch heute die bevorzugte Zubereitungsart, meist wird dazu Vanillesauce gereicht. Doch gibt es inzwischen viele verschiedene Rezepte, den am besten leicht säuerlichen Apfel zu füllen. Einige Ideen, welche Zutaten es sich gerne im Apfelinneren gemütlich machen, haben wir für Sie aus unserer Rezeptdatenbank herausgesucht:
- Bratapfel mit Rosinen-Mandelfüllung
- Bratäpfel im Nussmantel
- Bratapfel mit Vanillepudding
- Marzipan-Bratäpfel
- Bratapfel mit Dominosteinen
- Weihnachts-Bratapfel
- Calvados-Bratapfel
- Bratäpfel mit Quark-Mandel Füllung
- Bratapfel mit Schneehaube
- Schokoladen-Bratäpfel
Und wenn die süßen Äpfelchen bereits im Ofen braten, dann lesen Sie Ihren Kindern doch schon einmal das Gedicht über den Bratapfel vor, so bleiben die als bayrisches Volkgut geltenden Zeilen auch weiterhin in Erinnerung und mit ihnen das leckere Bratobst!
Der Bratapfel
Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.
Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel.
Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.Bayrisches Volksgut



