Zeit für Hausmannskost

Sauerkraut und Rotkohl – selbst gemacht

SauerkrautSauerkraut

 Früher gab es keine Gemüse-Konserven, alle Zutaten kamen direkt vom Feld und wurden frisch zubereitet. So auch Sauerkraut und Rotkohl.
Rot- und Weißkohl gehören auch heute noch zu den gesündesten Gemüsesorten, denn die unscheinbar wirkenden Kohlköpfe enthalten wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die uns gerade in den Wintermonaten sehr zugute kommen. Noch immer begleiten sie unsere Hausmannskost und sind beliebt wie eh und je. Allerdings macht sich kaum noch jemand heute die Arbeit, Sauerkraut selbst herzustellen, denn der Gärungsprozess, der aus Weißkohl das wohl schmeckende säuerliche Kraut macht, ist sehr langwierig.
Meist aus Erzählungen der Großeltern weiß man, dass die Kohlköpfe erst gehobelt wurden und schichtweise mit Salz, Kümmel oder auch Wachholderbeeren in einem Gärbottich oder Tontopf Platz fanden. Wichtig war das anschließende Stampfen (je nach Größe des Bottichs mit den Füßen oder mit einem Krautstampfer), bis der Krautsaft den Inhalt bedeckte, dadurch wurde das Kraut so fest zusammengedrückt, dass sich keine Lufteinschlüsse und damit verbunden später Schimmel bilden konnte. Die letzte Schicht bestand aus ganzen Kohlblättern, anschließend wurde der Bottich oder der Topf mit einem Deckel verschlossen und evtl. noch ein beschwerender Gegenstand darauf gelegt. Der Gärprozess, an einem kühlen dunklen Ort, dauerte mindestens vier Wochen, danach war es haltbar und stand für den Verzehr zur Verfügung.
Nur wenige werden dieses Herstellungsverfahren noch kennen oder es sogar anwenden, ist es doch weitaus weniger arbeitsaufwendig eine Dose zu öffnen, oder frisch abgepacktes Sauerkraut zu kaufen. Für diejenigen, die ihr Sauerkraut immer noch (oder wieder) selbst herstellen, gibt es allerdings geschmacklich nichts Besseres. Wer keinen Bottich im Keller stehen hat, dem sei dieses Rezept ans Herz gelegt, hier wird das Kraut in Gläser gefüllt! Isst man das Kraut roh, soll es durch die entstandenen Milchsäurebakterien Infektionen vorbeugen und eine gesunde Darmflora fördern.

Rotkohl

Schneller und einfacher herzustellen ist Rotkohl. Auch hier wird der Krautkopf zuerst in Streifen gehobelt. Anschließend macht es sich das noch „blaue Kraut“ schon im Kochtopf mit Zwiebeln und Gewürzen (z.B. Kümmel, Lorbeer oder Nelken), etwas Wasser oder Rotwein gemütlich. Nach ca. zwei Stunden kann das inzwischen „rote Kraut“ nach Belieben mit Speck, Äpfeln, Rosinen, Preisel- oder Johannisbeerengelee verfeinert werden. Eine Arbeit, die sich wirklich lohnt, also einfach einmal ausprobieren!