Fastnacht, Fasching, Karneval

Aschermittwoch und die Fastenspeisen

Schon am Fastnachtsdienstag hört man in den Hochburgen des Narrenvolkes immer wieder "am Aschermittwoch ist alles vorbei" und nimmt dies zum Anlass, noch tiefer ins Glas zu sehen und noch ein paar Krapfen mehr zu essen. Ob jeder der Sänger so recht weiß, was er damit meint? Wahrscheinlich trauert er mehr der ausgelassenen Zeit hinterher, als dass er wirklich Angst vor der Fastenzeit hat! Denn diese wird ja bekanntlich heutzutage nicht mehr gar so streng wie z.B. im Mittelalter eingehalten und öffentlich Buße, wie es bis zum Ende des 11. Jh. üblich war, müssen die armen Sünder heute auch nicht mehr tun.

Die Asche in "Aschermittwoch" verweist auf das Feuer - Feuer verwandelt, reinigt, schafft aber auch Neues. Dadurch, dass der Mensch sich "Asche auf's Haupt" streut, zeigt er an, dass er bereit ist, sich zu wandeln, zu bessern, ein neuer Mensch zu werden. Unter christlichen Aspekten betrachtet läutet der Aschermittwoch die 40 -tägige Fastenzeit vor Ostern ein. Der Sinn des Fastens, oder besser dessen Bedeutung haben sich gewandelt: "Fasten" ist seit einigen Jahren wieder modern. Allerdings ist das Ziel nicht ein "reiner" Körper, sondern eher ein "knackiger" und ob dabei Geist und Seele eine Erneuerung erfahren, ist fraglich. Fasten muss aber nicht nur etwas mit dem Essen zu tun haben. Beschränkungen können wir uns auch auferlegen, indem wir liebe, aber ungesunde Gewohnheiten abstellen oder einschränken - thematisch gesehen gibt es dazu viele Möglichkeiten.

Wie dem nun auch sei und für welchen freiwilligen Verzicht wir uns entscheiden, essen müssen wir dabei in jedem Falle etwas!

Was sind "Fastenspeisen"?

Die klassischen Fastenspeisen sind Gemüse-, Fisch-, Wein-, Bier- und Wassersuppen mit Einlagen aus Reis, Graupen, Grieß usw. Milchsuppen gehören dazu sowie alle Brot- und Brötchen/Semmelspeisen, Milch und Käse sowie damit verbundene Gerichte, Pfannkuchen und vor allem Speisen mit Hülsenfrüchten. Ebenfalls beliebt waren süße und pikante Kaltschalen oder auch süße Speisen aus dicken Breien, die man wie die verbotenen Fleischspeisen formte.

Es gibt die Fastenbrezeln und -brot. Eine der wichtigsten Fastenspeisen ist jedoch der Fisch in all seiner Vielfalt der Arten und der Zubereitung, sowie Muscheln, Krebse und ähnliche Meeresfrüchte.