Aus den Opferfesten sind durch das Christentum Erntedankfeste geworden, und in vielen Orten ist es üblich, am Erntedanksonntag Getreide, Früchte und Blumen nach der Messe weihen zu lassen. Der Altar wird mit Ähren und Blumen geschmückt, oft brachten die Bauern eine große Garbe mit in die Kirche, die dann den Armen geschenkt wurde. In katholischen Gegenden zieht die Gemeinde vor dem Gottesdienst singend durch die Felder, und oft findet die Sonntagspredigt unter dem Erntekranzstatt, der über der Kanzel aufgehängt wird.
Erntedankfeste waren ebenso wie die Erntefeste bis in dieses Jahrhundert hinein eine vom Gutsherrn allen Arbeitern und Arbeiterinnen gegebene Tanzbelustigung mit Bewirtung, meist dem sogenannten Erntebier, wobei das Fest meist gleich nach der Kirche mit der Übergabe von Erntekrone oder Erntekranz begann.
Aber auch die Winzer feiern in den Weinbaugebieten ein geglücktes Weinjahr meist mit Federweißer und oft mit Winzerkuchen. Hier ein altes, überliefertes Rezept:
Winzerkuchen
Für die Füllung:
Aus den Teigzutaten einen formbaren Teig kneten und eingepackt 40 Minuten kalt legen. Dann in eine gut gefettete Springform drücken und sie damit auskleiden. Die gepellten und erkalteten Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken. Das Dörrfleisch, den Lauch und die Zwiebeln klein würfeln, mit etwas Butter in der Pfanne 3 Minuten unter Rühren anbraten und zu den Kartoffeln schütten. Die übrigen Zutaten für die Füllung dazugeben, alles durchmischen, in die Teigform geben und glatt streichen. Auf Wunsch mit verquirltem Ei bepinseln. Im Ofen bei 200° ca. 35 Minuten lang goldbraun backen. Der Kuchen schmeckt heiß, warm oder kalt.

Henglein
Rama Cremefine

