... die Lust am Unbekannten oder überbewertetes Geschmackserlebnis?
Unter „Strange Food“, was wörtlich leichthin mit „fremdartiges Essen“ übersetzt werden kann, gleichermaßen aber auch als sonderlich oder befremdlich durchgeht, versteht man den Genuss von nicht alltäglichen Speisen, insbesondere aus der Tierwelt anderer Länder.
Jerry Hopkins, Autor des Buches „Strange Food- skurrile Spezialitäten“, kommt zu dem Schluss, dass das, was gegessen wird, überwiegend eine Frage von Gewohnheit, Geschichte und Lebensumständen ist. Während eine Auster heutzutage als Delikatesse gilt, läuft es einem bei dem Gedanken Heuschrecken zu essen, eiskalt den Rücken runter.
In anderen Ländern kann man dagegen nicht verstehen, warum wir ausgerechnet Schweinchen Babe, Osterlämmer, Zeichentrick - Bambi oder Meister Lampe am liebsten zu uns nehmen. Die Gegensätze sind eindeutig riesig, die Frage ob sie überwunden werden und müssen, dahingestellt.
Meist lernt man das ein oder andere außergewöhnliche Geschmackserlebnis im Urlaub kennen. Wer sich einmal „getraut“ hat, etwas für unser Empfinden Außergewöhnliches zu probieren, gibt seine Erfahrungen gerne weiter. Während vorwiegend Frauen allein bei der Vorstellung, z.B. einen Alligator zu essen, angewidert reagieren, sieht man bei einigen Herren der Schöpfung ein Leuchten in den Augen. Krokodil?! Wahnsinn, dass muss man mal probiert haben, das klingt gefährlich und übertrifft sogar jegliche Spanferkel-Phantasie!
Doch was macht den Reiz am Exotischen aus? Ein neues Geschmackserlebnis zu entdecken, ist für viele schon immer eine spannende Sache. So erfreuen sich so manche, damals noch als fremdartige Spezialität geltende, Lebensmittel heute größter Beliebtheit. Hätte im 16. Jahrhundert keiner in Europa die Kartoffel probiert und für gut befunden, wäre diese nun vielleicht nicht eine unserer wichtigsten Nutzpflanzen.
Sicher, die Hemmschwelle etwas Neues zu probieren, ist bei jedem Menschen unterschiedlich, das gilt auch bei mittlerweile bekannten „Leckerbissen“. So ist z.B. Hummer für die einen schon nichts Besonderes mehr, für andere ein Feinschmeckergenuss der besonderen Art, für wieder andere weit von einer Delikatesse entfernt und manch einer ist eventuell noch nie in den „Genuss“ gekommen, das seltsam aussehende Meereskrabbeltier zu kosten, will es vielleicht auch niemals.
Was einerseits lukullisch interessierte Anhänger findet, wird von anderen als überbewertet angesehen. Häufig hört man, Krokodil schmeckt wie Hühnchen oder Känguru wie Wild - wenn es sowie so kaum Unterschiede im Geschmack zu unserer heimischen Fleischauswahl gibt, dann braucht man es doch eigentlich gar nicht erst zu probieren, oder…? Rechtfertigt der bekannt vorkommende Gusto den z.T. recht hohen Preis des Unbekannten?
Das ist mehr als nur Geschmackssache, das ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst trifft.
Wir möchten Ihre Meinung zu dem Thema nicht beeinflussen, sondern unvoreingenommen ein paar exotische Fleischspezialitäten im Folgenden etwas genauer vorstellen. Um über Herkunft des Exportfleisches, Geschmack (der nur Anhaltspunkt sein kann, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden) und Zubereitung der exotischen Fleischsorten informieren zu können, stand uns unterstützend die Bennetts Trading OHG, mit einem Online-Shop für exotische Fleischspezialitäten im Internet unter www.bennetts.de vertreten, zur Seite. Auch Jerry Hopkins Buch „Strange Food – Skurrile Spezialitäten“, erschienen im Komet-Verlag, diente als Quelle.

Henglein
Rama Cremefine

