Wasser – alles über Mineralwasser, Trinkwasser & Co

Wasser – mehr als nur ein Durstlöscher

Manchmal gibt es nichts Besseres als ein Glas Wasser: Wenn man den ganzen Garten umgepflügt hat, von einer kleinen Wandertour zurückkehrt oder sich einfach nach der Sommerhitze erfrischen möchte, ist ein Mineralwasser nicht nur ein perfekter Durstlöscher, sondern schmeckt einfach richtig lecker. Aber was macht ein gutes Wasser aus? Ist Leitungswasser aus dem Hahn besser? Und welches Wasser passt zu welchem Menü oder Wein? Wir klären die wichtigsten Fragen rund ums Wasser, welche Inhaltsstoffe des Wassers Ihnen gut tun und verraten Ihnen, mit welchem Wasser Sie am besten backen und kochen.

Wasser mit Zitrone

Wasser ist unser Durstlöscher Nummer eins. Und jedem schmeckt es anders: stilles Wasser, mit prickelnder Kohlensäure oder medium, ob zur Saftschorle gemixt, mit Minze oder mit Zitronenscheiben aromatisiert. Doch auch pures Wasser schmeckt nicht immer gleich. Es gibt bemerkenswerte Unterschiede.

Mineralwasser, Trinkwasser, Tafelwasser – oder Heilwasser?

Es begegnet uns im Tagesablauf ständig: Trinkwasser aus der Leitung, als Grundversorgung direkt in unser Haus geliefert. Wir waschen, kochen oder duschen damit – dabei gibt Leitungswasser auch ein hervorragendes Trinkwasser ab! Als Teil der Grundversorgung in Deutschland wird Wasser aus unseren Leitungen streng geprüft. Die Qualität ist oft sogar so gut, dass es in punkto Inhaltsstoffe oder Reinheit einige Wasser aus der Flasche übertrifft. Trinken Sie also ruhig Wasser aus dem Hahn. Vorsichtig sein sollten Sie lediglich bei alten Bleileitungen oder bei Trinkwasser, das lange in den Rohren stand. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie das Wasser ein wenig ablaufen, bevor Sie es trinken. Im Zweifel hilft auch das Gesundheitsamt weiter. Doch generell gilt in Deutschland: Das Wasser, das durch die Grundversorgung bis ans Haus geliefert wird, ist trinkbar – und das Kästen schleppen spart man sich dabei genauso wie bares Geld.

Wasser gesund und direkt aus der Quelle

Viele schwören auf in Flaschen abgefülltes, natürliches Mineralwasser. Zu Recht, denn bei Mineralwasser handelt es sich um ein hochwertiges Lebensmittel. Es kommt von der Quelle direkt in die Flasche – und steckt voller Mineralstoffe und Spurenelemente. Unterirdisch wurde das Wasser nicht nur durch Gestein sauber gewaschen, sondern nimmt tief im Boden auch wertvolle Stoffe wie Calcium oder Magnesium auf. So bringt das Wasser aus jeder Region eine besondere Kombination an Nährstoffen und Spurenelementen mit – und schmeckt dadurch auch individuell unterschiedlich. In Deutschland gibt es über 250 Quellen, bestimmt gibt es auch in Ihrer Nähe einen Mineralbrunnen. Probieren Sie sich durch die verschiedenen Marken, vielleicht schmeckt Ihnen das Wasser aus Ihrer Region sogar am besten.

Quellwasser schließlich unterliegt den selben Regeln wie das Trinkwasser und muss aus einer unterirdischen Quelle abgefüllt werden. Allerdings müssen keine Grenzen für Mineralstoffe oder ähnliches eingehalten werden. Doch nicht jedes Wasser, das in Flaschen verkauft wird, ist auch natürliches Mineralwasser direkt aus der Quelle. Steht auf dem Etikett „Tafelwasser“, kauft man sich industriell gemischtes Wasser. Die Hersteller kombinieren Wasser aus verschiedenen Quellen, dabei dürfen auch etwa Meerwasser oder Mineralstoffe hinzugefügt werden. Das ist jedoch kein Zeichen für schlechte Qualität, denn auch Tafelwasser unterliegt der Trinkwasserverordnung. Tafelwasser bekommt man auch oft in Restaurants serviert, wenn man Wasser bestellt. Da die Hersteller den Geschmack von Tafelwasser genau bestimmen können, wird es außerdem als Basis für Erfrischungsgetränke verwendet. Schließlich gibt es noch das Heilwasser. Es besitzt eine besonders gesunde und wertvolle Kombination aus Mineralstoffen und Spurenelementen und gilt sogar als Arzneimittel, seine Wirkung bei gewissen Leiden ist wissenschaftlich nachgewiesen. Heilwässer können zum Beispiel den Kreislauf oder das Herz gesundheitlich unterstützen.

Wasser – genug trinken ist wichtig

Egal ob Wasser aus der Flasche oder von der Grundversorgung aus der Leitung: Wasser erfüllt wichtige Funktionen in unserem Körper. So etwa beim Stoffwechsel. Die Flüssigkeit in unserem Körper arbeitet wie ein ausgeklügeltes Transportsystem: Sie bringt Nährstoffe in die Zellen und transportiert Abbauprodukte sowie Salze wieder ab. Wasser ist außerdem wichtig für unseren Wärmehaushalt. Es hilft dabei, die Körpertemperatur konstant zu halten. Erhält der Organismus zu wenig Wasser, spüren wir die Auswirkungen meist sehr schnell: Das Absacken des Blutdrucks, ein Rückgang der Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten sind nur einige mögliche Symptome. Doch diese lassen sich durch ausreichendes Trinken vermeiden. Empfohlen wird, täglich anderthalb bis zwei Liter zu trinken, und dies möglichst gleichmäßig über den Tag verteilt. Auch zur Mahlzeit sollten Sie das Getränk nicht vergessen. Es macht die Nahrung leichter verdaulich und Ballaststoffe können ihre Wirkung besser entfalten. Das stärkt das Wohlbefinden und verhindert unangenehme Folgen von Flüssigkeitsmangel.

Nicht nur die Flüssigkeit an sich, auch die Inhaltsstoffe des Wassers unterstützen den Körper in seinen Funktionen. Dies hier sind die wichtigsten Spurenelemente und Mineralstoffe des Wassers und ihre Wirkungen auf den Körper:

  • Calcium stärkt vor allem die Knochen und Zähne, aber auch die Körperzellen und das Nervensystem. Wasser darf als calciumreiches Wasser bezeichnet werden, wenn 150 mg Calcium pro Liter enthalten sind.
  • Magnesium aktiviert den Energiestoffwechsel, fördert das Knochenwachstum und unterstützt die Muskelfunktion. Magnesium ist wichtig bei intensiven körperlichen Tätigkeiten, magnesiumreiches Mineralwasser muss 100 mg Magnesium pro Liter enthalten.
  • Natrium ist wichtig für die Muskelreizbarkeit, bei einem Mangel kann es zu Schwäche oder Übelkeit kommen. Nach einer Magen-Darm-Erkrankung kann Natrium wichtig sein. Natriumhaltiges Mineralwasser muss 200 mg oder mehr enthalten.
  • Chlorid ist für die Verdauung wichtig und regelt mit dem Natrium gemeinsam den Wasserhaushalt. Wasser mit 200 mg Chlorid pro Liter gilt als chloridhaltig.
  • Sulfate tragen zur Festigkeit von Haaren und Haut bei. Wasser mit 200 mg Sulfat oder mehr gilt als sulfathaltig.
  • Hydrogencarbonat oder Bicarbonat steckt in den Salzen in der Kohlensäure und reguliert den Säure-Basen-Haushalt. Ab 600 mg pro Liter spricht man von einem bicarbonathaltigen Wasser.

Welche Inhaltsstoffe im Wasser vorhanden sind, muss auf dem Etikett auf der Flasche ausgewiesen sein. Dort ist auch die Quelle verzeichnet, aus der das Wasser stammt.

Wasser zu Wein und Gerichten

Wasser passt perfekt als Begleitung zum Wein oder zu Speisen, da es über wenig Eigengeschmack verfügt. Doch nicht jedes Wasser schmeckt gleich, kleine Nuancen lassen uns bei der Kaufentscheidung zu einer ganz bestimmten Marke greifen. Dabei spielt nicht nur die Kohlensäure eine Rolle, sondern auch die spezielle Zusammenstellung der Mineralstoffe. Gerade als Begleitung für junge, frische Weine sollte das Mineralwasser nur wenige Mineralstoffe enthalten. Sonst verfälscht es den Geschmack des Rebensaftes. Etwa ein hoher Kochsalzgehalt des Wassers, der durch das Zusammenspiel von Natrium und Chlorid bestimmt wird, ist in jedem Fall ein Ausschlusskriterium. Kräftigen Rot- oder Weißweinen dagegen macht es nichts, wenn höher mineralisierte Wasser auf den Tisch kommen. Dasselbe gilt bei Speisen: Deftige Gerichte wie geschmortes oder gebratenes Fleisch mit dunklen Saucen können sich gut gegen Wasser mit einem hohen Mineralstoffanteil behaupten. Bei zarten Geschmacksnuancen ist dagegen Zurückhaltung angesagt. Als Begleitung zum Dessert sollten Feinschmecker besonders darauf achten, dass das Mineralwasser möglichst natriumarm ist. Generell sollten Sie auf stark sprudelnde Mineralwässer verzichten, wenn das Wasser nicht vom Geschmack ablenken soll - das gilt nicht nur für den Wein, sondern auch für das Menü.

Kochen mit Wasser: diese Wasser passen zu Teig & Co.

Dass man mit Mineralwasser kochen kann, ist nicht neu. Schon unsere Großeltern nutzten die sprudelnden Eigenschaften des Wassers, um den Teig schön locker zu bekommen. Kohlensäure wirkt bei Teig- und Backwaren als Triebmittel und kann Backpulver ersetzen, sodass der Teig lockerer wird. Auch bei Rührei oder Kartoffelpüree ist das zu bemerken. Neben der Kohlensäure ist auch der Mineralstoffgehalt eines Mineralwassers ausschlaggebend für seine Rolle in der Küche. Gemüse behält seine Farbe und leuchtet stärker, wenn es in Mineralwasser gegart wird. Die Aromen des Gemüses kommen so besser zur Geltung. Bei süßen Desserts sollte das Mineralwasser möglichst wenige Mineralstoffe enthalten, um den Geschmack nicht zu verfälschen. Reichhaltige Mousse au Chocolat wird schaumiger und leichter, wenn kurz vor der Fertigstellung Mineralwasser in die Masse gerührt wird. Auch Sorbets gelingen mit Mineralwasser besser.

Die besten Rezepte mit Wasser haben wir für Sie auf der folgenden Seite zusammengestellt.

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