Auch Amerikas TV-Queen Oprah Winfrey hat Anfang der 90er Jahre 40 Kilo abgenommen und hält seitdem so einigermaßen ihre schlanke Figur, obwohl es Zeiten gibt, in denen sie hart kämpfen muss. Geschäftstüchtig, wie sie ist, hat sie aus ihrer Dauerdiät kein Geheimnis gemacht. Jeder kann das Buch kaufen, in dem steht, wie sie es zusammen mit ihrem persönlichen Trainer Bob Greene geschafft hat. Das wirklich Einmalige an diesem Buch: Es stimmt! Ich selbst habe mithilfe von Oprah Winfrey vor zwei Jahren zehn Kilo in sechs Wochen abgenommen. Dass ich sie wieder zugenommen habe, steht auf einem anderen Blatt.
Oprah Winfrey hatte bei ihrer Diät allerdings den Vorteil, dass sie eigentlich kaum als Gourmet einzustufen ist, eher als eine Vielesserin. Aber: Sie hatte, bevor Bob Greene auftauchte, bereits seit zwei Jahren eine Köchin angestellt, die so fettarm wie möglich kochte. Mit ihren 1.65 m wog sie im Februar 1991 trotzdem 102 Kilo, und die Kurve ging immer noch bergauf. Ihr hübsches Gesicht war zu diesem Zeitpunkt so fett, dass man kaum noch ihre Augen sehen konnte. "Mein Körper hat mich im Stich gelassen", schrieb sie damals. Oprah Winfrey - die reichste Frau Amerikas, die mehreren Umfragen zufolge den größten gesellschaftlichen Einfluss auf die Nation hatte und hat, konnte trotz einer Diätköchin und trotz der besten Ärzte und allem Geld der Welt ihr Gewicht nicht kontrollieren.
Dann kam Bob Greene. Ihre Ernährung war ok, fand er. Bis auf eines: Sie aß zu wenig! Ein Stoffwechsel muss angekurbelt werden, damit er funktioniert. Sein Motto krempelte ihr Leben vollkommen um. Morgens eine halbe Stunde früher aufstehen, kurz aber heftig - einige Minuten bis zur Erschöpfungsgrenze - joggen oder walken, damit der Stoffwechsel auf Hochtouren kommt. Dann essen. Gut und viel. Aber fettarm. Höchstens 20 Gramm Fett pro Tag sollte man zu sich nehmen, wenn man einen müden Stoffwechsel hat und abnehmen will. Kein Alkohol, weil er den Stoffwechsel und die Disziplin, die man für das Diätleben braucht, negativ beeinflusst. Nach 20 Uhr kein Essen mehr - nicht einmal mehr eine Salzstange - damit sich der Stoffwechsel beruhigt. Im November 93 hatte sie ihr Zielgewicht von 67 Kilo erreicht. Ob man mit Oprah Winfreys Methode dauerhaft schlank sein kann, ist zweifelhaft. Aber bei einer sechs- bis achtwöchigen Kur erholen sich Magen und Leber, das Gewicht sinkt, die Lebensfreude steigt. Und mit den entsprechenden Rezepten können diese Wochen auch viel Spaß machen.
Die Methode:
Morgens vor dem Frühstück walken oder joggen. 20-30 Minuten reichen, zwei Minuten davon sollten jedoch bis zur Erschöpfungsgrenze gehen. Wie man sie erreicht und an was man sie erkennt, wird im Buch genau erklärt.
Dann ein gutes, fettfreies Frühstück.
Drei reichhaltige Mahlzeiten, mehrere Zwischenmahlzeiten, kein Essen mehr nach 20 Uhr. Kein Alkohol. Keine Eier, oder wenn, nur das Eiweiß und kein Brot (ich muss gestehen: Ich habe Eier und Brot gegessen, und trotzdem abgenommen. Und ein Glas Wein habe ich auch hin und wieder getrunken.)
Für sehr übergewichtige Personen oder Leute, die sich sehr wenig bewegen: Nicht von heute auf morgen anfangen. Besser ist es, einen Wanderurlaub zu machen oder vier Tage freizunehmen und an diesen Tagen dann lange Spaziergänge zu machen. So bereitet man sich langsam auf die ungewohnte Bewegung vor.
Bewegung am Nachtmittag oder in einer Stärke, bei der man sich mit anderen Leuten noch unterhalten kann, ist zwar gesund für den Körper, hat jedoch keinen Einfluss auf den Stoffwechsel. Man sollte es machen, wenn man Zeit und Lust hat, um in Form zu kommen, aber auf die Figur hat es kaum Einfluss.
Das Fett nicht von heute auf morgen aus dem Speiseplan streichen. Als erstes alle fetthaltigen Sachen aus der Küche entfernen (Chips, Wurst, Sahne etc.). Dann langsam beim Kochen weniger und weniger verwenden und sich so an das neue Kochen und den neuen Geschmack gewöhnen.
Die gute Nachricht: Zucker sollte eingeschränkt werden, ist aber nicht verboten. Und im Prinzip kann man essen, so viel, wie man will.
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Oprah Winfrey und ihre geniale - weil erfolgreiche - Diät
Artikel vom 10.05.2004
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