Olivenöl und die richtige Verwendung in der Küche

Kochen mit Olivenöl und viele Tipps rund um Olivenöl

Hierzulande herrscht große Unsicherheit, wie man Olivenöl in der Küche richtig verwendet. In den Mittelmeerländern wird naturbelassenes Olivenöl (Olivenöl nativ) seit jeher zum Kochen und Braten genutzt. Es ist sowohl in ernährungswissenschaftlicher Hinsicht als auch vom geschmacklichen Aspekt her bestens als Kochfett geeignet. Gerade beim Dünsten und Braten gibt das würzige Aroma eines guten Öls den Speisen erst die besondere Note. Dennoch gilt es auch hier zu differenzieren und den Unterschied zwischen den verschiedenen Olivenölen zu beachten.

Olivenöl

Mit Olivenöl kochen

Küchentechnisch unterscheidet sich natives Olivenöl durch folgende Kriterien von vielen anderen naturbelassenen Speiseölen: Es ist länger haltbar, und es erfährt beim Erhitzen die wenigsten Veränderungen. Die lebensmittelchemische Erklärung dafür lautet: Sobald Sauerstoff, Licht, Wärme oder auch Metalle auf andere pflanzliche Öle einwirken, oxidieren die Fettsäuren und zersetzen sich. Wird das Öl erhitzt, geht dieser Prozess noch schneller vonstatten. Und je höher ungesättigt Fettsäuren sind, desto instabiler und anfälliger sind sie gegenüber Zersetzungsprozessen.

Native Olivenöle sind dagegen relativ stabil. Das liegt an dem hohen Anteil an einfachungesättigten Fettsäuren im Olivenöl. Außerdem enthält Olivenöl (nativ) ausreichend natürliche Fettbegleitstoffe wie beispielsweise Tokopherole. Diese auch als Vitamin E bekannten Vitalstoffe bewahren das Olivenöl zusätzlich vor zersetzenden Oxidationsprozessen. All diese Eigenschaften sprechen dafür, dass man Olivenöle, die nativ sind, bedenkenlos zum Dünsten und Schmoren, zum schonenden Braten und, bei Beachtung einiger Regeln, sogar zum Frittieren gut verwenden kann.

Olivenöl: Grundregeln zum Umgang

Öl ist nicht gleich Öl. Das gilt auch für hochwertige Olivenöle. Einige Olivenöle sollte man lieber für Salate und Kaltspeisen verwenden, andere Olivenöle darf man ohne Bedenken erhitzen. Die geschmackliche Note, die man einer Speise verleihen möchte, wird zudem sehr stark vom verwendeten Olivenöl geprägt. Manche Olivenöle bringen Kräuteraromen zur vollen Entfaltung und harmonieren mit ihnen, wieder andere Olivenöle haben einen starken Eigengeschmack und überlagern damit feinere Aromen der Zutaten.

Olivenöl in Flaschen

Native Olivenöle nur bis 180 °C

Beim Garen und Dünsten sowie beim Backen und Braten bis 180 °C, was für die meisten Gerichte vollkommen ausreicht, zeigt natives Olivenöl keine wesentlichen chemischen Veränderungen. Sowohl "native Olivenöle extra" als auch "native Olivenöle" können deshalb gut bis zu dieser Temperatur erhitzt werden. So lautet die am häufigsten geäußerte Ansicht zu diesem Thema.

Es gibt jedoch auch einige Olivenölproduzenten, die vom Erhitzen nativer Olivenöle über 140°C abraten. Die natürlichen Fettbegleitstoffe, wie beispielsweise der sehr reaktive Farbstoff Chlorophyll, oder auch feine Fruchtfäden würden bereits bei diesen Temperaturen Schaden nehmen und es könnten Stoffe im Olivenöl entstehen, die der Gesundheit abträglich wären. Darüber hinaus wird bei der Erhitzung das wertvolle Vitamin E weitgehend zerstört. Bekannte Lebensmittelchemiker, wie etwa Udo Pollmer, sagen jedoch: Zu möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die beim Erhitzen von Olivenöl bis zu 180°C aufkommen könnten, gäbe es "nicht den Hauch einer wissenschaftlichen Begründung".

Raffiniertes Olivenöl bis 210°C

Die Güteklasse "raffiniertes Olivenöl" ist in jedem Fall äußerst hitzestabil und zum Erhitzen bis 210°C sehr gut geeignet. Dieses Olivenöl ist damit nicht nur zum Braten, sondern auch zum Frittieren uneingeschränkt zu empfehlen. Das leuchtet ein, da ja beim Raffinationsprozess von Ölen noch viel höhere Temperaturen entstehen als später in der Pfanne oder Friteuse. Dieses Öl kann man auch nach dem Braten abgießen und ein zweites Mal verwenden, vorausgesetzt, das Olivenöl hat den Geruch der frittierten Speisen (wie etwa Fisch oder Pommes frites) nicht angenommen.

Olivenöl in Pfanne

Olivenöl: Braten

  • Generell sollten alle Öle, gleich welcher Art, niemals in einer geschlossenen Pfanne erhitzt werden, sie könnten sich dabei entzünden.
  • Die richtige Temperatur von Olivenölen in der Pfanne ist wichtig. Kartoffeln, Gemüse, zartes Fleisch und Fisch brät man bei mäßiger Hitze. Die Temperatur ist genau richtig, wenn sich sprudelnde Bläschen im Olivenöl bilden, sobald man ein Stückchen Brot in das heiße Öl legt.
  • Steaks und Fleischstücke, die erst einmal angebraten werden sollen, gibt man in heißes Öl und brät sie besonders scharf an, damit das Fleisch nicht austrocknet. Wenn man einen Tropfen Wasser ins Öl träufelt und ein trockenes Prasseln hört, sind etwa 180°C erreicht, auf die man native Olivenöle höchstens erhitzen sollte.
  • Das Olivenöl sollte immer erst in die bereits heiße Pfanne hinein gegeben werden. Dann wird das Olivenöl auf 140°C bis 180°C erhitzt. Jetzt das Bratgut in das Olivenöl und von allen Seiten anbraten. Das Bratgut zuvor immer gut mit Küchenpapier trocken tupfen, um Spritzer zu vermeiden.
  • Während des Bratens kein kaltes Öl zugießen, da sonst der Bratvorgang unterbrochen wird und das Fleisch an Saft verliert.
  • Geben Sie nie unaufgetaute Tiefkühlkost in's heiße Öl. Das Bratgut saugt sich nämlich sofort mit Öl voll, die Temperatur sinkt stark und außerdem spritzt es fürchterlich.

 

Olivenöl: Schmoren

Fürs Schmoren benötigt man nur wenig Olivenöl. Das Öl sollte die Pfanne auskleiden, keinesfalls sollte das Bratgut im Öl schwimmen. Außen bildet sich eine braune Kruste - die Röststoffe ergeben später eine schmackhafte Sauce. Danach gießt man mit Gemüsebrühe, Wein oder Wasser auf und lässt das Ganze bei einer Temperatur von ca. 100°C im geschlossenen Topf garen. Die Nährstoffe des Olivenöls bleiben beim Schmoren weitgehend erhalten.

Olivenöl: Notwendige Gartemperaturen

Garmethode: Temperatur:
Dünsten, Kochen, Abschmelzen 100°C
Braten 120-180°C anbraten, später 200°C
Schmoren 140-180°C anbraten, nach Wasserzugabe 100°C
Backen 180-260°C das Backgut selbst hat eine niedrigere Temperatur
Frittieren 180°C

 

Olivenöl als ideales Frittierfett

In den Mittelmeerländern werden Kartoffeln, Fisch, Geflügel und Backwaren gerne mit Olivenöl frittiert. Dazu wird hitzestabiles, raffiniertes Olivenöl genommen. Das Öl ist heiß genug zum Frittieren, wenn man den Stiel eines Holzlöffels ins Öl taucht und sich Bläschen bilden. Es hat sich übrigens gezeigt, dass sich beim Frittieren um das Frittiergut rasch eine dünne, fetthaltige Kruste bildet, die ein weiteres Eindringen des Öls verhindert. In Olivenöl frittierte Kartoffeln sind damit also weniger fettreich als in der Pfanne gebratene Kartoffeln.

Wann ist Olivenöl für die Pfanne zu schade

Olivenöl pur

Hochwertige "extra native" Öle kann man zwar - wegen geringer Trans-Fettsäurenbildung und stabilem Fettsäurenmuster - problemlos bis auf 180 °C erhitzen. Sie büßen dabei aber etwas von ihrem Aroma ein, ebenso wie einen Teil der Vitamine und sekundären Inhaltsstoffe. Daher sind erhitzte Öle für die Gesundheit weniger wertvoll als wenn die Olivenöle kalt verwendet werden. Eigentlich sind sehr teure extra native Olivenöle auch zum Braten und Schmoren zu kostbar. Schließlich ist es unökonomisch, ein teures Olivenöl von erlesenem Geschmack zu erwerben, das schonend bei möglichst niedrigen Temperaturen gepresst wurde, um das Olivenöl dann in der Pfanne auf weit über 100 °C zu erhitzen. Wertvolle naturbelassene Olivenöle (oder gar ein Tröpfchenöl) gibt man daher besser an Salate oder kalte (Vor-)Speisen. Oder man verfeinert mit diesem Olivenöl (wie in anderen Küchen mit Butter) Suppen, Gemüse, Kartoffelbrei etc. erst, nachdem man die Gerichte vom Herd genommen hat.

In unserer Datenbank finden Sie viele Rezepte mit Olivenöl.

Olivenöl: Den Rauchpunkt vermeiden

Olivenöl sollte, wie alle Öle und Fette, beim Braten keinesfalls überhitzt werden. Das ist immer dann der Fall, wenn das Öl zu rauchen beginnt. Als Rauchpunkt wird die Temperatur bezeichnet, bei der sich ein Öl (oder Fett) unter Rauchentwicklung zersetzt, wenn es unter Einwirkung von Sauerstoff erhitzt wird. Eigentlich sagt es einem schon der gesunde Menschenverstand, dass Öl, das raucht und qualmt, also in der Pfanne verbrennt, weder dem Gaumen noch der Gesundheit zuträglich sein kann. Es gibt aber auch eine wissenschaftliche Begründung dafür:

Bei einer Überhitzung kommt es zur Zersetzung der Triglyzeride, zunächst in Glyzerin und freie Fettsäuren. Wird das Öl noch heißer, dann entsteht aus dem Glyzerin schädliches Acrolein. Die Fettzersetzung macht sich in beißendem Geruch und bläulichen Acroleindämpfen bemerkbar. Acrolein reizt die Augen und die Schleimhäute. Wäre man sehr oft solchen Dämpfen ausgesetzt, kann dies zu Bronchitis und schlimmstenfalls sogar zu einer Lungenentzündung führen. Auch eine Krebs erregende Wirkung ist nicht ausgeschlossen. Rauchendes Öl und darin gebratene Speisen bekommen einen strengen, bitteren Geschmack.

Rauchpunkt einiger Fette und Öle

Folgende Temperaturen sollen nach Möglichkeit nicht erreicht werden:

Butter 150°C
Native Pflanzenöle 140°C bis 190°C
Native Olivenöle 190°C
Raffiniertes Olivenöl 220°C
Kokosfett 230°C


Wird ein besonders würziges Olivenöl erhitzt, so können bereits vor Erreichen von 180 °C würzige Dämpfe aufsteigen, die jedoch nichts mit der eben beschriebenen toxischen Rauchentwicklung zu tun haben.

Wer über einen Gasherd verfügt, kann die Hitzeentwicklung des Olivenöls übrigens sehr gut steuern. Bei elektrischen Öfen hingegen sollte man das Öl lieber länger auf einer mittleren Temperatur erhitzen, da es sonst zu schnell zu heiß wird.

Olivenöl und andere Fette: Tipps

  • Fette und Öle werden nicht nur durch zu starkes, sondern auch durch mehrmaliges Erhitzen zersetzt. Daher sollte man Öle nach dem Braten in der Regel nicht noch mal verwenden.
  • Hochwertiges Frittierfett hingegen darf man nach dem Gebrauch filtern, um Lebensmittelreste zu entfernen. Das gefilterte Frittieröl kann dann noch bis zu zehnmal verwendet werden.
  • Salatölmarinaden kann man ein zweites Mal verwenden, wenn sie kühl gestellt werden.
  • Gemüse lässt sich verfeinern, wenn es vor dem Kochen zwei Stunden in eine Kräuter - Öl -Marinade gelegt wird
  • Zum Salat stets Öl verwenden: Erst durch ÖL können die fettlöslichen Vitamine für den Körper nutzbar gemacht werden.
  • Nach dem Braten oder Frittieren das Fleisch, Gemüse oder Schmalzgebackene auf ein Stück Küchenkrepp legen, damit. überschüssiges Fett aufgesaugt wird.
  • Frittieröl am besten in einer verschlossenen Flasche an einem dunklen Ort aufbewahren, damit es nicht mit Sauerstoff in Berührung kommt.

 

 

Olivenöl: So erkennen Sie gutes Olivenöl

Gerade bei der Reinheit von Olivenöl, wird der Verbraucher häufig im Unklaren gelassen, ebenso über Qualität und Herkunft. Grundsätzlich unterscheidet die EU-Olivenölverordnung drei Güteklassen:

  • natives Olivenöl Extra
  • Natives Olivenöl
  • Olivenöl

Beim Nativen Olivenöl Extra (Olio Extra Vergine di Olivia) handelt es sich um ein naturbelassenes (nativ) Olivenöl der „Extra"-Klasse.

Natives Olivenöl (Olio Vergine di Olivia) ist ebenfalls ein naturbelassenes Öl, weist jedoch in der Qualität leichte Fehler auf. Es ist im deutschen Handel nicht erhältlich.

Olivenöl (Olio di Olivia) ist ein raffiniertes (thermisch und chemisch behandeltes) Produkt, welches häufig in Großküchen Verwendung findet.

Olivenöl: Merkmale „kaltgepresst" und „1. Pressung"

Für viele Konsumenten von Olivenöl ist ein „kaltgepresstes" und mit „1. Pressung" deklariertes Olivenöl ein Qualitätsmerkmal. Tatsächlich gibt es schlicht und ergreifend nur noch eine Pressung. Früher, als die Ölpressen noch per Hand bewegt wurden, gab es mehrere Pressungen unter Zuhilfenahme von heißem Wasser. Heute beträgt die Verarbeitungstemperatur zwischen 16°C und 32°C und ist somit nicht wirklich kalt, aber eben auch nicht mehr heiß, man spricht auch von „kaltextrahieren".

Ganz entscheidend beim Kauf eines Olivenöls sollte der Blick auf das Etikett sein. Grundsätzlich ist es so, dass alle nativen Olivenöle Extra zur besten Güteklasse gehören, wobei dies keine Wertung der Olivenölverordnung ist, sondern sich lediglich auf die korrekte Herstellung bezieht. So gibt es in dieser Kategorie von Olivenöl noch wesentliche Qualitätsunterschiede. Hier ist ein Blick auf das Etikett des Olivenöls hilfreich. Ein gutes Olivenöl enthält auf dem Etikett folgende Hinweise: Name des Produzenten und das Anbaugebiet, sprich „Produziert und abgefüllt von xy in z". Sind diese Angaben nicht zu finden, handelt es sich bei diesem Olivenöl mit Sicherheit um einen Blend (Mischung) aus einem oder gar mehreren Ländern. Diese Blends haben dementsprechend wenig eigenen Charakter und schmecken immer gleich. Unerlässlich sind auch Erntejahr und Zeitpunkt der Abfüllung bzw. Mindesthaltbarkeit. Wünschenswert ist die Nennung der Olivensorte. Spitzenprodukte im Bereich Olivenöl findet man vorwiegend in Feinkostläden, bei Weinhändlern, direkt beim Hersteller oder einem Spezial-Händler im Internet.

Olivenöl mit Kräutern

Olivenöl: Preisunterschiede

Ein Olivenöl, bei dem bis zu 80% der Kosten durch Handarbeit bei Ernte und Baumpflege entstehen, kann nicht im Supermarkt für drei Euro zu haben sein. Mit Olivenöl ist es wie mit Wein: Das Gebiet, die Lage, die Erntemethoden und natürlich die produzierte Menge an Olivenöl bestimmen den Verkaufspreis. Viele native Olivenöle werden deshalb auch unter Preisgesichtspunkten gemischt und kommen als Mittelmeer- oder EU-Blend auf den Markt. Je enger das Anbaugebiet eingegrenzt ist und je mehr die Verbraucher die dort geleistete Verarbeitung schätzen, desto höher kann der Preis für Olivenöl ausfallen, besonders, wenn das Öl auch noch einen besonderen geschmacklichen Wert und Charakter hat. Die Preise für ein gutes Öl belaufen sich im Schnitt auf 12-13 Euro, pro halben Liter, es gibt aber durchaus auch Ausnahmen, die etwas preisgünstiger (um 10 Euro) oder auch erheblich teuer sind (bis 20 Euro pro halben Liter).

Olivenöl: Große geschmackliche Unterschiede

Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl, ähnlich wie beim Wein, gibt es auch beim Olivenöl geschmackliche Unterschiede. Jedes Öl hat seinen individuellen Charakter, welcher durch Herkunft und Qualität der Früchte, Boden sowie Klima beeinflusst wird. Die Unterschiede bei Olivenöl sind Produzentenabhängig, generell wird der Geschmack von Olivenöl jedoch in drei große Kategorien unterteilt: Fein-fruchtig, Mittel-fruchtig und Intensiv-fruchtig. Ein fein-fruchtiges Olivenöl ist sehr mild, hat eine leichte Bitternote und ein wenig Schärfe. Der Anteil der bitteren und pfeffrigen Komponenten nimmt bei Mittel-fruchtig und Intensiv-fruchtig zu und lassen das Öl eindeutig kräftiger schmecken, vor allem wenn man sie pur probiert. Je nach Schärfeanteil kann das Olivenöl sogar ein wenig im Hals kratzen, was ein hohes Qualitätsmerkmal ist.

Olivenöl: Die Olivenauswahl

Für ein frisches aromatisches Olivenöl werden vorwiegend grüne bis violette Oliven verwendet. Jede Olive ist zunächst grün, im Laufe des Reifeprozesses verfärbt sich die Olive violett und wird schwarz, wenn sie komplett reif ist. Dann schmeckt die Olive jedoch schon fast überreif und wenig aromatisch, dass daraus gewonnen Öl ist nicht sehr hochwertig. Für einen optimal ausgewogenen Geschmack braucht man besonders viele grüne Oliven, die gerade dabei sind, ins violette überzugehen. Komplett grün geerntete Oliven ergeben ein weitaus kräftigeres bzw. schärferes Öl.

Olivenöl: Die Herstellung

Die Ernte der Oliven beginnt im Mittelmeer-Raum im Oktober und dauert bis Ende Dezember, manchmal bis Januar. Von der Sorgfalt bei der Ernte hängen in erheblichem Maße die Ölausbeute und die Qualität des Öls ab, deshalb ist die häufigste Erntemethode von Oliven immer noch von Hand. Dabei ist Schnelligkeit und sorgfältigste Behandlung der Oliven unabdingbar, ist die Haut der Olive einmal verletzt oder hat der natürliche Abbauprozess begonnen, ist die Qualität des Öls beeinträchtigt.

Ist die Ernte eingefahren, werden die Oliven von Blättern befreit, gewaschen und zerkleinert, in der Regel mit Kern. Aus dem entstandenen Fruchtbrei wird in einer einzigen mechanischen Pressung Flüssigkeit gewonnen. Sie besteht aus Öl und Fruchtwasser, welche im so genannten Dekanter mittels Zentrifuge vom Restbrei getrennt wird. In einer weiteren Zentrifuge wird das Öl schließlich vom Fruchtwasser getrennt. Im Vergleich zur nostalgischen Pressung auf Mühlsteinen zwischen Strohmatten, ist das moderne Verfahren der Extraktion weitaus hygienischer und bringt in der Regel bessere Öle hervor.

Olivenöl: Olivenernte

Olivenöl: Praktische Hinweise für die Aufbewahrung

Olivenöl dunkel und verschlossen aufbewahren

Olivenöl ist reich am Farbstoff Chlorophyll, daher auch die schöne grüne Farbe. Unter der Einwirkung von Licht treibt dieser Farbstoff aber die oxidative Zersetzung des Öls voran. Olivenöl ist dadurch sehr lichtempfindlich. In dunklen Gefäßen ist Olivenöl jedoch lange haltbar. Aus diesem Grund wird gutes Olivenöl immer in getönten Flaschen geliefert. Auch im Haushalt sollte das Öl stets gut verschlossen, dunkel und kühl aufbewahrt werden. Am besten eignet sich eine dunkle Speisekammer, bei einer Temperatur zwischen 6 und 16 °C, für die Aufbewahrung von Olivenöl. Einmal geöffnetes Öl sollte zügig verbraucht werden. Wer das Öl in einer hellen Flasche erworben hat, kann das Olivenöl auch in eine Tüte aus Packpapier stellen.

Wie lang ist Olivenöl haltbar

Native Olivenöle halten sich verschlossen 12 bis 18 Monate (auf das Mindesthaltbarkeitsdatum des Olivenöls achten). Nach zwölf Monaten büßen die

Olivenöle etwas an Aroma ein, sind aber noch immer sehr gut verwendbar. Frisches Öl schmeckt allerdings am besten und ist auch am gesündesten. Daher sollte man immer ein Öl mit möglichst langem Mindesthaltbarkeitsdatum wählen. Raffinierte Olivenöle halten sich mindestens zwei Jahre, meist sogar noch viel länger. Sollten Sie einmal ranziges Öl haben, schütten Sie es nicht weg - Olivenöl lässt sich prima als Lampenöl verwenden. Das gilt natürlich nur für noch nicht in der Küche verwendetes Olivenöl. Andernfalls muss altes Öl zur Sondermülldeponie gebracht werden.

Keine Angst vor Flocken im Olivenöl

Olivenöl, das im Kühlschrank aufbewahrt wird, flockt bei niedrigen Temperaturen naturgemäß aus. Das bedeutet keine Qualitätsminderung des Öls, sondern ist vielmehr ein Zeichen seiner Naturbelassenheit. Auf Zimmertemperatur erwärmt, lösen sich die Flocken rasch wieder auf.


Belassen Sie Ihr Olivenöl immer in der Originalverpackung und schütten Sie es nicht in Glaskaraffen um, da bei diesem Vorgang zu viel Sauerstoff an das Öl gelangen kann und es so leichter ranzig wird. Beim Würzen, Marinieren und Mischen von Salatdressings sollte das Olivenöl am besten Zimmertemperatur haben, da es sich dann am schnellsten mit den anderen Zutaten verbindet.

Verwendungsmöglichkeiten von Olivenöl

Güteklasse Kalte Küche Warme Küche
Extra native Olivenöle und native Olivenöle Salat, Rohkost,
Dressings, Marinaden
Bis 180°C dünsten, z. B. Gemüse schmoren, schonend braten, z. B. Fleisch, Fisch
Olivenöl (raffiniert) Salate, Rohkost, Dressings, Marinaden Bis 210°C dünsten, schmoren, braten, frittieren
Oliventresteröl Marinaden Bis 210°C braten frittieren


Olivenöl ist äußerst vielseitig verwendbar, wie die mediterrane Küche beweist. Gerichte von

einfach bis raffiniert bekommen mit Olivenöl südliches Flair. Schon wenige Tropfen Olivenöl runden das Aroma von Saucen, Suppen und gedünstetem Gemüse ab. Fisch und Steaks werden besonders zart und schmackhaft, wenn man sie einige Stunden vor dem Braten mit Olivenöl, Knoblauch und Kräutern mariniert. Marinierte Oliven sind beliebt und bekannt als Antipasti, also kleine Appetithappen, die vor der Pasta gereicht werden, oder auch, wie die spanischen Tapas, den Aperitif begleiten.

Oliven selbst marinieren

Olivenöl marinieren

Wenn man zu viele Oliven eingekauft hat und sie nicht bald verbrauchen kann, empfiehlt sich das Einlegen in eine Marinade, damit sich die Früchte länger halten. Dazu gibt es vielerlei pikante Rezepte für nahezu jeden Gaumen. Auch nicht so geschmacksintensive Oliven oder solche, die nur in Salzlake eingelegt sind, kann man mit würzigen Marinaden aufwerten.

Grüne Knoblaucholiven

1 Glas grüne Oliven in Salzlake
2 Knoblauchzehen
Prise Oregano
extra natives Olivenöl
Weißweinessig

Von Oliven in Salzlake die Hälfte der Flüssigkeit abgießen, den Rest auffangen. Die Oliven in ein Schraubglas füllen. Die Knoblauchzehen durchpressen. Die Oliven mit dem Oregano und dem Knoblauch gut vermischen. Die Salzlake zu gleichen Teilen mit Olivenöl und Weißweinessig mischen. Die Marinade über die Oliven gießen, so dass sie vollständig bedeckt sind.

Oliven mindestens 2 Wochen im Kühlschrank durchziehen lassen und auch dort aufbewahren.

Oliven mit Kräutern der Provence

200 g Oliven
2 TL Kräuter der Provence
1-2 Knoblauchzehen
8 EL extra natives Olivenöl

In einer Schüssel die Oliven gut mit den Kräutern der Provence vermengen. Nach Belieben 1 oder 2 durchgepresste Knoblauchzehen dazugeben. Die Kräuteroliven in ein Schraubglas füllen. Olivenöl darüber gießen, so dass die Oliven bedeckt sind. Die Oliven einige Tage im verschlossenen Glas ziehen lassen.

Für pikante Oliven verfährt man ebenso, nur dass die Gewürzmischung aus 1 bis 2 in Streifen geschnittenen roten Pfefferschoten, etwas schwarzem Pfeffer aus der Mühle, 1 Teelöffel Kräuter der Provence oder 1 Teelöffel Thymian und 1 bis 2 Knoblauchzehen besteht.

Nehmen Sie in Öl marinierte Oliven immer mit sauberem Besteck (am besten einem Plastiklöffel) aus dem Glas. Bitte auch darauf achten, dass die Oliven stets mit Öl bedeckt sind. So halten sie sich monatelang, auch wenn das Glas schon geöffnet wurde. Kommen die Oliven mit Luft oder Metall in Berührung, fangen sie rasch an zu schimmeln.


In unserer Datenbank finden Sie viele Rezepte mit Olivenöl.

Olivenöl und andere Öle selber machen

Olivenöle

Pflanzliche Öle sind gesund. Sie schützen das Herz, indem sie die Blutfette senken und wirken dank des hohen Vitamin – E – Gehaltes zellschützend.

Walnussöl
Dieses Öl ist teuer. So können Sie es sich selbst herstellen:
Sie brauchen1 Liter Rapsöl, 200 g gehackte Wal- oder Haselnüsse. Zusammen in einer Flasche ansetzen und 2 Wochen ins Dunkle stellen. Ab und zu leicht schütteln und nach der angegebenen zeit abseihen.

Chiliöl
Chilischoten, Knoblauchzehen, gehackte Zwiebeln und Kräuter zusammen (oder getrennt, je nach Geschmack) in Oliven- oder Sonnenblumenöl ansetzen und 1 Woche ziehen lassen. Öl nicht filtern, so bleibt es aromatischer.

Olivenöl
Olivenöl ist das wichtigste Öl der Mittelmeerküche. Beim Kauf lieber zu kaltgepresstem Öl ("extra virgine") greifen.
Unser Rezepttipp: 150 g Feta (Schafskäse) würfeln, mit Paprikastücken, Knoblauch und frischen Kräutern in ein Glas geben, mit Olivenöl bedecken und verschlossen einige Tage ziehen lassen.

Knoblauch – Rosmarin Öl
So schmeckt es auch bei Ihnen wie im Süden: Olivenöl mit Knoblauch (die Zehen von 3 Knoblauchknollen abziehen) und mit 2 Rosmarinzweigen in eine Flasche (0,7 L) geben, mit Olivenöl auffüllen. 7 Tage ziehen lassen. Zu allen mediterranen Salaten ein Gedicht!

Gewürzöl
2 Zweige Basilikum, 2 kleine Zweige Rosmarin, 3 Knoblauchzehen. 3 entkernte, halbierte, kleine Gewürzpeperoni, ½ TL Pfefferkörner, 1 Liter kaltgepresstes Öl. Alles zusammen zwei bis drei Wochen durchziehen lassen.

Pilzöl
5 kleine Steinpilze, 5 Salbeiblätter, ¾ L kaltgepresstes Öl, ½ TL Pfefferkörner.
Die geputzten, in Stücke geschnittenen Pilze mit dem Salbei und dem Pfeffer in Öl ansetzen und zwei bis drei Wochen durchziehen lassen.

Grillöl
½ Liter Öl, schwacher Löffel Paprikapulver, 1 TL Currypulver, 3 halbierte Knoblauchzehen, Rosmarin, 2 kleine Paprikaschoten, 1 Zweig Salbei und etwas majoran.
Die Gewürze in Öl ansetzen, etwas durchziehelassen und das Grillfleisch damit bestreichen oder das Grillfleisch eine Nacht ins Öl legen.

Beauty-Tipps mit Olivenöl und anderem Öl

Mit hochwertigen Pflanzenölen können Sie sich im Handumdrehen die tollsten Schönheitspackungen zaubern. Die Sommersonne strapaziert Haut und Haare. Die einfachsten Schönheitsmittel dagegen finden Sie in Ihrer Küche. Grundlage für die Pflegekuren sind hochwertige Pflanzenöle. Kaltgepresste Öle enthalten einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Und die glätten Fältchen, bringen Glanz ins Haar. Probieren sie's aus!

Haarkur
Sesamölmacht strohiges Haar wieder weich.
Das Rezept: Verquirlen Sie 3 Eigelb mit 3 TL Sesamöl und 2 TL Honig. Diese Kur ins trockene Haar einmassieren!
Wichtig: Die Spitzen nicht vergessen! Haare mit einer Folie abdecken, ein Handtuch als Turban darumwickeln. 2 Stunden einziehen lassen, danach die Haare mindestens zweimal mit mildem Shampoo waschen.

Olivenöl-Bad
Genießen Sie ein wunderbar entspannendes Wohlfühlerlebnis mit Hilfe des Olivenöls.
Geben Sie in das ca. 37° warme Wasser 1/4 Liter kaltgepresstes Olivenöl. Streicheln Sie die pflegenden Wirkstoffe einfach in die Haut, indem Sie den Körper immer wieder mit dem Ölwasser abreiben.

Avocadoöl-Maske
Sie glättet kleine Fältchen, sorgt für einen strahlenden Teint.
So wird es gemacht: 4 EL Avocadoöl (gibt's in Apotheken und Drogerien) im Wasserbad leicht erhitzen. 2 TL Honig zugeben. Die Mischung abkühlen lassen und unter 100 Gramm Quark rühren. Die Maske auf Gesicht und Dekollete auftragen (Augen, Mund und Nase aussparen). Maske eine halbe Stunde einwirken lassen und danach mit lauwarmem Wasser abnehmen.

Für alle hier vorgestellten Rezepte gilt: Sie können auch jedes andere kaltgepresste Pflanzenöl verwenden. Die pflegende Wirkung wird dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt.

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