Katerfrühstück: Was wirklich gegen den Kater hilft

Katerfrühstück: Schnell wieder fit werden

Was am Abend so schön war, ist am nächsten Tag doch einer zu viel gewesen. Kneipenluft, anrgeregte Unterhaltungen und Alkohol sind eine fatale Mischung, die einen erst am nächsten Morgen in die Knie zwingt. Schreckliches Schädelbrummen, flaues Gefühl im Magen und ein Brand, der nur kurzweilig gelöscht werden kann, sind die Folgen. Woran das liegt und was man dagegen tun kann, wenn der berühmte Kater zuschlägt – hier gibt es Tipps und die besten Rezepte für das Katerfrühstück, die wirklich helfen.

Katerfrühstück

Zum Katerfrühstück salzig essen

Wenn Sie am Vortag viel Alkohol getrunken haben, dann sind die Folgen Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Übelkeit. Ein sicheres Zeichen, dass der Körper mit dem Alkohol überfordert war. Der Grund für diese Symptome ist die Dehydratation des Körpers. Alkohol sorgt dafür, dass die Niere vermehrt Wasser ausscheidet. Der Körper verliert dadurch nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Das merken wir dann an Kopfschmerzen. Hinzu kommt, dass je nach Qualität des alkoholischen Getränks Fuselöle und Methanol aufgenommen werden – auch die sorgen für Katerstimmung am nächsten Tag. Um den Kopfschmerz und die Übelkeit wieder in den Griff zu bekommen, hilft es nur, die Defizite wieder auszugleichen. Also viel trinken und den Körper mit Mineralstoffen versorgen. Vor allem sauer Eingelegtes tut dem Körper jetzte gut: Saure Guren, Rollmops und Matjes sind zum Katerfrühstück eine gute Wahl. Ist der Magen dafür noch nicht stark genug, helfen auch Gemüsebrühe und Salzgebäck. Auch ein würziges Rührei kann bei einem Kater lecker schmecken. Wer nach dem Katerfrühstück noch einen Spaziergang an der frischen Luft macht, tut sich zusätzlich etwas Gutes. Das bringt den Kreislauf in Schwung und hilft den Alkohol abzubauen. 

Zum Katerfrühstück viel trinken

Bei der Dehydrierung der Zellen verlieren die Zellen nicht nur Wasser, sondern es werden Mineralstoffe und Vitamine mit ausgeschieden, die dem Körper nun merklich fehlen. Jetzt hilft nur noch weitertrinken, aber keinen Alkohol. Als Getränke sollten Sie Wasser, Tee und Saftschorlen wählen. Fruchtsaft hat viele Vitamine und Mineralstoffe, sollte pur aber nur als Genussmittel dienen und nicht als Durstlöscher. Besser ist es, den Fruchtsaft 1:3 mit Wasser zu verdünnen und so den Körper wieder aufzufrischen. Brühen Sie sich zum Katerfrühstück also eine Kanne Kräutertee oder stellen Sie sich eine Karaffe mit kohlensäurearmen Wasser oder einer Saftschorle bereit. Auch ein Glas Gemüsesaft ist beim Katerfrühstück empfehlenswert. Manche schwören auch auf eine Tasse Espresso. Der könnte tatsächlich gegen Kopfschmerzen helfen, da vermutet wird, das Koffein schmerzstillend wirkt.

Katerfrühstück: Leichte Kost statt schwerer Mahlzeit

Häufig wird geraten, zum Katerfrühstück deftig zu essen. Da die Leber – gerade schwer beschäftigt mit dem Alkoholabbau – auch maßgeblich am Stoffwechsel von Fett, Proteinen und Kohlenhydraten beteiligt ist, sollten diese nicht übermäßig zugeführt werden, sondern besser Lebensmittel mit einer hohen Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen, z.B. Gemüse. Dementsprechend eignen sich zum Katerfrühstück Gemüsesuppen, aber auch Hühnersuppen und andere Suppen und Eintöpfe. Wenn Sie vorausschauend sind und ein Kater schon abzusehen ist, dann können Sie Eintöpfe und Suppen schon vor der Feier zubereiten und im Tiefkühlfach bereithalten. Bei besonders flauem Magen darf auch nur die Brühe getrunken werden. Wer zum Katerfrühstück keine Lust zum Kochen hat, der kann Obst und Gemüse gedämpft essen – sie haben einen hohen Wassergehalt und viele Nährstoffe, da wird der Körper schnell wieder fit.

Gemüsesuppe zum Katerfrühstück

Doch bevor Sie an einem Kater leiden und ein Katerfrühstück überhaupt nötig haben, sollten Sie es lieber gar nicht dazu kommen lassen. Wir haben Tipps, wie Sie den Kater vermeiden.

Kater vermeiden: Wassershots zwischendurch statt Schnaps

Wer über mehrere Stunden nur Alkohol trinkt, sollte zwischendurch auch einmal Wasser trinken. Alkoholische Getränke sind keine Durstlöscher, sondern Genussmittel. Tanzen Sie die Nacht durch und gehen durstig zur Bar, bestellen Sie nicht nur alkoholische Getränke, sondern auch einen alkoholfreien Durstlöscher, am besten Wasser.

Wenn Sie merken, dass Ihr Rausch am Limit ist und Sie es über sind, die nächste Runde Schnaps mitzutrinken, aber nicht unhöflich sein möchten, weil jemand eine Runde spendiert, dann ist Wasser ebenfalls eine gute Lösung. Mit einem Schnapsglas voll Wasser kann man trotzdem mit anstoßen. Selbst wenn Sie nicht zuhause, sondern unterwegs sind, ist das Barpersonal meist so freundlich, einfach Leitungswasser in ein Glas zu schenken.

Iss fettig, dann verträgst Du mehr

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass man vor dem Feiern eine ordentliche Grundlage schaffen soll, denn dann würde man „mehr" vertragen. Alkohol wird über die Schleimhäute im Verdauungstrakt aufgenommen. Richtig ist, dass der Alkohol im gefüllten Magen zumindest verzögert über die Schleimhäute aufgenommen wird. Trotzdem verträgt man deshalb nicht mehr Alkohol. Ganz im Gegenteil, werden die getrunkenen Schnäpse sogar unterschätzt, da die berauschende Wirkung zeitverzögert auftritt. Die größere Trinkfestigkeit wird durch diese Zeitverzögerung nur vorgetäuscht. Eine gute Grundlage ist also keine Einladung, mehr zu trinken – sie verlangsamt nur die Alkoholaufnahme ins Blut. Übrigens hilft es auch zwischendurch etwas Fettiges zu essen: Nüsse, Käse, Oliven. Auch jetzt verlangsamen diese Speisen die Alkoholaufnahme ins Blut. 

Durcheinander trinken – ja oder nein?

„Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich Dir", lautet ein bekannter Spruch. Häufig wird er damit interpretiert, dass die Reihenfolge der Getränke eine Rolle spielen würde, wenn es einem am nächsten Tag besonders schlecht geht. Die wenigsten wissen jedoch, dass dieses Zitat von dem deutschen Bankier und Unternehmer Münchmeyer stammt. Dieser hat mit der Reihenfolge der Getränke wohl eher eine Metapher für den gesellschaftlichen Auf- bzw. Abstieg gemeint. Denn früher trank der Pöbel Bier und der Adel Wein. Diese Interpretation wird auch medizinisch bestätigt, denn die Reihenfolge der Getränke hat keinen Einfluss auf die Wirkung des Alkohols. Das heißt, man darf alkoholische Getränke und Cocktails ohne Befürchtungen ganz nach Belieben durcheinander trinken.

Eine Wirkung des Durcheinandertrinkens gibt es jedoch – man verliert leicht den Überblick. Trinkt man zunächst nur Wein oder Bier, lassen diese den Alkoholpegel langsam ansteigen. Trinkt man zwischendurch Schnäpse, knallen die entsprechend stärker rein. Je betrunkener man ist, desto weniger hat man im Blick, wie viel man schon getrunken hat, schmeckt den Alkohol aus Mischgetränken weniger heraus und trinkt deshalb eher über den „Durst". Die Gefahr zu viel zu trinken, ist beim Durcheinandertrinken deshalb größer, als wenn man sich für ein Getränk entscheidet. Eine Maßnahme dagegen ist, dass Sie leere Flaschen stehen lassen. So behalten Sie die Alkoholmenge besser im Blick und können darauf reagieren. Außerdem hilft es, sich vor der Feier ein Limit zu setzen, an das man sich hält.

Ein Kater nach einem Glas Wein – kann das sein?

Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie einen Kater hatten, obwohl Sie nur ein Glas Wein oder Sekt getrunken haben? Hier ist nicht die Menge Alkohol entscheidend, sondern die Toleranzschwelle von Histamin. Die Symptome einer Histaminintoleranz sind einem Kater ähnlich. Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Migräne und Schwindel können auftreten. Histamin ist vor allem in Rotwein, Champagner, Sekt und Likör enthalten. Wenig Histamin ist hingegen in Weißwein und Schnaps. Wenn Sie empfindlich auf Histamin reagieren, dann sollten Sie das bei der Getränkeauswahl berücksichtigen. Am besten ist es, bei einer Histaminintoleranz auf Alkohol zu verzichten. Denn Alkohol:

  • erleichtert die Aufnahme von Histamin vom Darm in die Blutbahn, 
  • hemmt das Enzym, das das Histamin abbauen würde.
  • sorgt dafür, dass der Körper sein gespeichertes Histamin ausschüttet.

Wenn Sie Histaminintoleranz haben, essen Sie zum Katerfrühstück möglichst keine histaminhaltigen Lebensmittel, sondern vor allem frische Lebensmittel. So enthält lang gereifter Käse viel Histamin, Frischkäse hingegen jedoch nicht. Beachten Sie außerdem für die Auswahl zum Katerfrühstück: Es gibt Lebensmittel, die die Bildung von körpereigenem Histamin begünstigen. Dazu gehören beispielsweise Tomaten – Bloody Mary zum Katerfrühstück fällt also leider aus. 

Wenn es dann doch passiert ist, und es Ihnen am Morgen nach einer feuchtfröhlichen Feier schlecht geht, dann schauen Sie auf die folgende Seite. Dort haben wir einige Rezepte für Ihr Katerfrühstück zusammengestellt. Sie liefern benötigte Vitamine, Nährstoffe und Flüssigkeit. Wir wünschen Ihnen gute Besserung und zumindest ein wenig Appetit auf Ihr Katerfrühstück!

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