Zimt: Vom Zimtstern über Kochen bis zu Wellness

Zimt im Essen – ein Löffel Orient

Zimt ist vielseitig einsetzbar

Zimt ist ein Gewürz. Und wie es sich für ein Gewürz gehört, macht es unser Essen interessanter. In herzhaften Fleischgerichten, in der Bolognese und im Curry ist Zimt eine Attraktion. Wer's nicht glauben will: Schaut einmal in die Zutatenangabe eurer orientalischen Gewürzmischungen zu Hause. Wahrscheinlich habt ihr mit Zimt bereits gekocht!

Zimt wächst an Bäumen – nicht als Frucht, sondern als dünne Innenschicht der Rinde von immergrünen Zimtbäumen. Die 275 Arten umfassende Gattung gehört zur Familie der Lorbeergewächse. Zur Gewinnung von Zimt werden aber nur wenige Arten herangezogen, von denen der maximal zwölf Meter hohe Echte Zimtbaum (Cinnamomum zeylanicum) aus Sri Lanka das feinste Aroma liefert. Eine schärfere und billigere Zimtvariante stammt aus Südchina (Kassia-Zimt oder Cinnamomum aromaticum), wird heute aber auch auf Sumatra angebaut.

Die dünne Rindenschicht rollt sich röhrenartig zusammen und ergibt, zu mehreren solcher Röhrchen zusammengefügt, den so genannten Stangenzimt (Canehl). Üblicherweise werden zehn getrocknete Zimt-Röllchen von je 0,3 bis 1 Millimeter Stärke ineinandergelegt und zu zehn Zentimeter langen Stangen geschnitten. Je dünner die papierartige Rinde ist, umso feiner ihr Geschmack. Üblich ist jedoch auch das Zimtpulver, das vorwiegend aus der chinesischen Baum-Variante gemahlen wird. Gemahlen oxidiert das Gewürz rasch und verliert seine ätherischen Öle, die etwa vier Prozent der Zimtrinde ausmachen. Deshalb sollten Endverbraucher gemahlenen Zimt in kleinen Mengen kaufen und möglichst schnell verwenden. Länger hat man an Zimtstangen Freude. Sie bleiben jahrelang aromatisch und werden am besten in einem dicht verschließbaren Glas trocken und dunkel aufbewahrt.

Orient auf dem Teller: mit Zimt würzen

Während die Verwendung von Zimt in den meisten europäischen Ländern auf Kuchen und Süßspeisen beschränkt ist, werden im Vorderen Orient Fleischeintöpfe damit gewürzt, insbesondere die mit Lammfleisch. Orientalische Lammstelzen mit Kartoffeln und Curry - Kokos - Lamm seien nur zwei Beispiele dafür. Auch Füllungen aus Trockenfrüchten für Geflügel oder Schweinebraten enthalten Zimt und nicht zuletzt schmeckt das edle Gewürz vorzüglich zu gebuttertem Kürbis oder zu Süßkartoffeln.

Was viele nicht wissen: Curry ist kein Gewürz, sondern eine Gewürzmischung, in der Zimt eine besondere Rolle spielt. In Indien hat jeder Koch und jede Hausfrau eine eigene Rezeptur für Currypaste und Currypulver, in der die Dosierung mit Zimt den Unterschied macht.

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Von: Anne Lucas, Länge: 2:05 Minuten, Aufrufe: 31.668



Zimt schmeckt würzig-süß, aber nicht zu süß. Eigentlich ist das Aroma unvergleichlich, kein anderes Gewürz hat diese milde Komponente. Zimt passt etwa zum Frühstücksmüsli gibt Kaffee oder Tee eine besondere Note, er harmoniert aber auch hervorragend mit scharfen Gewürzen.

Eine weitere Zimtvariante ist die Zimtblüte. Sie sieht einer Nelke sehr ähnlich und hat auch etwa die gleiche Größe. Die Zimtblüte ist die getrocknete Cassiaknospe, schmeckt intensiv süß-zimtig, ist aber der Größe wegen gut zu dosieren. Eine Zimtblüte zusammen mit etwas Sternanis und Wacholder z. B. eignet sich gute zur Aromatisierung von Wildsaucen. Es lohnt sich auf alle Fälle, nach Zimtblüten Ausschau zu halten.

Zimt: Wie steht es um die Gesundheit?

Seit rund 5000 Jahren, zunächst offenbar in China, verfeinert Zimt Speisen und hilft bei Magenschmerzen, Mundgeruch oder Blähungen. Die Römer der Antike nutzten Zimt als Gewürz und Arznei, als Parfüm, Räucherwerk oder als Opfergabe. Dass Zimt dem Magen gut tut und die Verdauung anregt, ist seit Jahrtausenden bekannt. Inzwischen weiß man auch, dass Zimt hilfreich für Diabetiker des Typs 2 sein kann, da Zimt sich positiv auf die Insulin- und Cholesterinwerte auswirkt. Zimt ist in unseren Regionen seit dem Mittelalter bekannt für seine Heilkraft. Allergiker müssen jedoch vorsichtig sein. Bei einer Überempfindlichkeit kann es beispielsweise zu Hautrötungen kommen.

Cumarin im Zimt: zur Wirkung

Vor allem im Cassia-Zimt, aber auch in Ceylon-Zimt, ist Cumarin enthalten, das als gesundheitsschädlich gilt. Cassia-Zimt enthält ca. 2g Cumarin pro kg, die gleiche Menge Ceylon-Zimt enthält dagegen nur ca. 0,02 g Cumarin. Cumarin kann ab einer bestimmten Dosierung die Leber schädigen, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor allem vor Weihnachten alljährlich eine Warnung vor zu viel Zimt-Konsum ausspricht. Vor allem in Fertigprodukten ist oft der billigere Cassia-Zimt mit einem höheren Gehalt an Cumarin enthalten. Ein Kleinkind etwa sollte täglich nicht mehr als 6 kleine Zimtsterne essen.

Für die Verwendung von Zimt in der Küche, zum Beispiel bei Milchreis, empfiehlt das BfR, sich an folgende Höchstwerte zu halten: Ein Erwachsener (Körpergewicht 60 kg) kann täglich 2g Zimt verzehren und ein Kleinkind (Körpergewicht 15 kg) darf täglich 0,5g Zimt zu sich nehmen, immer unter der Voraussetzung, dass auf keinem anderen Weg (durch Kosmetika über die Haut oder durch Einnahme von Zimt-Kapseln) Zimt zugeführt wird.

Ganzjähriger Genuss von Zimt

Solange ihr hochwertigen Zimt zum Kochen benutzt und auf die Menge achtet, steht einem ganzjährigen Genuss also nichts im Wege. Perfekt! Es wäre nämlich zu schade um die leckeren Gerichte mit Zimt, die ihr sonst verpassen würdet. Auf der nächsten Seite gibt es eine Kostprobe, wie ihr den Orient auf einen Löffel packt!

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