Erntezeit für Trüffel


Um auf ihr Versteck aufmerksam zu machen, duften die Trüffel empor .


Um auf ihr Versteck aufmerksam zu machen, muss die Trüffel empor duften. Doch was da aufsteigt, ist so zart, dass es besonders feiner und geschulter Nasen bedarf, den Edelpilz zu orten. Früher suchten meist Schweine, aber wenn man nicht aufpasste, fraßen die Nimmersatten ihre Funde sofort selbst. Heute bevorzugt man den Hund.
Man kann aber auch frühmorgens beobachten, wo die roten Trüffel - Fliegen ihren Tanz ausführen. Das ist nämlich mit Sicherheit der Fundort für Trüffeln. Die Fliege wird durch den verführerischen Duft zum Eierlegen in Pilznähe animiert.


"Trüffel-Markt: Die größte Sehenswürdigkeit der Kaufmannsstadt Carpentras ist ihr außergewöhnlicher Markt. Ein Karree davon wirkt geradezu mysteriös, dort geht es nur um Trüffeln. Am speziell eingerichteten Viereck präsentiert die Schar der Trüffel-Sucher ihre Funde in Körben, Beuteln, Säckchen.
Ins Innere dürfen nur die aus ganz Frankreich angereisten Händler und Makler. Aus der einstigen Trüffel- Hochburg Perigord sind Vertreter von Verarbeitungsfirmen angereist. Heute hat das Vaucluse allen anderen Regionen den Rang abgelaufen. Gezahlt wird in bar. Durchschnittspreis in dieser Woche: 350 Euro pro Kilo.
Ein Stückchen daneben läuft der kleine Markt der Trüffel-Liebhaber, wo man die geputzten Pilze auch einzeln kaufen kann. Aber man muss aufpassen, um nicht auf minderwertige Ware hereinzufallen."

Seit einiger Zeit kommen preiswerte Chinatrüffel zum Verkauf und werden für Verfälschungen verwendet. Auch werden hochwertigen italienischen Trüffeln die nicht so intensiven kroatischen beigemischt. Unterscheiden kann das nur der Fachmann und erst zu Hause bemerkt man, evtl., den Betrug.
Auch sind heute oft in teuren Konservenwaren die China - Trüffel verwendet worden - feststellen kann das der Verbraucher nicht mehr!
Es gibt insgesamt 70 Trüffelarten auf der Welt, 32 davon in Europa.
Sogar Kartoffelboviste wurden als Trüffel - Ersatz verwendet, da sie zwar scheußlich riechen aber trüffelig schmecken. Giftig sind sie nicht wirklich, wie mach einer denken mag.
Im 19. Jh. fand man Trüffel noch massenweise. Sie galten als stärkstes natürliches Aphrodisiakum und A. Dumas war der Ansicht: "In bestimmten Situationen machen Trüffeln Frauen zärtlicher und Männer liebesversessener."

Heute findet man in Frankreich nur noch ein Neuntel der damaligen Ernten. Ein Tipp ist, die schwarzen Trüffeln in Küchenpapier zu wickeln und mit einem Dutzend frischer Landeier im Schraubglas drei Tage im Kühlschrank zu lassen. Diese Eier sind, auch ohne weitere Zugabe der kostbaren Knolle, das herrlichste Trüffelgericht - ob weich gekocht, als Rührei, Spiegelei oder Omelett.
Nur einige hauchdünn gehobelte Trüffelscheiben, und schon setzt man einem Salat das i- Tüpfelchen auf:

Gobelinsalat:
Scheibchen von gekochten Kartoffeln, Knollensellerie, rohen Champignons, Artischockenböden und Trüffeln sowie Spargelspitzen mit Zitronenmayonnaise und gehacktem Estragon anmachen.

(Quelle für die in "" gesetzten Abschnitte ist die OZ)
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Artikel vom 07.05.2004
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