Neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen übernehmen auch Aromen und Farbstoffe zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper.
Sekundäre Pflanzenstoffe galten bis vor kurzem als überflüssig, denn sie tragen im eigentlichen Sinne nichts zu unserer Ernährung bei. Aber sie wirken in unserem Körper wie Medikamente.
Bis etwa Anfang der 90er Jahre glaubten die Forscher und Wissenschaftler sogar, die sekundären Pflanzenstoffe seien giftig. Doch in den letzten Jahren hat man entdeckt, dass die ca. 10.000 Einzelsubstanzen, die in unserer Nahrung vorkommen, viele positive Eigenschaften haben. Sie kommen zwar, wie Vitamine und Mineralstoffe, nur in geringen Mengen vor, stärken aber das Immunsystem, beugen Herz - Kreislauferkrankungen vor und unterstützen den Körper bei der Entgiftung.
Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: jeder sollte am Tag mindestens 200 Gramm Gemüse, eine Portion Salat von etwa 75 Gramm und mindestens ein bis zwei Stück Obst zu sich nehmen. Wer das nicht möchte oder mag, kann auch auf Obst- und Gemüsesäfte ausweichen.
Carotinoide
Von dem gelbroten Farbstoff gibt es mehr als 600 verschiedene Verbindungen. Am bekanntesten ist das Beta - Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Der positive Effekt: Die antioxidativen Eigenschaften der Carotinoide helfen bei Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen. Die aggressiven Sauerstoffverbindungen können hierdurch die Erbsubstanz und Gefäßwände nicht angreifen. Carotinoide werden in Verbindung mit Fett besonders gut aufgenommen.Vorkommen: Möhren, Kürbis, Tomaten, Aprikosen, Mangos und in grünblättrigem Gemüse wie z. B. die Kohlarten.
Protease - Inhibitoren
Sie blocken den zu frühen Abbau von gespeichertem Eiweiß ab, deshalb galten sie früher ais besonders schädlich. Die Folge aber ist: Krebszellen können nicht mehr so gut wachsen. Zudem verhindern einige dieser Inhibitoren das Angreifen aggressiver Sauerstoffverbindungen in den Zellen.Vorkommen: Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, Soja
Saponine
Insbesondere fungieren sie als Beschützer im Magen-Darm- Trakt. Das Cholesterin im Darm wird gebunden und kann somit nicht ins Blut gelangen. Sie sind sehr beständig, werden aber beim Einweichen oder Kochen der Lebensmittel herausgelöst. Also: Einweich- und Kochwasser mitverwenden.Vorkommen: Hülsenfrüchte
Sulfide
Die Tausendsassa unter den sekundären Pflanzenstoffen wirken nicht nur bei der Bekämpfung von Viren. Bakterien und Pilzen mit, sondern greifen auch in der Immunabwehr und bei hohem Cholesterinspiegel ein. Sulfide geben Zwiebeln, Knoblauch und Lauch das scharfe Aroma und gehen in Verbindung mit Sauerstoff, also beim Zerkleinern, schwefelartige Verbindungen ein.Da Sulfide stark antimikrobiell wirken, wurden sie noch im 1. Weltkrieg als keimtötendes Mittel bei der Wundbehandlung eingesetzt.
Vorkommen: Zwiebeln, Knoblauch, Laucharten
Glucosinolate
Sie verleihen Gemüse und Kräutern, z.B. Kresse, einen scharfen Geschmack (Senföle) und gelten als Heilmittel gegen Husten und Blasenentzündung. Krebs erregende Substanzen können durch die Glucosinolate nicht angreifen. Erst in Verbindung mit Sauerstoff werden sie freigesetztVorkommen: Meerrettich, Kresse, Blattkohlarten, Zwiebeln
Terpene
Diese Pflanzenstoffe verströmen ein einmaliges Aroma und sind in vielen Kräutern, Gewürzen und Früchten zu finden. Sehr bekannt ist das Menthol. Es gibt ca. 4500 verschiedenen Terpene, die aber noch nicht ausreichend erforscht wurden. Vorkommen: Kräuter und Gewürze
Phytoöstrogene
Man unterteile sie in Isoflavonoid und Lingane. Wobei man beiden eine hormonähnliche Wirkung nachsagt, die bei Brust- und Gebärmutterkrebs eine vorbeugende Wirkung haben soll. Die Forscher vermuten, dass sie Enzyme blockieren, die das Wachstum der Krebszellen auslösen.Vorkommen: Isoflavonoide in Hülsenfrüchten, Hauptsächlich in der Sojabohne, Lingane in Leinsamen, Soja, Weizen, Sesam, Walnüsse
Phytosterine
Ihre positive Wirkung entfaltet sich vorwiegend im Verdauungstrakt, wo sie auch eine gute Schutzwirkung gegenüber Dickdarmkrebs haben sollen. Außerdem tragen sie zu einer niedrigeren Cholesterinaufnahme bei. Phytosterine können nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen werden.Vorkommen: in naturbelassenen, ungereinigten Ölen und in Ölsaaten
Polyphenole
Sie sind in fast allen Pflanzen als Farb- oder Aromastoff zu finden und schützen uns vor Infektionen. Außerdem tragen sie dazu bei, dass bösartige Veränderungen der Zellen keine Chance haben. Bei einigen Pflanzen schützen sie das Fruchtfleisch vor Verderb. Da sich Polyphenole meist unter der Schale befinden, sollte man Obst und Gemüse ungeschält verzehren. Auch in den Randschichten von Getreide sind sie enthalten. Deshalb Vollkornprodukte bevorzugen.Vorkommen: in fast allen Pflanzen



