Im Frühjahr hat der Hering Saison


leckere "Grüne Heringe"

Für den Verbraucher gelten natürlich andere Unterscheidungskriterien. Im Handel wird der Hering frisch, gesalzen, sauer eingelegt, gebraten, geräuchert, in Sahnesauce oder Gelee angeboten. Am leckersten schmeckt natürlich der gebratene grüne Hering:

  • 8 frische Heringe
  • Salz und Pfeffer
  • 6 EL Mehl
  • 125 g Speckwürfel
  • 100 g Butter
    Heringe waschen, trocken tupfen sowie innen und außen salzen und pfeffern. 10 Minuten ziehen lassen. Währenddessen Speckwürfel in einer großen Pfanne auslassen. Den Speck herausnehmen, die Butter hinzufügen und dann die Heringe in Mehl wenden und von beiden Seiten jeweils 5 Minuten goldbraun braten. Den Fisch auf vorgewärmte Teller legen, den Speck noch mal in der Pfanne erhitzen und darüber verteilen und sofort servieren. Dazu passen Salzkartoffeln und grüner Salat oder Kartoffelsalat.


    Salzheringe sind als Nahrungsmittel heute nicht mehr so bedeutsam wie früher, als es noch keine lückenlose Kühlkette vom Fangschiff bis zum Einzelhändler gab. In ihrem "Appetitlexikon" aus dem Jahr 1894 schrieben die Feinschmecker Rudolf Habs und Ludwig Rosner über den Salzhering, er sei "ein Allerweltsgericht, das für den minder gut situierten Europäer von derselben Wichtigkeit ist wie etwa die Kartoffel". Und weiter lobten sie: "Der Stockfisch könnte uns allenfalls gestohlen werden, ohne dass die Welt darüber aus den Fugen ginge, käme aber eines Tages der Hering uns abhanden, so würden zahllose kleine Wirtschaftsetats in die Brüche gehen und nicht wenige häusliche Finanzminister die Flinte ins Korn werfen. Die kleine Küche weiß eben aus dem braven Pökelhering manches zu machen, wovon die große sich nichts träumen lässt."

    Nicht nur die armen Leute verdanken dem Hering viel. Der kleine Fisch hat auch bewiesen, dass er staatstragend sein kann. "Lass er die Dragoner reiten und grüne Heringe holen. Ich will sie täglich auf meiner Tafel sehen", befahl der Preußenkönig Friedrich II. seinem Küchenchef, denn er wollte den Fisch neben der Kartoffel als wichtigstes Volksnahrungsmittel propagieren.

    Eine noch bedeutendere Rolle nahm der sauer eingelegte Hering im Alltag des "Eisernen Kanzlers" ein: Bismarck pflegte so unmäßig und durcheinander zu essen, dass sein Leibarzt ihn auf eine radikale Diät aus sauren Heringen setzte. Bismarck war begeistert und rief aus: "Diese Heringe haben mich gesund gemacht." Ein findiger Konservenfabrikant bekam Wind davon und holte sich beim Reichskanzler die Erlaubnis, seinen sauren Heringen die Bezeichnung "Bismarckheringe" geben zu dürfen.

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    Artikel vom 07.05.2004
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