"Der frische Hering, welcher großen Nährwert hat und billig im Einkauf ist, kann auf folgende Art zubereitet und längere Zeit gut erhalten werden. Ist der frische Hering gereinigt und ausgenommen, so wasche ihn mit kaltem Wasser und lass ihn etwa 12 Stunden im Wasser liegen, dann 1 Tag in Salzwasser, trockne ihn ab und lege denselben in einen Steintopf, koche Essig mit Zwiebeln, Lorbeerblatt und Gewürzkörnern; wenn derselbe erkaltet ist, so gieße ihn auf den eingelegten Hering. Nach etwa 8 Tagen, wenn der Hering die innere Röthe verloren hat, ist derselbe zum Essen fertig."
Der Hering war also einmal als Nahrungsmittel für die Armen sehr wichtig war. Dass der Hering auch für anspruchsvollere Gemüter ein geeigneter Fisch ist, beweist die folgende Zubereitungsart, die in Hamburger Bürgerhäusern beliebt war:
Gefüllte Heringe:
Heringe ausnehmen, Kopf und Rückenflossen abschneiden, Gräten herauslösen, waschen und abtrocknen. Die Fische mit etwas Zitronensaft beträufeln sowie salzen und pfeffern. Die Eier fein hacken, mit dem Senf mischen und Petersilie, Dill, Kapern und die Hälfte der fein gehackten Zwiebeln hinzufügen. Die Füllung mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und die Heringe damit füllen. Die Fische in eine gefettete Form legen, Zitronensaft darüber träufeln und die restlichen Zwiebeln darüber streuen und bei 200 Grad 15 Minuten backen. Dazu schmecken Salzkartoffeln und Salat. Man kann in die Füllung auch noch feingehackte Apfelstücke geben.
(aus: "Scholle, Aal und Stippe" von R, Gutberlet)

Henglein
Rama Cremefine

