Schon seit Jahrhunderten dürfen Pilze auf keiner Speisekarte fehlen. Egal, ob anstelle von Fleisch oder als Beilage - die Vielseitigkeit der Zubereitung ist schier unerschöpflich.
Seit uralten Zeiten gehören Pilze zu unserer Nahrung. Nachweislich waren Trüffeln z. B. bereits vor 4000 Jahren im Zweistromland eine begehrte Delikatesse.
Im Altertum waren Pilze so geschätzt, dass sie bei den Römern sogar gegen Silber und Gold aufgewogen wurden. Wenn wir den Geschichtsschreibern glauben dürfen, dann bereitete der Gastgeber selbst die Pilzgerichte zu und servierte sie auf kostbarem Silbergeschirr.
Sogar eine Hymne auf den begehrtesten Pilz jener Zeit, den Kaiserling, wurde von Kaiser Tiberius hoch bezahlt.
Der Kaiserling ist ein in Südeuropa und Frankreich auch heute noch begehrter und gut sammelbarer Speisepilz. Leider findet man ihn in unseren Gebieten nur noch ausgesprochen selten, evtl. unter alten Eichen oder Kastanien. Er braucht lichte Wälder und viel Wärme. Zu erkennen ist er an seiner wulstigen Form und an den gelben Lamellen. Da er bei uns als vom Aussterben bedroht gilt, sollte man ihn aber nicht sammeln.
In einem sehr alten Kochbuch findet man:
„In eine Fleischbrühe mit Wein gib ein Bündelchen grünen Korianders. Wenn es zukochen beginnet, nimmst du das Bündelchen heraus und gibst die Kaiserlinge hinein.“
Aus der Zeit des Mittelalters ist bekannt, dass sich Fürsten, Kaiser und Päpste in unseren Regionen Geflügelschalen mit Morcheln und Maipilzen vorsetzen ließen, was darauf schließen lässt, dass Pilzkenntnis und Pilzverwertung auch hier weit verbreitet gewesen sein muss. Schließlich konnten nur diejenigen Pilze an Fürsten und Lehnsherren als Abgaben liefern, die sie selbst gut kannten. Lehnsgaben in Form edler Pilze waren damals durchaus üblich. Der Name „Herrenpilze“ für den Steinpilz ist beredtes Zeugnis dafür.
Aus jener Zeit stammt dieses Rezept (aus einem Kochbuch von 1591):
„Gehackte Pilze: Klaube die Pilze sauber aus, damit kein Sand darinnen bleibet, setze sie in reinem Wasser auf, lasse sie eine gute Weile kochen und salze etwas, dann gieße ab, wasche sie zwei- bis dreimal, hacke sie fein und gib, wenn du willst, geröstete Zwiebel dazu. Wenn du nicht willst, gib Kümmel mit Wacholder zu und würze sie gut mit Pfeffer, röste sie in einer Kasserolle in Butter oder Öl, und wenn sie geröstet sind, gib sie auf eine Schüssel.“
Dass Pilze damals aber nicht nur als kulinarischer Leckerbissen geschätzt waren sondern auch, um unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu räumen zeigen unzähligen Morde mit Hilfe von Giftpilzen. So starb 54 n. Chr. der römische Kaiser Claudius nach einer Pilzmahlzeit - zubereitet von seine Frau Agrippina!
1534 ereilte Papst Clemens VII. ebenfalls dieses Schicksal.
Aus einem alten Lexikon von 1733 zu Clemens: „daß ei alle Abende davonhaeuffig genossen, auch in seinen Landen verbothen, daß keiner solche abbrechen dürffen; darumhat er auch so bald sterben müssen. ..“.
Ein weiteres Opfer einer Pilzvergiftung war 1740 der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Karl VI..
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