Bärlauch

Bärlauch hat Saison: Wie Knoblauch, nur bedeutend heilkräftiger

Jedes Frühjahr bringt neue Hoffnung auf Sonne und Wärme. Innerlich sind wir wieder froh und beschwingt, wir freuen uns über das erste Grün.
Vor allem ist es der Bärlauch, auch Wilder Knofel, Ränsel, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch oder Latschenknofel genannt, der mit zu den ersten Frühlingsboten gehört.
Bärlauch kommt im März mit den ersten Schneeglöckchen und den ersten Brennnesseltrieben heraus. Ende Juni schließen die Pflanzen ihren jährlichen Zyklus mit der Samenreife und dem Einziehen der lanzettförmigen Blätter ab.
Die frischgrünen, glänzenden, dem Maiglöckchen ähnlichen Blätter kommen aus einer länglichen Zwiebel, die von weißen, durchsichtigen Häuten umgeben ist. Der glatte, hellgrüne Stängel mit der weißen Blütenkugel wird bis 30 cm hoch.
Bärlauch wächst nur auf humusreichen, feuchten Wiesen, schattigen und feuchten Auen, unter Gebüschen, in Laub- und Gebirgswäldern. Aber Vorsicht beim Sammeln vor dem Fuchsbandwurm, dessen Eier an den Blättern haften können!


Seinen starken Knoblauchgeruch spürt man, noch ehe man die Pflanze mit den Augen wahrnimmt. Dieser Geruch hat ihm auch den Namen "Wilder Knoblauch" eingebracht und schließt Verwechslungen mit den Blättern der Maiglöckchen oder der giftigen Herbstzeitlosen mit Sicherheit aus.
Bärlauchblätter weisen eine hohe Konzentration an Schwefelverbindungen, Magnesium, Mangan und Eisen auf. Die schwefelhaltigen Substanzen sind an Eiweißstoffe wie Glutathion und Cystein gebunden. Einige schwefelhaltige Verbindungen werden aber beim Abschneiden oder Zerkleinern der Blätter frei und sind dafür verantwortlich, dass Bärlauch im Geruch an Knoblauch erinnert. Da aber die schwefelhaltigen Verbindungen des Knoblauchs stärker an Eiweißstoffe gebunden sind, hält sich der nach Knoblauchgenuss typische Mund- und Körpergeruch nach dem Verzehr von Bärlauch in Grenzen.

Bärlauch teilt im wesentlichen die Eigenschaften unseres Knoblauchs, nur ist er bedeutend heilkräftiger. Er eignet sich deshalb besonders gut zu Entschlackungskuren im Frühjahr.
Da die Blätter im getrockneten Zustand ihre Heilkräfte einbüßen, werden sie zur Frühjahrsreinigungs- und Entschlackungskur frisch verwendet. Sie werden kleingeschnitten aufs Butterbrot gelegt, fein gehackt als Würze in die tägliche Suppe, auf Kartoffeln, Quark, in Knödel und sonstige Speisen gegeben, deren Geschmack man ansonsten mit Petersilie oder Schnittlauch verbessert. Auch als Spinat oder Salat kann man die Blätter zubereiten. Da sie in größeren Mengen verwendet einen beißenden Geschmack hervorrufen, sollten sie zur Spinatbereitung mit Brennnesselblättern vermischt genommen werden.
Im Mittelalter waren frische Bärlauchblätter besonders zur Kräftigung des Körpers hoch geschätzt. Heute ist bekannt, dass die schwefelhaltigen Verbindungen für eine antibakterielle und antimykotische Wirkung verantwortlich sind. Ferner fördert Bärlauch die Durchblutung und verhindert die Verklumpung von Thrombozyten, so dass das Blut fließfähiger bleibt.

Jede Menge Bärlauchrezepte finden Sie in unserer Datenbank.