Bier


Vom Halm zum Gerstensaft

Hopfen Um aus den vier im ersten Teil genannten Zutaten Bier herzustellen, sind ein paar Arbeitsschritte notwendig. Zunächst muss die Braugerste in Malz umgewandelt werden. Dazu wird das Korn ein bis zwei Tage in Wasser eingeweicht. Anschließend wird die Gerste in große Kästen gefüllt, wo sie zum Keimen ständig mit Luft versorgt und regelmäßig gewendet wird. Bei der Keimung entstehen Enzyme, die Eiweiß und Stärke im Korn abbauen.
Nach fünf bis sieben Tagen wird den Körnern das Wasser entzogen. Diesen Vorgang, bei dem Farb- und Aromastoffe entstehen, nennt man Darren. Je nach Temperatur, Luftzufuhr und Darrzeit lässt sich das jeweilige Malz für die einzelnen Biersorten herstellen.
Das fertige Malz wird zerkleinert und mit dem Brauwasser zur Maische vermischt. Bei einer Temperatur von 45 bis 78 Grad, je nach Biertyp, lösen sich die Malzinhaltsstoffe im Wasser. Das angereicherte Wasser (Würze) gelangt durch einen Siebboden in die Würzepfanne. Dort wird die Würze gekocht und nach und nach der Hopfen zugegeben. Je mehr Hopfen zugegeben wird, um so herber schmeckt später das Bier.

Durch die Hitzeeinwirkung werden die Bitterstoffe aus dem Hopfen gelöst. Nach dem beendigten Kochen, das je nach Biersorte bis zu zwei Stunden dauern kann, wird die Würze abgekühlt, in Gärbehälter gefüllt und mit Sauerstoff und Hefe versetzt. Dort baut die Hefe die Zuckermoleküle der Würze zu Alkohol und Kohlendioxid ab. Nach etwa einer Woche gibt man das Jungbier zum Nachgären in große Tanks aus Aluminium oder Edelstahl in den Lagerkeller. Hier erlangt es seine geschmackliche Reife und die Trübstoffe setzen sich am Tankboden ab.
Das Nachgären dauert je nach Biersorte vier bis zwölf Wochen. Zum Schluss wird das Bier gefiltert, um die restlichen Trübstoffe zu entfernen. Bei unfiltrierten Sorten, wie beispielsweise Hefeweißbier, wird darauf verzichtet.


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Artikel vom 17.06.2006
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