In den letzten Jahren hat sich die Fan-Gemeinde des vegetarischen Grillvergnügens ständig erweitert. Klar sind Steaks, Rippchen oder Würste die Favoriten, aber es gibt inzwischen so leckere vegetarische Rezepte, dass man es einfach mal versuchen sollte.
Welches Gemüse eignet sich zum Grillen?
Allgemein ist erst mal darauf zu achten, dass man Gemüse miteinander kombiniert, das etwa die gleiche Garzeit benötigt. Weiterhin sollten die Stücke für Spieße etwa die gleiche Größe haben. Hinweise für Garzeiten zu geben ist für alle, nicht nur die vegetarischen, Zutaten schwierig. Wind, Wetter allgemein, die Größe der Stücke, die Hitze der Glut und der Abstand des Rostes von der Glut spielen eine Rolle.
Hier einige Richtlinien für die am Besten geeigneten Gemüse: Paprika (in Ringe geschnitten) ca. 1-2 Min./Seite bei starker Hitze Zucchini, quer durchgeschnitten und geviertelt, ca. 4 Min. rundherum Frühlingszwiebeln brauchen ca. 2 Min. rundherum bei starker Hitze Möhren sollten vorher blanchiert werden, brauchen dann ca. 3 Min. bei starker Hitze Auberginen quer in dicke Scheiben schneiden und dann von der Seite aufspießen, brauchen etwa 4 Min. Kohlrabi vorher in geeigneten Stücken blanchieren, ansonsten wie Möhren Maiskolben mit Blättern werden 1 Stunde in kaltem Wasser eingelegt, brauchen dann rundherum 30 Min. bei mäßiger Hitze. Frische Maiskolben ohne Blätter sollten in Folie eingewickelt gegrillt werden, (25 Min.) Gegrillte Kartoffeln in Folie sollte man vorkochen, in Folie wickeln und am Rand des Grills warmhalten, bis sie mit köstlichen Zutaten gefüllt werden.
Natürlich gibt es noch jede Menge andere Gemüsearten, die sich eignen, aber man kann sich an den oben genannten Zeiten orientieren.
Grilltipps
Viele Grillzutaten schmecken einfach besser, wenn man sie vorher mariniert. Da macht das Gemüse keine Ausnahme. Grundsätzlich sollte das vorbereitete Gemüse, gesalzen, gepfeffert und mit Öl eingepinselt werden. Auf Küchenpapier kann es dann abtropfen und auf seinen "Einsatz" warten. Bevorzugt man Spieße, sollten es solche aus Metall (mit Kanten, damit sich das Grillgut nicht drehen kann!), aus Bambus (vorher gut wässern) oder - feste, dickere Zweige von Gewürzpflanzen sein. Es eignen sich Rosmarin, Thymian, Majoran u.s.w. Weiterhin ist für Gemüsepäckchen Grill- oder Alufolie notwendig, auch kleine Aluschalen, z. B. für Tomate mit Feta-Käse, sind ganz nützlich. Soll sich die Grillerei über einen längeren Zeitraum hinziehen oder nicht dicht beim Haus erfolgen, empfiehlt es sich, alles in Kühltaschen aufzubewahren.
Vegetarisch grillen - nicht nur Gemüse
Jeder von uns hat schon von den Sojaprodukten gehört und die meisten wohl auch schon welche gegessen. Sojawürstchen kann man fertig kaufen und problemlos grillen. Tofu sollte aber auf jeden Fall mariniert werden. Dabei ist es egal, für welchen man sich entscheidet. Die Wahl hat man zwischen geräuchertem, festem oder weichen. Der weiche Tofu eignet sich mehr für Dips. Zum Grillen eignet sich besonders der geräucherte im Zusammenspiel mit Pilzen sehr gut.
Marinade für 300 g Tofu:
Schale und Saft einer Zitrone mit 3 EL Olivenöl, Petersilie, Salz und Pfeffer mischen. Tofu damit bestreichen, bis die Marinade verbraucht ist, ziehen lassen.
Und noch ein etwas außergewöhnlicher Dip dazu:
150 g Cashewnüsse im Ofen auf einem Blech rösten, bis sie goldbraun sind. Etwas Butter schmelzen und 1 - 2 zerdrückte Knoblauchzehen und 1 EL fein gehackte Schalotte darin andünsten. In einem Mixer alle drei Zutaten mit je einem TL gemahlenem Koriander, Kreuzkümmel, braunem Zucker und 1 EL Kokosraspel glattrühren. Alles mit 200 g Naturjoghurt mischen.
Immer beliebter wird auch der Halloumi. Ein halbfester Schnittkäse aus Zypern, der aus Schafs-, Ziegen- oder Kuhmilch oder einer Mischung davon hergestellt wird. Das besondere - er wird mit Minze gewürzt. Durch seine hervorragende Eigenschaft, er schmilzt nämlich auch bei höheren Temperaturen nicht, gibt uns fast unbegrenzte Möglichkeiten, ihn zu nutzen. Hier die Grillmöglichkeit: Halloumi in fingerdicke Scheiben schneiden, etwas mit Öl bestreichen, abtropfen lassen und von beiden Seitengrillen, bis er goldbraun ist.
Noch ein Tipp, wen man Abwechslung auf dem vegetarischen Grillrost haben möchte:
Polentaschnitten:
Diese haben den Vorteil, dass man sie gut vorbereiten kann und das ist ja immer ganz wichtig für viele. 500 ml Milch und Gemüsebrühe zu gleichen Teilen mischen, mit 80 g Butter aufkochen und mit Salz und Muskat würzen. 150 g Maisgrieß einrieseln lassen und 40 Min. köcheln. (Achtung! brennt schnell an). Danach ein Ei und ein Eigelb unter die Masse ziehen und alles fingerdick auf ein Blech streichen. Muss schön gleichmäßig sein! Stehen lassen, bis es völlig fest und ausgekühlt ist. Polenta in Stücke schneiden und von jeder Seite ca. 4 Min. grillen. Wichtig ist dabei, dass man die Stäbe vom Rost etwas einfettet, geht am besten mit einer Speckschwarte.
Tipp: Butter mit Knoblauch würzen!
Dazu passt dann ein kräftiger Tomatendip:
450 g Tomaten enthäuten, entkernen und pürieren. 1 EL Puderzucker und 2 EL fein gehackte Frühlingszwiebeln dazu mischen und mit Tabasco, Zitronensaft und geriebenem Ingwer abschmecken. Im Kühlschrank gut durchziehen lassen.
Ein einfaches Rezept, was besonders Kindern Freude macht, möchten wir Ihnen hier zum Schluss nicht vorenthalten. Eine Packung für Pizzateig wird nach Vorschrift verknetet und 200 g geraffelte Zucchini und Gewürze nach Geschmack werden untergemischt. Dieser Teig wird dann ausgerollt und in Streifen geschnitten oder "gerupft". Fingerdicke lange Stöcke werden entrindet, der Teig darum gewickelt und über, nicht in der Glut gebacken - fertig ist das "Stockbrot".
Und wer gern einmal die amerikanische Variante des Grilles ausprobieren möchte, der findet auf der folgenden Seite eine kleine Einführung in das traditionelle Barbecue.

Henglein
Rama Cremefine


