Wir sind heutzutage nicht mehr auf das offene Lagerfeuer angewiesen, obwohl auch das, besonders bei den Kindern, seinen Reiz nicht verloren hat! Grillgeräte gibt es unzählige und in jeglicher Preislage. Pfannengrill, Grill mit und ohne Bratspieß, Kastengrill, Grillwagen u.s.w. Wer sich eine Saison lang ständig über seinen wackeligen Grill geärgert hat, entscheidet sich vielleicht für einen gemauerten Grillkamin oder Gartengrill. Hierfür gibt es auch fertige Bausätze zu kaufen, wenn man sich das selbst zutraut. Beachten sollte man, dass er so gebaut wird, dass der Grilldunst weder ins Haus noch zum Gartennachbarn ziehen kann. Das heißt also:
Windrichtung beachten! Es sollte die Richtung, aus der der Wind an Sommertagen meist weht, beachtet werden, damit die Nachbarn vom Rauch verschont bleiben. Auch muss der Qualm ungehindert nach oben abziehen können. Um Ärger vorzubeugen, informiert man am besten vor dem Bau des Kamins die Nachbarn. Sind sie nicht einverstanden, und kommt es zum Streit, kann das Ordnungsamt die Benutzung des Gartenkamins unter Umständen verbieten.
Brennmaterialien
Verwenden Sie zum Grillen keine Billigkohle. Sie ist meistens verunreinigt und so mehlig, dass sie fürchterlich Stauben kann, was nun wirklich nicht sehr gesund ist und wer möchte schon gern ein mit Kohlenstaub bepudertes Steak essen. Holzkohle aus Buchenholz ist empfehlenswert. Sie ist grobkörnig, glüht gut durch und hinterlässt kaum Restasche.
Holzkohlenbriketts brauchen mehr Zeit zum durchglühen, dafür halten sie eine gleichmäßige Hitze über einen längeren Zeitraum. Beim Kauf sollte man immer auf das DIN-Prüf- und Überwachungszeichen achten. Holz, Kiefernzapfen und Altpapier verwenden Sie bitte auf keinen Fall als Brennmaterialien beim Grillen. Sie enthalten Harze, rußen und können gesundheitsschädliche Stoffe, wie z. B. PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe)freisetzen.
Anzünden
Auch haben Spiritus, Terpentin, Benzin und ähnliches beim Grillen nichts verloren. Das sind keine Grillanzünder sondern Molotowcocktails, die zu schweren Verbrennungen führen können. Es gibt auf dem Markt Grillanzünder, die weitaus ungefährlicher sind und besser geeignet, die Kohle anzuzünden. Auch der Fön als Anzündhilfe ist denkbar ungeeignet. Oftmals sind Löcher in der Kleidung wegen des entstehenden Funkenfluges noch das kleinste Übel.
Endlich gehts los ...
Das Grillgut nun selber kommt erst auf den Grill, wenn die Kohlen eine graue Schicht aufweisen und die Glut leuchtend rot ist. Außerdem sollte immer ein Eimer mit Wasser in der Nähe stehen, um sich unliebsame Überraschungen zu ersparen. Den Grill immer im Auge behalten, besonders wenn Kinder mit dabei sind. Wer sein Grillgut unbedingt direkt auf den Rost legen möchte, sollte auf keinen Fall dicke, fette Fleischstücke verwenden. Je dünner Koteletts oder Steaks geschnitten sind, desto schneller sind sie gar und desto kürzer der Glut ausgesetzt. Angebrannte oder verkohlte Fleischränder sollten abgeschnitten werden. Marinaden müssen gut abtropfen, bevor Fleisch oder Würstchen auf den Grill kommen. In die Glut kann man Zwiebel- oder Knoblauchschalen (gut getrocknet) legen. Das gibt ein schönes Aroma.
Tipps für das gesunde Grillen
... werden leider von vielen als unsinnig oder überflüssig abgetan. Die meisten unterschätzen die gesundheitsgefährdenden Folgen von falsch Gegrilltem, wie die Verbraucherinitiative in Berlin warnt. Wichtig: Fett oder ölige Marinade dürfen auf keinen Fall durch den Rost auf die Glut tropfen. Bei der Verbrennung entstehen aromatische Kohlenwasserstoffe, die sich durch den Rauch auf das Gegrillte niederschlagen. Das besonders gefährliche Benzypren gilt als Hauptursache für Magenkrebs. Grillschalen aus Aluminium sind eine gute Alternative. Leider werden sie von vielen Leuten aus Unkenntnis oder Missachtung der wirklich bestehenden Gesundheitsgefahr abgelehnt. Bei Untersuchungen mit Holzkohlegrills wurden auf der Oberfläche von Steaks Benzypren-Konzentrationen festgestellt, die dem Gehalt des Rauches von 600 Zigaretten entsprechen. Auch die Unsitte, Bier über das Fleisch zu kippen, wenn es auf dem Rost liegt, sollte man unbedingt vermeiden. Wenn es in die Glut tropft, entstehen ebenfalls PAK. Damit mich niemand falsch versteht - nicht das Grillen über offener Glut an sich ist gesundheitsgefährdend, sondern die aus Unkenntnis und Sorglosigkeit falsche Handhabung und Durchführung ist es, was das Grillgut zum Gesundheitsrisiko werden lässt.
Also nochmals kurz zusammengefasst:
- Es darf kein Fett oder Bier in die Glut tropfen und mageres Fleisch sollte bevorzugt werden.
- Papier, Altholz, Kiefernzapfen u.ä. Brennmaterial sind denkbar ungesund. Sie verbrennen oft unvollständig und setzen dabei viele Verbindungen frei. Geeignete Brennmaterialien sind Holzkohle und -briketts.
- Die schwarzen, verbrannten, Stellen sollten nicht gegessen werden.
- Salate aus Paprika, Tomaten oder Möhren sollte als Beilage zu Gegrilltem serviert werden. Die im Gemüse enthaltenen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe können nach Angaben der Verbraucherschützer die gesundheitsschädliche Wirkung von Benzypren und anderen bedenklichen Substanzen eindämmen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das aber noch nicht, schaden kann`s auf keinen Fall!
- Papp- oder Plastikgeschirr sollte man nicht verwenden, Mehrweggeschirr vermeidet unnötigen Abfall.
- Wird in der Natur gegrillt, sind Naturschutzgebiete tabu. Grillplätze und andere Orte, an denen Grillen erlaubt ist, sollten nur aufgeräumt verlassen werden.
Das waren einige allgemeine Tipps, um eine unbeschwerte Grillzeit genießen zu können. Ob man sie beachten will, kann jeder natürlich selbst und für sich entscheiden.



