Von Palm- und Ostereiern

Artikel vom 09.04.2006

Palmeier

Ostern und die Karwoche ist durch viele Bräuche gekennzeichnet und Ostern ohne Ostereier wäre wohl für uns alle gar nicht denkbar und jeder weiß auch, was mit Ostereiern gemeint ist.

Im Forum nun kam in den letzten Jahren immer wieder die Frage nach der Bedeutung von “Palmeiern” auf, die am Palmsonntag hart gekocht werden. Ob es für diesen Brauch, wie bei allen Bräuchen, eine eindeutige Erklärung gibt, wagen wir zu bezweifeln. Gefunden haben wir aber drei Hinweise, was sich dahinter verbergen könnte.

Palmeier

Oster Tischgedeck Der Palmsonntag leitet die Karwoche ein. An diesem Tag zog Jesus auf einem Esel in Jerusalem ein und die Leute begrüßten ihn mit Palmwedeln und Ölzweigen. Im Gedenken daran gibt es in vielen katholischen Gegenden die Palmsonntagsprozessionen.

Einen wichtiger Teil dabei ist die Mitführung der Palmstecken oder Palmsträuße oder aufwändigen gebundenen Kunstwerken aus “Palm” - bei uns wird und wurde in Ermangelung von Palmen meist Buchsbaum verwendet. Diese Palmen wurden in der Kirche geweiht und hatten somit überirdische Kräfte, die Menschen, das Vieh, die Häuser und die Felder vor allerlei Unheil zu schützen.
In einigen Gegenden gehören zu diesen Palmbuschen nun Gebildebrote, Kerzen, Goldflitter, Seidenbänder, Früchte und hartgekochte Eier.

Klar, dass diese Eier ebenfalls nach der kirchlichen Segnung besondere Kräfte hatten und sicher mit Andacht verzehrt wurden - allerdings nicht am Palmsonntag, sondern erst zu Ostern nach Beendigung der Fastenzeit.
Eier gehörten nämlich nicht zu den Fastenspeisen, sie wurden als “flüssiges Fleisch” angesehen und durften in der 40 tätigen Fastenzeit vor Ostern nicht gegessen werden.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass es sich dabei nicht um “Palmeier“, sondern um “Pachteier” handelt.
In früheren Zeiten war oftmals um diese Jahreszeit, meist zu Ostern, die jährliche Pacht fällig, die auch in Naturalien zu begleichen war. Da, wie schon gesagt, keine Eier gegessen werden durften, sammelten sich in dieser Zeit viele an und eigneten sich hervorragend als Pachtzahlung. Haltbar gemacht wurden sie unter anderem, indem sie gekocht und als Soleier eingelegt wurden.

Eier wurden aber auch natürlich als Symbol der Auferstehung Christi und als Symbol des Lebens überhaupt verschenkt. “Schenkeier” - “Ostereier” = Pascheier (vom lat. “pascha“)

Vorstellbar ist, dass sie am Palmsonntag gekocht wurden und rot gefärbt. Die rote Farbe sollte das Blut Christi darstellen und noch heute finden wir diesen Brauch in Griechenland. Dort überreicht man sich nach dem Ostergottesdienst rote Eier, die dann aneinander geschlagen werden, damit die Hülle zerbricht.

Wir betonen ausdrücklich, dass dies die Schlussfolgerungen aus unseren Recherchen sind, keine nachgewiesenen Fakten.


weiterlesen

Artikel vom 09.04.2006
nach oben | Artikel drucken