Leicht oder deftig können die gehaltvollen Suppen sein, die besonders in der kalten Jahreszeit schon seit Jahrhunderten in allen Kulturen beliebt sind.
Jede regionale Küche kennt sie, die kräftigen Eintopfgerichte, in denen sich meist Kartoffeln, Gemüse und Fleisch ein Stelldichein geben. Als komplette Mahlzeit wecken sie in der kalten Jahreszeit die Lebensgeister oder heizen als zünftiges Partygericht von innen ein. Im großen Topf gekocht, sehen die winterlichen Seelenwärmer beeindruckend aus, ohne jedoch Kunststücke am Herd zu erfordern.
Bis zum 18. Jahrhundert beherrschte bei der Masse der Bevölkerung der breiartige Eintopf den täglichen Speisezettel. In bäuerlichen Hütten dampften .Kessel über Feuerstellen, die alles enthielten, was Jahreszeit und Hof boten.
Bereits Steinzeitmenschen garten mit glühenden Steinen in ledernen Beuteln Eintöpfe aus Gejagtem und Gesammeltem.
Die Ernährung der meisten Menschen weist heute - nicht zum Vorteil ihrer Gesundheit - zu viele gebratene Gerichte auf. Die Eintöpfe sollten deshalb wieder mehr Beachtung finden
Gemeinsam ist heute Suppen und Eintöpfen ihre Grundlage - eine selbst zubereitete oder auch fertig gekaufte Brühe. Sie zu Hause zu kochen, braucht Zeit, lohnt sich aber geschmacklich. Neben Gemüse, Fleisch oder Fisch geben Suppengrün, Zwiebeln, Kräuter und Gewürze einer gehaltvollen Brühe kräftigen Geschmack. Je nach Vorliebe werden die weiteren Zutaten zuvor in Fett angeröstet oder roh in der Brühe gekocht.
Alles wird mundgerecht geschnippelt und kommt in den Topf. Nur die Reihenfolge der unterschiedlichen Garzeiten sollte man einhalten, damit nichts zusammenfällt.
Der Wahl des Gemüses sind keine Grenzen gesetzt. Ob Rot-, Weiß-, Grün-, China- oder Rosenkohl, Steckrübe oder Mangold - alles ist geeignet.
Besonders Linsen, Erbsen oder Bohnen machen aus Eintopf eine ideale pflanzliche Proteinquelle. Zusammen mit einer Scheibe Vollkornbrot ist sie gut verwertbar und auf Speck oder Würstchen kann auch gut verzichtet werden.
In vielen Kulturen gibt Lammfleisch - mit Gemüse oder Früchten in Olivenöl geschmort - Eintöpfen ihren eigentlichen Pfiff. Kräftiger im Aroma als Keule wird dafür vor allem Schulter verwendet. Die Marokkaner kennen einen Lammtopf mit Bohnen, Oliven, eingelegten Zitronen und Artischocken, gewürzt mit Ingwer, Safran und Knoblauch. Im traditionellen südfranzösichen Lammfleischgericht vermischen sich die Aromen von Lamm, Kalbs- oder Schweinefußen mit Steinpilzen, Wein und Kräutern. Im Iran simmern Granatäpfel, getrocknete Aprikosen oder Zitronen mit dem Lamm in einem Topf.
Eintöpfe sind, früher oft als arme Leute essen, ihrer Herkunft entsprechend meist einfach, kalorienreich und deftig. Wer kennt nicht die Erbsensuppe, den Pichelsteiner Topf, den Gaisburger Marsch und so viele andere.
Vielleicht haben Sie Lust bekommen, mal wieder einen guten Eintopf auf den Tisch zu bringen - Ihre Lieben werden es ihnen danken!
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