Der Mensch isst in seinem Leben etwa hunderttausendmal. Wir Erwachsenen nehmen in Form von Speisen und Getränken jeden Monat in etwa unser eigenes Körpergewicht zu uns. Das macht Jahr für Jahr eine ganze Tonne. In den letzten 100 Jahren haben sich jedoch nicht nur unsere Essgewohnheiten geändert, sondern auch die Nahrungsmittel sind nicht mehr das, was sie mal waren. Kein Wunder also, dass es zum Thema Ernährung reichlich Fragen gibt.
Ist genmanipuliertes Getreide schädlich?
Pflanzen mit einer veränderten Erbsubstanz sind zwar resistent gegen Bakterien und Unkrautvernichtungsmittel, die gesundheitlichen Risiken für den Menschen sind aber keineswegs abschätzbar. Es wird befürchtet, dass der pflanzliche Stoffwechsel durch die eingebauten Gene verändert wird und damit Substanzen entstehen können, die für Mensch und Umwelt schädlich sind. Vermutlich kommt es so zu Antibiotika-Resistenz.
Wie belastet sind Gemüse und Salat mit Schadstoffen?
Aus Wasser, Luft und Boden nehmen Gemüse, Obst und Salat vor allem Schwermetalle und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Es ist aber nicht zu empfehlen, deshalb auf sie zu verzichten. Im Gegenteil: Salat, Gemüse und Früchte sind verdauungsfördernd, stärken die Abwehrkräfte und schützen so wiederum vor Umweltbelastungen.
Ist Gemüse vom Bio-Bauern besser?
Beim konventionellen Anbau wird eine Vielzahl von Chemikalien eingesetzt - Mittel gegen Unkraut, Schädlinge und Pilzbefall. Sie alle hinterlassen natürlich Spuren im Grünzeug. Gemüse aus kontrolliertem Anbau wird dagegen organisch gedüngt und nicht gespritzt. Bio-Ware enthält so gut wie keine Rückstände von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, aber genauso viele Nährstoffe wie konventionell angebaute.
Ist auch Gemüse aus der Dose gesund?
Frische Produkte sind besser. Durch Erhitzen und Einlegen in Wasser oder Öl verliert das Gemüse nicht nur an Farbe und Geschmack, sondern auch an Vitaminen und Mineralstoffen.
Gehört zur Zubereitung von Möhren Fett?
Es gibt Vitamine, wie z. B. das Vitamin A, die nur durch Fett gelöst und erst so wirksam werden können. Viele Köche bereiten aus diesem Grund Möhren mit Butter zu, um in den Genuss dieses Vitalstoffs zu kommen. Tatsache ist, dass wir auch so genug versteckte Fette zu uns nehmen - es ist also nicht nötig, Gemüse mit fettlöslichen Vitaminen in Fett zu garen.
Was sind eigentlich Flavonoide?
Sie gehören zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Es gibt kein Gewächs, in dem nicht in irgendeiner Form Flavonoide enthalten sind. Sie verstärken vor allem die Wirkung von Vitamin C, wirken antibiotisch auf Bakterien und attackieren die Außenwände von Viren, damit sie uns nicht mehr schädlich werden können. Auch im Rotwein sind Flavonoide enthalten, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Den Inhaltsstoff kann man auch durch reinen Traubensaft aufnehmen.
Ist Milch wirklich so gesund, wie man sagt?
Ja, sie enthält Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht. So werden etwa zwei Drittel des täglichen Kalziumbedarfs bereits durch einen halben Liter Milch gedeckt. Die Aminosäuren des Milcheiweißes sind wichtig für den Zellaufbau und können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Milchzucker hält die Darmflora in Schwung.
Wodurch unterscheidet sich das helle Brot vom dunklen?
Die Farbe hängt von der verwendeten Mehlsorte ab. Helles Weißbrot enthält mind. 90 Prozent Weizenmehl. Mischbrot besteht aus Roggen- und Weizenmehl, wobei der Weizenmehlanteil bei 50 bis 89 Prozent liegt. Das aromatische dunkle Roggenbrot wird vorwiegend aus Roggen gebacken. Allerdings werden in der modernen Lebensmittelindustrie auch Farbstoffe eingesetzt - fragen Sie am besten beim Bäcker nach!
Muss man schimmeliges Brot wegwerfen?
Ja, das ist ratsam. Es genügt nicht, die befallenen Stellen großzügig abzuschneiden, denn die Giftstoffe wandern im Brot unsichtbar weiter.
Was ist eigentlich an der Ananas so gesund?
Dieses Obst enthält das Enzym Bromelain, das die Fähigkeit besitzt, Nahrungseiweiß aufzuspalten und dadurch die Eiweißverdauung so richtig in Schwung zu bringen. Allerdings hat nur der frische Saft reifer Früchte diese wunderbare Wirkung. Achten Sie deshalb beim Kauf darauf, dass die Ananas bei vorsichtigem Drücken leicht nachgibt. Ein weiteres Zeichen für den richtigen Reifegrad ist der herrlich aromatische Duft.
Ist Rohmilch gesünder als behandelte Milch?
Rohmilch ist weder erhitzt noch in der Molkerei behandelt worden und darf ab Hof nur unter besonderen Hygienevorkehrungen abgegeben werden. Sie muss vor dem Genuss unbedingt abgekocht werden. Kleinkinder und Schwangere sollten wegen des Keimgehaltes ganz darauf verzichte
Was steckt im Reis?
Reis hat im Vergleich zu anderen Getreidesorten nur einen durchschnittlichen Gehalt an Mineralien sowie Kohlenhydraten und weist weniger Eiweiß auf. Dafür stecken in 100 g Reis sechs Milligramm des Vitalstoffs Niacin. Dieses Vitamin B 3 hemmt den Fettstoffwechsel und sorgt dafür, dass weniger Cholesterin in den Blutkreislauf gelangt.
Ist Seefisch mit Schadstoffen belastet?
Immer noch fließen Abwässer ungeklärt ins Meer und verschmutzen so das Wasser mit Schwermetallen wie Blei und Kadmium sowie Rückständen aus Herbiziden und Pestiziden. Auch das giftige Dioxin ist hin und wieder in Fischen zu finden. Doch die Belastung liegt unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenzen. Ernährungswissenschaftler empfehlen zwar häufiges Fischessen, doch Schwangere sollten auf den Verzehr von rohem Fisch verzichten und die stärker mit Quecksilber belasteten Arten, wie Hai, Aal, Heilbutt und Thunfisch sogar ganz meiden.
Enthalten Zuchtfische weniger Schadstoffe?
Werden sie in sauberem Wasser aufgezogen und gehalten, sind Teichfische wie Karpfen, Hecht, Wels, Zander oder Schleie weniger belastet als Fische aus dem Meer.
Wie bewahre ich Fisch am besten auf?
Möglichst gar nicht! Frischer Fisch sollte noch am Tag des Erwerbs zubereitet werden. Zumindest aber muss er kühl gelagert werden. Im Kühlschrank darf er maximal zwei Tage liegen. Tiefgefrorene Ware hält sich bis zu fünf Monaten.
Ist Müsli wirklich so gesund?
Wie gesund ein Müsli ist, hängt ganz von seiner Zusammensetzung ab. Am gesündesten ist eine selbst zubereitete Mischung aus vollem Korn ohne Zucker und ohne geschwefelte Trockenfrüchte. Einfach mit Milch oder Joghurt und frischem Obst mixen. Da ist alles drin, was der Körper braucht.
Warum darf man grüne Bohnen nicht roh essen?
Rohe grüne Bohnen enthalten ein Gift (Phasin), das erst unter Hitzeeinwirkung zerfällt und unwirksam wird. Deshalb sollte dieses Gemüse immer zwölf bis 15 Minuten in wenig Wasser gegart werden. Phasin ist ein giftiges Glycosid, ein Eiweiß in Hülsenfrüchten. Beim Erhitzen zerfällt das Eiweiß, so dass die Hülsenfrüchten genießbar werden.
Was sind Ballaststoffe?
Heute bezeichnet man sie auch als Faserstoffe. Definiert werden sie als Nahrungsbestandteile pflanzlicher Herkunft, die unserer Verdauung widerstehen. Im Dickdarm werden die Faserstoffe zwar noch teilweise von Bakterien zerlegt, aber für eine Aufnahme in den Körper ist es dann bereits zu spät. Daher gehören Ballaststoffe eigentlich gar nicht zur Ernährung, weil sie ja vom Körper nicht aufgenommen werden. Trotzdem sind sie für die Erhaltung der Gesundheit unentbehrlich. Sie regen die Vermehrung der Nutzbakterien im Dickdarm an und senken seinen Säuregehalt. Das vermindert das Risiko, an Geschwüren und Krebs zu erkranken. Außerdem sind sie Träger von wichtigen Vitaminen. Die Wissenschaftler empfehlen darum jedem, täglich etwa 30 g Ballaststoffe zu sich zu nehmen.
Ist Honig vorteilhafter als Zucker?
Honig ist ein beliebter Brotbelag und eignet sich auch gut zum Süßen von Desserts, Kuchen und Gebäck. Er besteht zu 80 Prozent aus Zucker. Die geringen Spuren an Vitaminen, Enzymen und Mineralstoffen machen ihn nicht empfehlenswerter als Zucker. Honig sollte nicht in großen Mengen genossen werden.
Fleisch ist ein wichtiger Eiweißlieferant, doch leider etwas in Verruf geraten. Gibt es dafür Ersatz?
Hülsenfrüchte bestehen zu mehr als 20 Prozent aus Eiweiß - kein pflanzliches Lebensmittel hat mehr davon. Sie sind also eine echte Alternative zum Fleisch. Ein Linseneintopf ist mit seinem Eiweißgehalt so wertvoll wie ein Steak. Dazu kommen noch wichtige Vitalstoffe wie Mineralien, Spurenelemente und Ballaststoffe. Bis auf Sojabohnen enthalten die Hülsenfrüchte kein Fett.

Henglein
Rama Cremefine

