Birnen sind wahre Gaumenschmeichler - vorausgesetzt, sie sind wirklich reif. Aber oft werden die eigentlich butterzarten Früchte knochenhart oder mehlig verkauft. Wahrer Genuss kann da nicht aufkommen. Dabei ist das säurearme Kernobst eine Wohltat für den Gaumen- und ersetzt mit seiner Süße kalorienreiche Leckereien.
Historie
Für den griechischen Dichter Homer waren Birnen eine Göttergabe. Er besang sie als „balsamische Früchte“. Nicht nur im antiken Griechenland wurde das meist tropfenförmige Obst, dessen Wildformen sich mit der Völkerwanderung bis nach Europa verbreitet hatten, geschätzt und veredelt. Jenseits der Alpen führten mittelalterliche Klöster das antike Wissen um die Birnenkultur fort.
Die damaligen Früchte waren allerdings noch recht hart. Daher wurde empfohlen, sie zu kochen. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts avancierte das Kernobst zur Modefrucht der europäischen Höfe. Das goldene Zeitalter der Birnenzucht begann im 18. Jahrhundert, als in Frankreich und Belgien systematisch selektiert wurde. Der größte Teil heutiger Sorten, weltweit werden mehr als 2500 gezählt, stammt noch aus dieser Zeit.
Birnbäume können bis zu 200 Jahre alt werden und in früheren Zeiten zählten sie zu den „Schutzbäumen“ der Bauernhäuser. Sie sollen Hexen verjagen können und bei jeder Ernte blieben einige der besten Früchte am Baum hängen, um die guten Baumgeister bei Laune zu halten.
Anbau
Die vergleichsweise einfache Kultivierung im hiesigen Klima und seine bessere Lagerfähigkeit ließen den Apfel die Birne immer als Stiefkind in ihrem Schatten stehen. Und so wurden und werden große Mengen Birnen importiert - z. B. aus Italien, Argentinien oder Chile.
Heute allerdings geht der Trend wieder dahin, dass Direktvermarkter mehr und mehr Birnen anbauen, da die Nachfrage nach einheimischen Sorten, vor allem aus dem Bio - Anbau, wächst.
Einkauf
Frühe Sorten sollen so schnell wie möglich verkauft und gegessen werden - sie halten sich nicht lange. Viele Spätsorten kommen, hartreif gepflückt und im Kühllager aufbewahrt, steinhart in die Läden. Dann müssen sie zu Hause nachreifen, was oft ein geschmacklicher Nachteil ist. Eine leichte Druckprobe zeigt, ob die Birne weich genug ist.
Beim Einkauf möglichst nach einheimischen Sorten suchen und möglichst aus dem Bio - Anbau. Weil Birnen sehr schnell verderben, werden sie oft mit Giftstoffen und Polierwachsen „präpariert“, die Schimmelpilze und zu frühe Fäulnis verhindern sollen. Solche Birnen besser vor dem Verzehr schälen.
Unser Tipp: Die leckersten Birnen erhalten Sie von Bauern- oder Obsthöfen. Hier kommen die Früchte frisch vom Baum in den Verkauf - und das schmeckt man!

Henglein
Rama Cremefine

