Aperitif: Prosecco, Aperol oder alkoholfreie Cocktails

Aperitif mit Tradition

Pastis, Campari, Sekt, Sherry, Aperol oder ein trockener Portwein entspannen, lösen die Zunge und machen Appetit. Während ein Aperitif in anderen Ländern zu fast jedem Essen dazugehört, werden Aperitifs in Deutschland in der Regel nur zu festlichen Anlässen oder besonderen Gelegenheiten gereicht. Hier finden Sie Anregungen, welchen Aperitif Sie Ihren Gästen anbieten können.

Aperitif

Versetzen wir uns nach Südfrankreich - ein betörendes Aroma von Sternanis, Anis, Fenchel und anderen Kräutern entströmt dem Glas mit dem dicken Boden: Der Pastis ist bereits portioniert und wartet darauf, mit kaltem Wasser aus der Karaffe verdünnt zu werden. Pastis ist ein Synonym für Südfrankreich. Der Aperitif gehört immer dazu - als zwangloser Begrüßungstrunk vor dem Mittagessen oder beim Familienfest, als anregender Auftakt eines Geschäftsessens oder einer Party. Ein oder zwei Gläschen von diesem Aperitif, dazu das eine oder andere leckere Häppchen, auf jeden Fall aber gesalzene Nüsse - das entspannt, löst die Zunge und weckt den Appetit.

Was in Südfrankreich der Pastis als Aperitif, ist im Burgund der Kir: Creme de Cassis, ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren, wird mit trockenem Weißwein aufgegossen. Diese fruchtige Mischung, die heute gerne als Aperitif getrunken wird, ist eigentlich aus der Not entstanden: Ein gewisser Monsieur Kir, seines Zeichens Bürgermeister der Stadt Dijon, wollte bei öffentlichen Anlässen ein Getränk aus der Region servieren. Die heimische weiße Burgunder-Rebsorte Aligote braucht jedoch sehr viel Wärme und Sonne. In schlechten Jahrgängen ist sie leicht grünlich. Mit Creme de Cassis wurde der Weißwein eines jeden Jahrgangs trinkbar gemacht. Heute ist diese Mischung ein beliebter Aperitif. Für festlichere Anlässe ersetzt man Wein auch mal durch Sekt oder Champagner, so wird der Aperitif festagstauglich.

Aperitif - Deutschland hat Nachholebedarf

Pastis, Kir, Lillet (ein von den Brüdern Paul und Raymond Lillet kreierter Weinlikör), Suze, Picon, Campari, Pineau des Charentes - während man als Gast in Frankreich meist die Qual der Wahl unter den Aperitifs hat,hat sich der Aperitif in Deutschland noch nicht durchgesetzt, schon gar nicht im Alltag. Nur in der gehobenen Gastronomie ist ein Aperitif selbstverständlich. Das Wort Aperitif kommt vom Lateinischen „apperire“, was soviel wie „öffnen“ heißt. Es geht also darum, den Magen mit einem Aperitif für die kommenden Köstlichkeiten zu öffnen und uns auf die Mahlzeit einzustimmen. Dabei lässt sich auch zu Hause ein Essen mit einem Aperitif Stimmungsvoll einleiten und ein besonderer Akzent setzen.

Aperitif mit Himbeeren

Es gab in der Geschichte des Aperitifs immer wieder Modetrends: Einige Zeit war Sherry sehr in, dann Campari Soda oder Orange und schließlich klassische Cocktails aus dem anglo-amerikanischen Bereich wie der Martini oder der Manhatten. Heute gilt: Als Aperitif ist alles möglich - ein einfaches Glas Wein oder ein Cognac auf Eis, ein Schluck fruchtige Bowle, ein Prosecco oder Sekt oder gar ein kleines Starkbier. Besonders im Trend liegen unter den Aperitifs momentan der Aperol Spritz oder der Trend-Cocktail Hugo.

Den Aperitif an die Umstände anpassen

Ein guter Aperitif sollte zum einen nicht zu viel Alkohol enthalten und zum anderen an die Jahreszeit angepasst sein. Bei sommerlicher Hitze beispielsweise sind Aperitifs wie Bowle mit Waldmeister oder Bowle mit Erdbeeren oder auch ein leicht bitterer Aperol Spritz ideal. Gleichzeitig - und das ist die wahre Herausforderung - sollte der Aperitif auf alle Rezepte und folgenden Getränke abgestimmt sein. Eine heiße Suppe kann nach einem Aperitif auf Eis als unangenehm empfunden werden. Ein trockener Wein passt nicht nach einem süßlichen Aperitif. Und ein aromatischer Aperitif wie Pastis kann den Geschmack einer Vorspeise überlagern. Auf keinen Fall gehören Milchprodukte (wie Sahne), Sirup, Eier oder ähnliches in einen Aperitif.

Aperitif am besten vorgeben

In der Praxis legt der Gastgeber meist die Menüfolge für seine Gäste fest und sucht dann passende Weine und Rezepte aus. Somit richtet sich der Aperitif zwangsläufig nach diesen Vorgaben. Dieses mühsam ausgetüftelte geschmackliche Gleichgewicht zwischen den einzelnen Getränken und Rezepten lässt sich allerdings nur einhalten, wenn der Gast nicht die Auswahl aus der ganzen Welt der Aperitifs hat. Stattdessen bietet es sich an, zwei oder drei passende Aperitifs vorzuschlagen oder gar schon auf Tabletts vorbereitet zu haben. Es muss nicht immer etwas alkoholisches als Aperitif sein: Auch ein oder zwei Getränke ohne Alkohol sollten neben den alkoholischen Varianten vorrätig sein. Etwas nicht alkoholisches kann zum Beispiel ein frisch gepresster rosa Grapefruitsaft, eine alkoholfreie Bowle oder ein kleiner, gut gewürzter Tomatensaft sein. Diese Getränke machen sich ebenfalls hervorragend als Aperitif.

Aperitif kalt

Kleine Häppchen zum Aperitif

Die Häppchen werden passend zum Aperitif gewählt: Rezepte wie Blätterteigteilchen mit Käse passen nicht zu Kir, Oliven sollten ausschließlich zu Sherry gereicht werden. Rezepte für Canapees mit Lachs hingegen passen eigentlich fast zu jedem Aperitif und immer dort, wo später kein Lachs in der Menüfolge auftaucht. Wichtig ist also auch, dass Doppelungen beim Aperitif mit späteren Speisen vermieden werden. Wer mit der Auswahl der Häppchen zum Aperitif nichts falsch machen möchte, der fährt auf Sparflamme: Auch kleine, salzige Knabbereien oder nur Gemüsestückchen mit oder ohne einem Dip sind eine Alternative, die zum Aperitif gereicht werden können.

Im Übrigen sind Appetithäppchen zum Aperitif durchaus kein Muss - schon gar nicht, wenn ein schönes, ausgiebiges Essen folgt. Als Gast sollte man beachten, dass die kleinen, mundgerechten „Fingerfoods“ den Appetit anregen, aber nicht stillen sollen. Auf der nächsten Seite finden Sie Rezepte für leckere Aperitifs!