Tour de France culinaire


Zu Gast im Elsass

WeintraubenBeginnen wir im Elsass, das uns nicht nur geographisch am nächsten ist. Auch die Gegend zwischen Strasbourg und Colmar mit ihren idyllischen Fachwerkhäusern und den sanft vom Rhein aus aufsteigenden Hügeln ähnelt den deutschen Mittelgebirgen und ihren ver­schlafenen Orten.
Die elsässische Küche gleicht der pfälzischen, badischen und saarländischen; die Geschichte hat diese Gebiete oft genug zusammengebracht. Von den Elsässer Weinen sind vor allem die sehr aromatischen Weißweine bekannt, der Riesling, der Gewürztraminer und der Pinot gris (Grauburgunder). Die Weinberge liegen geschützt an sonnigen Hängen, die Vogesen bieten Schutz gegen kühl - regnerisches atlantisches Wetter.
Sehr unterschiedliche Bodenlagen (Lehm, Kiesel, Mergel, Kalk) bieten optimalen Untergrund für die verschiedenen Rebsorten. Im Spätsommer und Herbst ist es meistens warm genug, dass sich auch Edelfäule ausbilden kann, so entstehen die kom­plexen und würzigen edelsüßen Weine, z.B. aus der Rieslingtraube, dem Gewürztraminer oder der Tokaj d'Alsace, die allerdings nichts mit der Edelweinrebe aus Ungarn zu tun hat, sondern eine Pinotart ist, bei uns unter dem Namen Ruländer bekannt.

Die innige Verbindung zwischen Essen und Wein erkennt man an der Elsässer Institution der Winstub, was früher lediglich eine Gaststube bei den Höfen und Weingütern bezeichnete, wo die örtlichen Weine ausgeschenkt wurden. Später wurden dann auch kleine Gerichte dazu gereicht, wie z.B. der Flammkuchen. Weiterhin typisch für die Elsässer Küche ist Sauerkraut (choucroute), zu dem ein spritziger, eher trockener Wein, der die süß-sauer Note des Krauts unterstreicht, passt - hier bietet sich zum Beispiel hervorragend ein Elsässer Riesling an, der alkoholreicher ausgebaut wird als bei uns. Man sollte dazu aber durchaus auch einmal einen trockenen Tokaj d'Alsace probieren.

Ein weiteres bekannstes Gericht der Region ist der Baeckeoffe, ein Eintopf aus verschiedenen Fleischsorten, Gemüsesorten und Kartoffeln, der früher im öffentlichen Backofen geschmort oder zum Garen zum Bäcker gebracht wurde.

Ebenfalls probierens- und nachkochenswert ist der Coq au Riesling, zu dem man natürlich den Riesling trinkt, den man auch zum Kochen verwendet hat. Zum Guglhupf trinkt man dann einen süßen Wein, z.B. einen edelsüß ausgebauten Gewürztraminer. Der passt auch genauso gut zum Munster­käse, einem sehr würzigen weichen Käse, von dem man aus gutem Grund immer nur soviel kaufen sollte, wie man auf einmal verzehren will, sein Duft ist nicht jedermanns Sache.


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Artikel vom 17.05.2005
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