Interview mit Alfred Biolek


Der neue Trend zum Kochen

In den Medien und im Fernsehen findet das Thema Kochen immer stärkere Beachtung. Die TV-Formate reichen von Sendungen, die junge Leute zum Kochen bringen sollen bis hin zu Dokusoaps, bei denen Prominente unter einem Sterne-Koch eine Restaurantküche leiten sollen. Wir haben uns mit Alfred Biolek, dem Hobbykoch und Moderator der Sendung "alfredissimo", die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiert und als älteste und dauerhaft erfolgreichste Kochsendung im deutschen Fernsehen wohl als das Original aller Kochformate bezeichnet werden kann, über diesen Trend unterhalten. In diesem Zusammenhang haben wir versucht etwas mehr über seine Erfahrungen als TV-Moderator, seine Philosophie als Hobby- und Fernsehkoch sowie über seine Gäste bei Alfredissimo in Erfahrung zu bringen. Er stand uns und damit Euch gerne Rede und Antwort.

Chefkoch.de:
Sehr geehrter Herr Biolek, Sie sind ein Medienstar. Unsere User dürfte es sicherlich interessieren, ob Sie selber viel fernsehen und sich im Internet bewegen. Kennen Sie chefkoch.de?

Biolek:
Ich schaue überhaupt kein Fernsehen und das Internet benutze ich auch nicht. Von Chefkoch.de habe ich über mein Team gehört!

Chefkoch.de:
In diesem Jahr feiern Sie mit Ihrer Sendung "alfredissimo" 10-jähriges Jubiläum. Haben Sie noch den gleichen Spaß am Kochen wie vor 10 Jahren?

Biolek:
Kochen und Essen sind für mich sinnliche Angelegenheiten, die ich nach wie vor genieße, das hat sich in den letzten 10 Jahren höchstens gesteigert und auf keinen Fall habe ich den Spaß daran verloren.

Chefkoch.de:
Wie oft kochen Sie heute selbst?


Biolek:
Früher bin ich fünf Mal die Woche ins Restaurant gegangen und habe 2 mal gekocht. Heute ist das umgekehrt.

Chefkoch.de:
Eine Ihrer Leidenschaften ist der Wein - gehört er Ihrer Meinung zu einem guten Essen dazu oder kann es auch ein Bier oder ein Glas Wasser sein?

Biolek:
Erlaubt ist, was schmeckt.

Chefkoch.de:
In den vergangenen 10 Jahren haben Sie mit vielen Prominenten in Ihrer Sendung gekocht. Was macht mehr Spaß, für die Gäste zu kochen oder das der Gast für Sie kocht?

Biolek:
Das hält sich die Waage. Je nach Gast werde ich mit zum Teil grandiosen Rezepten bekocht und es ist eine große Bereicherung für mich, diese Rezepte kennen zu lernen. Aber ebenso macht es mir eine große Freude, für meine Gäste zu kochen und ich bin dann immer gespannt auf deren Reaktion. Da die Sendung "live on tape" produziert wird, also in der Regel nicht geschnitten wird, ist die Interaktion hier auch immer authentisch. Das macht auch die Spannung der Sendung aus.

Chefkoch.de:
In Ihrer Sendung entsteht der Eindruck, dass Sie schon im Vorfeld eine persönliche Beziehung zu Ihren Gästen gepflegt haben. Sind alle Ihre Gäste gleichzeitig Ihre persönlichen Freunde?

Biolek:
Bei den meisten Gästen trifft das zu, ansonsten ist das ein Ergebnis der guten Vorarbeit meiner Redaktion. Meine Redakteure machen mit jedem Gast vorab Interviews, die ich dann zur Vorbereitung erhalte.


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Artikel vom 19.04.2005
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