Der Artischocke haftet noch immer ein Hauch von Exotik an. Klassisch wird sie kalt mit Vinaigrette oder warm mit Sauce Hollandaise serviert.
Mit ihren dunkel- und blassgrünen Blättern mit purpurnen Rändern gleicht die Artischocke einem Kunstwerk. Egal, wie sie zubereitet wird - durch ihr ungewöhnliches Äußeres fasziniert diese perfekte Blütenknospe auf den ersten Blick. Das schuppige, kiefernzapfenförmige Edelgemüse wird im ganzen Mittelmeerraum angebaut und ist auch in unseren Breiten immer frisch zu haben. Der Hauch des Besonderen haftet der Artischocke an.
Herkunft
Die Artischocke, ein Distelgewächs stammt aus dem Orient. Bereits um 500 v. Chr. war sie in Ägypten bekannt. Doch erst viel später kam die Artischocke nach Europa. Zuerst entdeckte man sie in Italien, dann in Spanien und Frankreich als Feinschmeckergemüse. In Deutschland wird das zarte Distelgemüse seit dem Mittelalter angebaut. Im 19. Jahrhundert brachten italienische und französische Einwanderer die Artischocken nach Nordamerika. Hier erfreuen sie sich großer Beliebtheit und werden besonders in Kalifornien gepflanzt. Die Artischockenpflanze ist eine bis zu zwei Meter hohe, distelartige Staude, die etwa drei bis vier Jahre lang ertragsfähig ist. Die Blätter sind groß und gefiedert. Auf dicken Stängeln entwickeln sich während der Sommermonate die großen, fast runden Knospen oder Blüten.
Inhaltsstoffe und Gesundheit
Schon die alten Ägypter und Griechen sollen den Saft der Artischocke getrunken haben. Artischocken enthalten so gut wie kein Fett, dafür elf Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm. Darüber hinaus weisen Artischocken die Vitamine C, E, Provitamin A und Vitamin BI auf. Wesentlich reicher aber sind sie mit Mineralstoffen und Spurenelementen ausgestattet. So enthalten Artischocken reichlich Kalium, Kalzium, Magnesium, beachtlich viel Eisen, außerdem Kupfer und Mangan.
Ein wichtiger Bestandteil von Artischocken ist das Kohlenhydrat Inulin. Es wird beim Kochen in Fruchtzucker verwandelt und kann ohne das Hormon Insulin abgebaut werden. Deshalb sind Artischocken ein wunderbares Gemüse für Diabetiker. Der herb - milde bis leicht bittere Geschmack wird durch den Bitterstoff Cynarin verursacht. Die Artischockenwirkstoffe fördern die Gallenbildung in den Leberzellen, die Ausschüttung der Galle in den Dünndarm (das ist wichtig für die Fettverdauung), die Leberfunktion, die Senkung des Cholesterinspiegels und die Harnausscheidung. Außerdem finden sich in der Artischocke sekundäre Pflanzenstoffe, die eine antimikrobielle und antioxidative Wirkung haben. Stillende Mütter sollten allerdings auf den Genuss verzichten, denn Artischocken hemmen die Milchbildung.

Henglein
Rama Cremefine

