Vorurteile ausräumen – Kochlöffel einräumen, lautet unser Appell. Und zwar in ihren vielen Materialien, die es auf dem Markt zu kaufen gibt. Küchenhelfer aus Kunststoff, Holz und Metall sind zu vielseitig einsetzbar, als dass man auch nur einen davon aufgrund hygienischer Ängste aus der Küche verbannen sollte. Jedes Material hat spezifische Vorteile – und Vorurteile. Aufklärerische Momente über den Kochlöffel und sein Material hält unsere Recherche für euch bereit.

So natürlich es auch ist, mit einem Holzlöffel den Eintopf zu rühren – viele Hobby-Köche haben Vorbehalte gegenüber dem vermeintlich unbelasteten Holz. Der Gedanke an sich rasend vermehrende Bakterien in den feinen Poren des Holzes kommt hinzu. Gleichzeitig sind sie verunsichert, ob der Kunststoffkochlöffel eine bessere Alternative sein kann. Plastik ist unberechenbar – allerlei Giftstoffe können austreten, wenn es dem Kochlöffel im Topf zu heiß wird. Wir sorgen endlich für Ruhe in der Kochlöffel-Schublade – und für Gewissheit, hygienisch reine Küchenhelfer im Schrank zu haben.

Kochlöffel: Lieblinge der Redaktion

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Der Holzkochlöffel: Antibakteriell und natürlich

Wissenschaftlich bewiesen ist die antibakterielle Wirkung von Holz bei den Holzarten Kiefer, Fichte, Lärche, Ahorn, Eiche, Pappel und Buche. Das Kernholz der Kiefer sticht dabei besonders heraus. Auf ihm haben Bakterien die geringsten Chancen, sich zu vermehren. Die Gerbsäure im Holz hilft dabei, die Ausbreitung zu mindern. Bakterien, die beim Kochen auf das Holz gelangen, werden also abgetötet. Dieser Effekt ist zugleich der porösen Holzstruktur zu verdanken, die Wasser in tiefere Holzschichten durchlässt und Bakterien zugleich das zur Vermehrung benötigte Wasser entzieht.

Wenn ihr einen garantiert schadstofffreien Holzlöffel verwenden möchtet, solltet ihr auf den Kauf von komplett unbehandeltem Holz achten. Informationen darüber führt der Hersteller in seinen Hinweisen zum Produkt auf, wenn ihr dem bloßen Auge nicht traut. Anschließend könnt ihr das Holz selbst ölen und pflegen. Olivenöl, Sonnenblumenöl oder ein anderes, weitestgehend geschmacksneutrales Öl eignen sich dafür sehr gut.

Kochlöffel aus Olivenholz, Teak, Bambus oder Akazienholz

Alternativen zu heimischen Holzarten wie der Kiefer sind edle Varianten wie Teak, Ebenholz und Akazienholz oder aber Bambus und Olivenholz. Wenn ihr euch für Nachhaltigkeit entscheiden möchtet, ist Bambus als schnellwachsender Rohstoff eine gute Wahl. Auch das Holz von Olivenbäumen wird erst dann verarbeitet, wenn die Bäume keine Früchte mehr tragen. Holzlöffel aus Olivenholz sind an ihrer typischen Maserung zu erkennen.

Mit dem richtigen Kochlöffel kratzsicher rühren

Ein wesentliches Argument für den Gebrauch eines Holzlöffels ist, dass ihr ihn bedenkenlos bei jedem Kochgeschirr verwenden könnt. Den Kochlöffel flexibel einsetzen zu können, wird vor allem dann wichtig, wenn ihr häufig mit kunststoffbeschichteten Pfannen hantieren. Mit einem Holzlöffel werdet ihr eine Teflon-Pfanne niemals zerkratzt bekommen. Sollte euch der Schutz eures Kochgeschirrs wichtig sein, sind Kochlöffel aus Kunststoff eine gute Alternative zum Holzkochlöffel.

Preisfrage: Wozu dient das Loch in der Mitte des Kochlöffels?

Die häufigste Antwort auf die Frage, wofür das Loch in der Mitte des Kochlöffels dient, lautet: Zum Aufhängen – Witzig, aber falsch. Solche Küchenhelfer werden auch Rührlöffel genannt. Die runde Aussparung soll beim Rühren den Widerstand minimieren. Rührteig kann so auch von Hand angerührt werden. Rührlöffel haben meist ein spitz zulaufendes Ende. Damit lassen sich selbst in den Ecken des Topfes die Speisen rühren oder ausschaben. Alternativ könnt ihr auch auf spezielle Spachtel zurückgreifen. Damit sind flache Kochlöffel gemeint, deren Ecken kantig enden.

Kochlöffel aus Holz: Ein Material mit antibakterieller Wirkung

Kochlöffel aus Kunststoff: Qualität geht mit Unbedenklichkeit einher

Es gibt Für- und Gegensprecher: Die einen halten einen Kunststoffkochlöffel für eine hygienisch reine Angelegenheit, weil er einfach zu reinigen ist und auch in die Spülmaschine gelegt werden darf. Die anderen fürchten gefährliche chemische Verbindungen, die bei hohen Temperaturen entweichen und sich mit dem Essen verbinden können – eine Sorge, die in der Tat nicht ganz unbegründet ist.

Schätzungsweise 10 Prozent der Küchenutensilien aus Plastik sind mit bedenklichen Schadstoffen versehen, schätzt das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR). Melamin ist dabei der Hauptbestandteil besorgniserregender Zusätze im Plastik. Zu nennen ist außerdem noch Formaldehyd. Treten diese Stoffe in hohen Konzentrationen auf, kann das BfR eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausschließen.

Die chemische Verbindung aus Melamin und Formaldehyd wird noch immer häufig gebraucht, um Kunststoffkochlöffel herzustellen. Im Resultat wird das Produkt nämlich besonders stabil. Lässt man den Kochlöffel, der solche Stoffe enthält, beim Kochen im Topf, können Melamin und Formaldehyd an das Lebensmittel abgegeben werden. Schleimhautreizungen sind die häufigste Folge einer Aufnahme von Formaldehyd über die Nahrung. Plastikkochlöffel, die aus Melaminharzen hergestellt werden, solltet ihr daher vorsichtshalber meiden, so verlockend die Angebote auch sein mögen.

Kunststoffbeschichtungen von WMF etwa verzichten auf Melaminharze. Der Hersteller setzt auf die Anwendung eines Spezialkunststoffs. Alternativen sind aber auch Kochlöffel aus Silikon oder Nylon – hitzebeständig bis etwa 200 °C und optimal zum Rühren in der heißen Pfanne.

Kochlöffel aus Metall: Nichts für empfindlichen Untergrund

Kochlöffel und Rührlöffel aus Metall werdet ihr kaum finden. Der Siegeszug beschichteter Pfannen und Töpfe erfordert nämlich ein Material, das den Untergrund behutsam streift. Kunststoffmaterialien wie Silikon und auch Holz werden daher bevorzugt zur Produktion herangezogen. Metallkochlöffel sind trotzdem gefragt – als Schöpflöffel, Schaumlöffel, Gießlöffel, Saucenlöffel und vieles mehr. Rostfreier Edelstahl behält dauerhaft seinen Glanz und lässt sich leicht reinigen. Angebote für Küchenhelfer dieser Art sind so weit gefasst, wie es Herausforderungen in der Küche gibt. So trefft ihr auf die unterschiedlichsten Formen, die euch auf sämtliche Situationen in der Küche vorbereiten.

Wer schon einmal versucht hat, Pasta mit einem normalen Löffel auf den Teller zu portionieren, weiß um die Problematik, die Nudeln zu erwischen. Nudellöffel mit langen Zacken verhindern das Abrutschen der Pasta. Darüber hinaus ist der Schaumlöffel ein Utensil, das in keiner Küche fehlen darf. Teigwaren wie Maultaschen, Gniocchi oder Spätzle könnt ihr aus dem Kochwasser herausheben und abtropfen lassen, ebenso wie ihr die Speisen aus heißem Fett entnehmen könnt. Auch wenn ihr beim Frittieren eine Temperatur von 175 °C nicht überschreiten solltet, kann das Fett eine höhere Temperatur erreichen und hitzeunbeständige Kunststoffbeschichtungen angreifen. Um diese Wechselwirkung zu umgehen, könnt ihr auf Kochlöffel aus Metall zurückgreifen – sicher ist sicher. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Pfannen und Töpfe, die ihr verwendet, unempfindlich gegenüber Kratzern sind. Metallkochlöffel von WMF bestehen aus dem Material Cromargan, ein rostfreier Edelstahl, in dem Chrom und Nickel verarbeitet sind. Nickelallergiker können von seinem Glanz und der leichten Reinigung allerdings nicht profitieren.

Die Schaumkelle: wichtiger Kochlöffel in eurer Küchenausrüstung

Holzkochlöffel und Kunststoffkochlöffel aus hygienischer Sicht: Der Vergleich

Die Anforderungen an das Material sind gleich: Es muss hitzeresistent sein, darf nicht auf das Lebensmittel abfärben und muss leicht zu reinigen sein. Vor allem im letzten Punkt solltet ihr euch aber von der Vorstellung verabschieden, dass spülmaschinenungeeignete Küchenhelfer Bakterienschleuder sind. Auch wenn dem Holzkochlöffel Spülmaschinenkuren auf Dauer nicht gut bekommen, sagt es nichts über seine hygienischen Eigenschaften aus. Im Gegenteil können sich auf Plastikkochlöffeln, die feine Kratzer aufweisen, Bakterien viel besser festsetzen. Achtet man aber auf unbeschädigtes Material und die passende Reinigung bleiben Löffel aus Holz und Kunststoff auch nach der Benutzung eine hygienische Küchenhilfe.

Beide Materialien haben ihre Berechtigung, in unserer Schublade ein Plätzchen sicher zu haben. Bei hartnäckigem Zweifel, für welchen Kochlöffel ihr euch entscheiden sollt, ordert euch am besten beide Materialien. Welcher am Ende euer Favorit sein wird, zeigt sich in der Praxis.

Holzkochlöffel Kunststoffkochlöffel
OKDie antibakterielle Wirkung von Holz ist wissenschaftlich bewiesen. Die Reinigung erfolgt abwechselnd mit kaltem und heißem Wasser. OKDer Kunststoffkochlöffel ist einfach zu reinigen. Speisereste setzen sich nicht fest. Er ist zudem noch Spülmaschinenfest.
OKUnbehandeltes Holz enthält keine Schadstoffe, die beim Kochen und Rühren an die Speisen abgegeben werden können. OKHitzebeständige Kunststoffe widerstehen den Temperaturen im Topf oder in der Pfanne, ohne Schadstoffe an das Lebensmittel abzugeben.
OKViele Holzarten sind nachhaltig. Bambus etwa ist ein schnellwachsender Rohstoff – in der Produktion mit der von Kunststoffkochlöffeln nicht zu vergleichen. OKKochlöffel aus Kunststoff gibt es in mehr Formen als die Küchenhelfer aus Holz. Bratschaufeln etwa sind praktische Helfer für spezielle Kochsituationen.
OKGeeignetes Utensil bei beschichteten Pfannen. OKKein Zerkratzen beschichteter Pfannen.
Holzkochlöffel müssen mit Hand gereinigt werden. Spülmaschinengänge schaden dem Material. Kunststoffe, die aus Melaminharzen gefertigt werden, sind gesundheitlich nicht unbedenklich.
Holzkochlöffel müssen lange im Freien trocknen. Quellen sie durch zu viel Feuchtigkeit auf und bekommen Risse, müssen sie leider entsorgt werden. In feinen und tiefen Rillen können sich Bakterien besser anlagern als beim Holzkochlöffel. Wasser, das nicht in den Löffel einsickern kann, ist für sie der ideale Nährboden.

Der Holzlöffel in der Spülmaschine: Fauxpas oder effektive Reinigung?

Ein Holzkochlöffel kann Generationen überstehen, nicht jedoch wenn er den Elementen Feuer und Wasser ausgesetzt wird. In der Spülmaschine würde ein Holzlöffel schnell aufquellen und sich verfärben. Effektiver wird die Reinigung in der Spülmaschine dabei gar nicht. Damit ihr lange Zeit von eurem Küchenhelfer Gebrauch machen könnt, empfiehlt es sich, ihn mit Hand zu spülen.

  • Nehmt zur Reinigungkein Spülmittel. Damit ist gewährleistet, dass der Holzlöffel den Geschmack nicht annimmt.
  • Wascht ihn stattdessen unter kaltem Wasser aus und anschließend mit heißem Wasser ab.
  • Spült den Kochlöffel direkt nach der Benutzung, damit keine Speisereste festtrocknen.
  • Für eine gründliche Reinigung könnt ihr den Löffel auch mit Salz sauber reiben.
  • Lasst den Holzkochlöffel gut trocknen, legt ihn nicht direkt wieder in die Schublade.

Nach der Reinigung folgt die Pflege: Je nachdem, wie oft ihr euren Holzkochlöffel benutzt, solltet ihr ihn alle 1-2 Monate einölen. Sollten die Holzfasern einmal abstehen, hilft Schmirgelpapier, die Oberfläche wieder zu glätten. Im Anschluss solltet ihr den Kochlöffel erneut reinigen und einölen.

Küchenhelfer für den Küchenhelfer: Die Kochlöffelablage

Mittlerweile gibt es wohl für alles eine Erfindung – Küchenhelfer wie auch Helfer für die Küchenhelfer. Eine Kochlöffelablage ist das beste Beispiel dafür und setzt sich in immer mehr Haushalten durch. Eine Ablage ist sinnvoll, sofern sie zu euren Kochgewohnheiten passt: Wenn ihr nach jedem Rühren in der Soße den Kochlöffel ins Spülwasser werft oder ihn auf die Arbeitsplatte legt, weil ihr nicht wisst, wohin mit ihm, zum Beispiel.

Fazit: Wie es um die Hygiene unserer Kochlöffel steht

Weil Küchenhelfer aus Kunststoff in den Geschirrspüler gelegt werden dürfen, glauben viele, Plastikkochlöffel seien hygienischer. Dieser Gedanke kann nach heutigem Kenntnisstand als Trugschluss entlarvt werden. Holz hat nämlich eine antibakterielle Wirkung. Eine gründliche Reinigung mit kaltem und heißem Wasser und das Trocknen des Holzkochlöffels begünstigen den Effekt. Von aufgequollenen Holzlöffeln mit tiefen Rissen und zerkratzten Kunststofflöffeln solltet ihr euch dagegen trennen. Insbesondere in den Rillen des Plastiks setzen sich Bakterien fest und vermehren sich. Bei Metallkochlöffel habt ihr diese Problematik nicht, da sich auf ihrer Oberfläche Bakterien nicht so leicht festsetzen können.

Egal, für welches Material ihr euch entscheidet, mitkochen solltet ihr den Kochlöffel aus Holz, Kunststoff oder Metall nicht. Er ist schließlich nur zum Rühren da. Solltet ihr den Kochlöffel dennoch einmal im Topf vergessen haben, sind die Auswirkungen beim Holzlöffel gering. Im schlimmsten Fall kann das Holz aufquellen oder reißen. Kunststofflöffel, die Melamin und Formaldehyd enthalten, können aber gesundheitsgefährdende Stoffe an das Lebensmittel abgeben. Das Gleiche gilt für Metallkochlöffel, in denen Nickel enthalten ist. Nickelallergiker können darauf nicht zurückgreifen. Sie sind mit Holzkochlöffeln oder Kochlöffeln aus Silikon oder Spezialkunststoff besser bedient – wie alle Hobbyköche, die ihre Küche als schadstoff- und keimfreie Zone wissen wollen.