Mit einem guten Frühstück gesund in den Tag


In Deutschland - und anderswo

Und was steht in deutschen Landen auf dem Frühstückstisch? Zu den Favoriten gehören generell Butter und Marmelade bzw. Konfitüre und Honig. Jeder Zweite bevorzugt süße Brotbeläge. An zweiter und dritter Stelle folgen Käse und Wurstaufschnitt. Gerade bei Jüngeren sind das Müsli oder die Cornflakes mit Milch groß im Kommen. Jeder Fünfte schwört darauf.
Ernährungsberater bemängeln, dass etliche Müsli- und Cornflakesmischungen zu viel Zucker enthalten. Hier ist also ein Blick auf die Zutatenliste angebracht. Als Getränke werden Kakao, Milchkaffee, Tee, Cappuccino und Milch bevorzugt.
Natürlich gibt es Unterschiede in den einzelnen Gegenden - fällt das Frühstück im Norden schon mal etwas deftiger aus mit Katenschinken, Schwarzbrot, frisch geräuchertem Fisch und eventuell einem "Strammen Max" oder einem Matjestopf, so gibt es im Süden "Weißwurst", gebratenen Leberkäs' mit Spiegelei und ofenfrische Laugenbrezeln.


In Skandinavien frühstückt man gerne zweimal am Tag: einmal früh mit Knäckebrot, Käse, etwas Gebäck, Milch und viel Kaffee, einmal gegen Mittag, die sogenannte "Frokost", mit üppig belegten Broten. Das können z. B. Heringshappen auf Graubrot sein oder auch Leberpastete mit Baconstreifen, Gurkensalat und natürlich auf Brot das Ganze.

Die Briten und Iren legen viel Wert auf ein üppiges Frühstück. Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen über den engen Zusammenhang zwischen einem guten Frühstück und innerer und äußerer Gelassenheit - aber es lässt sich nicht übersehen, dass in Ländern, in denen gewohnheitsmäßig gut gefrühstückt wird, zum Beispiel in England und Schottland, die Leute im allgemeinen weniger hektisch sind als in den Ländern weiter südlich, wo es manchmal nur einen Milchkaffee und gar nichts Handfestes dazu gibt. Es gibt sogar Leute, die wollen wissen, dass nur ein Frühstück wie das britische einem Volk wie den Briten die Kraft und das ruhige Selbstvertrauen geben konnte, um ein Weltreich zu erobern (und, könnte man hinzufügen, auch die Kraft, dessen Verlust gelassen zu ertragen).
Ein Frühstück wie zum Beispiel das britische könnte auch uns möglicherweise etwas weniger Stressanfälligkeit und etwas mehr innere Ruhe geben.
Das ganz echte britische Frühstück fängt bereits im Bett an - nämlich mit einem "early morning tea", wie ihn fast jeder in England noch vor dem Aufstehen zu sich nimmt (es gibt tatsächlich noch heute in England Hotels, wo einem dieser frühe Morgentee zur gewünschten Zeit ans Bett gebracht wird, und das nicht nur in kostspieligen Luxusherbergen).
Dann gibt es am Tisch Saft, klein geschnittenes Obst, eventuell sogar eingeweichten Backpflaumen. Dann Cornflakes oder anderen "cereals" mit Milch oder, ganz schottisch, mit Porridge. Weiterhin Spiegelei und Speck, Pilze, kleine Würstchen und in der Pfanne im Bratfett geröstetes Toastbrot. Inzwischen steht natürlich auch eine große Kanne Tee auf dem Tisch, ein kräftiger schwarzer Tee, der mit Milch oder mit heißem Wasser verdünnt wird. Soweit es sich um ein "ganz normales" britisches Frühstück handelt, folgen jetzt nur noch Toast und Marmelade, die bittere englische Frühstücksmarmelade aus Orangen.
Das irische Frühstück, traditionsgemäß besonders üppig, kennt noch eine weitere Zutat zu der Spiegelei - Palette: gebratene Nieren. Besonders zünftig ist halbierte, geputzte und gebratene Lammniere, aber auch Scheibchen von Kalbsniere schmecken gut dazu.

Die Holländer lieben schlichte, deftige Gerichte wie Butter, Käse, Milch, Eier und Gemüse am Morgen. Für Kinder gibt es in manchen Familien gerne Haferbrei und "Flensjes" - dünne Pfannkuchen mit Sirup, lieben nicht nur die Kinder. Der Einfluss der Kolonien ist hier spürbar, wenn es z. B. Eier in Currysauce gibt und Chutneys als Beilage.

Ein echtes mexikanisches Frühstück beginnt mit viel Obst: Passionsfrüchte, Guaven, Karambolen, Limetten und Avocados zum Beispiel. Und dann gibt es auch gleich das wichtigste Gericht des Landes: Tortillas, die kleinen Pfannkuchen, die eigentlich aus Maismehl, Wasser und Salz zubereitet werden. Zu den Tortillas werden beliebig viele Beilagen gereicht: geriebener Käse, Kopfsalatstreifen, geschnetzelte, kurz gebratene Hähnchenbrust oder Guacamole. Natürlich isst der Mexikaner auch Brot und süße Brötchen zum Frühstück. Oder Spiegeleier mit Avocadostreifen und Tomatensauce, die mit Pfefferschoten, Salz, Zucker, Zimt und Knoblauch gewürzt werden. Zu trinken gibt es Kaffee. Am beliebtesten ist allerdings die aufgeschlagene Schokolade. Dazu verrührt man 60 g bittere geriebene Schokolade, 2 TL Zucker, Vanillemark und Zimt mit ½ L kochender Milch und stellt das ganze ins Wasserbad. Dann schlägt man mit dem Schneebesen ein Ei darunter.

Das japanische Frühstück ist den meisten Europäern noch fremd. Auftakt eines traditionellen japanischen Frühstücks ist "umeboshi", eine sauer eingelegte Pflaume. Ihre heftige Säure bewirkt, so glauben die Japaner, so etwas wie eine eiskalte Dusche von innen - sie erfrischt und reinigt. Danach folgt Reis, und zwar der japanische Reis, der nicht körnig, sondern klebrig sein muss, damit man ihn klümpchenweise mit den Essstäbchen aufnehmen kann. Zu dem Reis isst man getrockneten Purpurtang. Ebenso unabdingbar gehört zum Frühstück "Misoshiro", eine heiße Gemüsebrühe, die mit Sojabohnenpaste gebunden ist. Sie wärmt und sättigt gleichzeitig. Wer sein Frühstück besonders üppig gestalten will, erweitert es durch Eierspeisen. Beliebt ist warmer Reis mit gestocktem Ei, aber auch ein kunstvoll aufgerolltes Omelett mit Spinatfüllung kann den Abschluss machen.
Rezepte für ein ausgiebiges und reichhaltiges Frühstück finden Sie in unserer Rezeptdatenbank und in unseren Foren!

zurück

Artikel vom 03.05.2004
nach oben | Artikel drucken