Mit Ostern geht nicht nur die lange Fastenzeit zu Ende, sondern auch die dunkle, kalte Jahreszeit. Die Tage werden wieder merklich länger, die Luft ist angenehm mild – der Frühling kommt!
Nun kommt das Licht wieder, die Farben in der Natur und die Lebensgeister regen sich allerorten. Ein Neubeginn – jedes Jahr wieder!
Aber schon in vorchristlichen Zeiten feierten die Menschen ein Frühlingsfest. Denken wir an die Sonnenwendfeuer, die Vorgänger unserer Osterfeuer.
"Kar" stammt von dem althochdeutschen Wort "kara" ab und bedeutet soviel wie Sorge, Trauer, Kummer oder Klage. Damit wäre die Herkunft des Namens für den Freitag vor Ostern erklärt.
Warum aber ist der Donnerstag davor "grün"? Die Silbe "grün"“ stammt nicht von der Farbe, sondern von dem Wort "greinen" (weinen). Früher wurden an diesem Tag kurz vor Ostern die Sünder und Büßer wieder in die Kirchgemeinschaft aufgenommen und sie weinten dabei Tränen der Reue und Freude. Außerdem schmückten sie sich mit jungem Grün, als Zeichen dafür, dass die einstmals "dürren Zweige am Stamm der Kirche" nun wieder neu zu leben begonnen hatten. Deshalb heißt in manchen Gegenden dieser Tag auch "Antlasstag". Antlass = Entlassung
Am Gründonnerstag ist es seit langem Brauch, Grünkräuter zu pflücken und als Speise zuzubereiten. Überhaupt sind am Gründonnerstag grüne Speisen in vielen Gegenden und Familien beliebt. Überall sprießen jetzt in Wald und Flur wieder die Kräuter und gerade in den letzten Jahren erlebt diese Richtung, hin zu den in der Natur gewachsenen Gaben, eine wahre Renaissance.
Ein weitverbreiteter Brauch war es, am Gründonnerstag Blumen, Kohl und Kräuter zu säen und zu pflanzen. Diese würden dann ganz besonders gut wachsen!
Die am Gründonnerstag gelegten Eier, die "Gründonnerstagseier", sollen ein heilkräftige Wirkung haben. Deshalb wurden sie an diesem Tag besonders sorgfältig eingesammelt und mit etwas Grünem verspeist.
Das Märchen vom eierlegenden Osterhasen ist uralt. Entstanden mag es sein, weil Hasen und Eier seit jeher als Symbole der Fruchtbarkeit galten. Bei den alten Germanen waren die Hasen der Frühlingsgöttin Ostara sogar heilig, und die Eier wurden am Donnerstag vor Ostern behutsam mit Brot und Mehl vermischt an die Pflugschare gestrichen, um sich einer guten Ernte zu versichern.
Eier bunt zu färben und zu verzieren – dieser Brauch ist schon seit 5000 Jahren von den Chinesen bekannt. Die bunten Eier wurden dann mit guten Wünschen für ein erfolgreiches Erntejahr verschenkt. Auch die alten Germanen und die Ägypter verehrten das Ei als Fruchtbarkeitssymbol.
In manchen Gegenden ist das aber auch ein Ostersonntagsbrauch.
Karfreitag isst man in vielen Familien Fisch. Der klassische Karfreitagsfisch war früher gesalzener Kabeljau (Laberdan), gesalzener und getrockneter Kabeljau, der Klippfisch oder der Stockfisch, an der Luft getrockneter Kabeljau.
Im Gegensatz zu Weihnachten findet das Osterfest nicht immer am selben Datum statt, sondern richtet sich nach dem Mond: Steht im Frühjahr der erste Vollmond am Himmel, so ist der darauf folgende Sonntag der Ostersonntag.
Wie kommt Ostern eigentlich zu seinem Namen? Da gibt es unterschiedliche Erklärungen. Die erste, und wahrscheinlich richtige: Das althochdeutsche Wort für Ostern, "ostarun", bedeutet Morgenröte. Es war Brauch, in der Ostemacht bis zum nächsten Morgen wach zu bleiben.
Eine ganz andere Erklärung hatten verschiedene Gelehrte in den vergangenen Jahrhunderten. Und, da sie so schön romantisch ist, hat sie sich bis heute gehalten, obwohl es dafür gar keinen Nachweis gibt. Der Kirchenlehrer Beda Venerabilis und später auch Jacob Grimm vermuteten, der Name Ostern gehe auf eine germanische Frühlingsgöttin, mit dem Namen Ostara zurück. Im Angelsächsischen hieß die Frühlingsgöttin "Eostrea", im Lateinischen "Aurora". Ihr zu Ehren sei jedes Jahr ein Frühlingsfest gefeiert worden, das später dann von Ostern abgelöst worden sei. So schön diese Vorstellung auch sein mag, ein Beweis für die Göttin Ostara fehlt jedoch leider bis heute.
Der Karsamstag war früher der stillste Tag im ganzen Jahr. Im heutigen Alltag spürt man meist nicht mehr viel von der besonderen Stille dieses Tages.
Man ist mit den Vorbereitungen für die Ostertage beschäftigt und in vielen Familien ist der Ostersamstag ein gemeinsamer "Backtag".
Es wird typisches Ostergebäck in verschiedenen Formen und Figuren gebacken. Über die Bedeutung der Symbolik einzelner Gebäcke weiß man heute nicht mehr allzu viel: der Zopf zum Beispiel gilt als Glücksbringer und zusammen gelegt als Osterkranz soll er Glück, Gesundheit und Lebenskraft bringen. Das Osterlamm ist in seiner Symbolik klar – das Opferlamm. Weiter darf der Hase nicht fehlen – wer sollte sonst die Ostereier bringen!
Österliche Backrezepte finden Sie in unserer Rezeptdatenbank!
Natürlich steht frühmorgens die Ostereiersuche an erster Stelle! Wenn dann (fast!) alles wiedergefunden wurde, gibt es ein österliches Frühstück, welches sich auch gerne zu einem Brunch ausweiten lässt (dazu finden Sie hier einen passenden Artikel aus unserem Magazin).
Zum Osterfest gehören besondere Speisen. Das sind der Hase und das Lamm, das Zicklein, aber auch Geflügel.
Da kann es auch schon mal ein etwas aufwändigeres Mahl sein, wenn sich die Familie zum Festessen trifft.
Vorspeisen, Suppen, Hauptspeisen und Desserts finden Sie unter der Kategorie Ostern in reicher Auswahl in unserer Rezeptdatenbank und weitere in unseren Foren.
Ihr Team von chefkoch.de wünscht Ihnen ein gelungenes, fröhliches Osterfest!



