Der Valentinstag ist nun einfach zum Tag der Liebenden geworden und Essen und Trinken waren schon immer perfekte Partner der Liebe - halten "Leib und Seele" zusammen!
Der französische Meister der Feinschmeckerküche des 18. Jh., Grimod III. de la Reynière bringt es auf den Punkt: "...die beiden wichtigsten Dinge für eine gelungenen Liebesbeziehung sind Herd und Matratze..."! Weiter sagt er: "...anregende Speisen sind nicht nur nützlich, sondern werden oft sehnlichst herbeigewünscht..." Die Suche und der Wunsch nach aphrodisierenden Speisen ist uralt und wir versuchen an diesem Tag unserer oder unserem Liebsten mit einem besonders ausgesuchten Mahl eine Freude zu machen und "die Stimmung zu heben"! Eben weil ein gutes Essen in kuscheliger Atmosphäre aphrodisierend wirkt.
Ein aphrodisisches Mahl will inszeniert sein. Die Vorfreude zu wecken ist ebenso wichtig wie die Stimulierung aller Sinne.
Kerzenlicht verschönert die Speisen und die Speisenden, Blumen bringen Anreiz für Augen und Nasen Allerdings sollte man auf ein großes Bukett verzichten und lieber Rosenblätter und Blüten wie zufällig verstreut arrangieren.
Zum Aperitif wählt man kleine Knabbereien, die als Appetitanreger fungieren sollen! Zu unserem Anlass eignen sich Nüsse, noch besser Pinienkerne. Denen werden schon lange aphrodisische Kräfte nachgesagt. Apicius, einer der ersten Kochbuchautoren überhaupt, empfahl ein Gebräu aus Pinienkernen, gekochten Zwiebeln, weißem Senf und Pfeffer - vielleicht probieren Sie es mal, leider habe ich kein genaues Rezept gefunden.
Eine Vorspeise könnte, besonders von den Arabern, die an die Kraft der Pistazie glauben geliebt, eine Pistaziensuppe sein. Dazu brauchen Sie nur Pistazien blanchieren, zu einer Paste verarbeiten und einer Suppe Ihrer Wahl zugeben.
Nehmen Sie ein küchenfertiges Huhn und füllen Sie es mit Lorbeerblättern, Thymianzweigen und Petersilie. Geben Sie Rosmarin, gehackten Salbei und Stangensellerie in eine tiefe Pfanne, für einen intensiveren Geschmack können Sie auch die Innereien hinzufügen, legen Sie 50 frische Knoblauchzehen hinein, gießen Sie Olivenöl darauf, und streuen Sie Oregano und Thymian darüber, legen Sie nun das Huhn hinein. Das Ganze dicht verschließen und 1 ½ Std. braten bei geringer Hitze. Wenn Sie zwischen Keule und Brust einstechen und der Saft klar herausrinnt, ist es gar. Reichen Sie dazu Bohnen oder Broccoli und Croutons. Für letztere nehmen Sie Weißbrotscheiben, die Sie mit Olivenöl oder etwas Pesto bestreichen und goldbraun backen. Legen Sie das zerteilte Huhn auf die Croutons, die die Säfte aufsaugen und arrangieren Sie Knoblauch und Gemüse ringsum.
Als Dessert muss es etwas aus Äpfeln sein, in Anlehnung der Verführung Adams durch Eva, obwohl der Apfel der Verführung wohl mit Sicherheit eine Quitte war, mache meinen auch, es wäre eine Aprikose gewesen.
Ganz wichtig ist zum Abschluss ein guter Kaffee, ideal wäre ein echter Arabica - Kaffee mit einer Prise Zimt für die Leidenschaft - dafür steht dieses zauberhafte Gewürz nämlich! Und auf gar keinen Fall darf eines fehlen - Schokolade! Diese ist unter den Aphrodisiaka eines der wenigen, deren Wirkung auf das Gehirn wissenschaftlich nachgewiesen ist. Der Abend kann dann mit einem köstlichen Wein mit samtigen Aroma abgerundet werden.

Henglein
Rama Cremefine

