Unabhängig vom
religiösen Hintergrund entscheiden sich viele Menschen dafür, einmal im Jahr zu
fasten. Das bedeutet: Einige Tage lang komplett auf feste Nahrung zu verzichten
und nur Wasser und Tee zu trinken, um den Körper dadurch zu reinigen. Was dabei
wichtig ist und warum falsches Fasten die Gesundheit gefährden kann.
Der Ursprung des Fastens liegt in den verschiedenen Religionen. So beginnt etwa im Christentum die vierwöchige Fastenzeit traditionell am Aschermittwoch, auch im Islam begehen Gläubige den Fastenmonat Ramadan. Immer mehr jedoch hat sich das Fasten von der Religion gelöst - heute gönnt man sich und seinem Körper eine Woche "Heilfasten". Durch den kompletten oder teilweisen Verzicht auf feste Nahrung möchten Fastende ihrem Körper etwas Gutes tun und so Schadstoffe loswerden, die sich im Körper angereichert haben. Deshalb spricht man oft auch von "Entschlacken" oder "Entgiften". Medizinisch gesehen ist das jedoch unnötig. Denn der Körper baut Stoffwechselprodukte selbst ab - etwa über Leber, Niere, Darm und Haut.
Fasten - die verschiedenen Möglichkeiten
Dennoch kann Fasten positive Auswirkungen haben - für Körper und Seele. Etwa wenn das Fasten als Startschuss in ein gesünderes Leben oder als Auftakt zu einer Ernährungsumstellung verstanden wird. Wer Heilfasten ausprobieren möchte, hat verschiedene Modelle zur Auswahl. Es muss nicht immer die Nulldiät sein. Eine der bekanntesten Formen ist das Buchinger-Heilfasten: Man ernährt sich mehrere Tage nur von Tee, Säften und Gemüsebrühe. Beim Saftfasten geht man noch einen Schritt weiter und trinkt nur Obst- und Gemüsesäfte. Basenfasten hingegen ist weniger radikal, hierbei verzichtet man auf tierische Nahrungsmittel, darf aber pflanzliche Produkte essen. Und beim Molke-Fasten wird - wenig überraschend - Molke für einige Tage zum Grundnahrungsmittel. Alle Fastenmodelle haben eines gemeinsam: Wichtig ist es, während der Fastenzeit genug zu trinken und sich mit ausreichend Mineralstoffen zu versorgen, etwa durch reichhaltige Suppen oder Säfte.
Zum Abnehmen nicht zu empfehlen
Viele Menschen möchten fasten, um schnell und am besten ohne Sport abzunehmen. Tatsächlich lassen sich damit Pfunde verlieren. Doch nicht nur der Jojo-Effekt droht, da der Körper nach dem Fasten seine Energiereserven wieder auffüllt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Fasten nicht als Methode, um damit Gewicht zu reduzieren. Denn wenn der Körper keine Nahrung bekommt, stellt sich der Stoffwechsel um - im Extremfall ähnlich wie bei Magersucht. Nicht geeignet ist Nahrungsverzicht deshalb etwa für Schwangere oder für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes oder Bluthochdruck. Wer sich nicht sicher ist, lässt sich am besten vorher vom Hausarzt beraten. Gesunde sollten in Eigenregie nicht länger als eine Woche fasten. Da der Körper seine Leistungsfähigkeit herunterfährt, fällt es Fastenden zusätzlich schwer, den Alltag wie gewohnt zu stemmen. Wer also konsequent fasten möchte, macht das bestenfalls im Urlaub oder unter medizinischer Betreuung in einer Kur.
Kleine Anleitung zum Fasten
Wer es zu Hause selbst versuchen möchte, sollte sich vorab informieren, welche Methode ihm am ehesten zusagt und sich dann gut darauf vorbereiten. Grundsätzlich ist der Ablauf jedoch in den meisten Fastenkuren gleich: Zunächst muss der Körper auf die Auszeit vorbereitet werden. Dazu steigt man ein bis zwei Tage vorher auf kalorienarme Kost um. Wenn die eigentliche Fastenphase beginnt, steht eine Darmreinigung an. Dafür greifen viele zum Glaubersalz: Seine Inhaltsstoffe wirken abführend. In den meisten Fastenkuren ist es außerdem üblich, die Reinigung mit Darmspülungen zu unterstützen. Sind die Fastentage dann überstanden, muss man den Körper während des sogenannten Fastenbrechens mit kleinen Portionen wieder an normale Mahlzeiten gewöhnen. Den Auftakt kann beispielsweise ein Apfel oder eine kleine Portion Reis bilden.
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