Kartoffelsalat an Heiligabend: Sechs gute Gründe

Kartoffelsalat ist nicht nur ein Partyrezepte-Klassiker

Kartoffelsalat an HeiligabendJeder dritte Deutsche isst am Heiligen Abend Kartoffelsalat. Kein anderes Gericht findet am 24. Dezember so viele treue Anhänger - auch nicht der Gänsebraten, das Fondue oder das Raclette. Für viele ist es eine langgehegte Familientradition und gehört zu Weihnachten einfach dazu, auch wenn viele gar nicht mehr wissen, warum sie eigentlich alle Jahre wieder zum Klassiker greifen.

Die meisten Deutschen essen an Heiligabend den klassischen Kartoffelsalat mit Mayonnaise zusammen mit Würstchen. Doch auch Frikadellen oder Schnitzel sind beliebte Begleiter zum Kartoffelsalat. Dabei muss es nicht unbedingt die kalorienhaltige Mayonnaise-Variante des Salats sein - obwohl die wohl die beliebteste ist. Cremigen Kartoffelsalat ohne Mayonnaise kann man nämlich auch mithilfe von fettarmer Mayo oder Joghurt zaubern. Gerade in Süddeutschland wird auf eine solche Zugabe in der Regel komplett verzichtet und der Kartoffelsalat mit Essig und Öl sowie Fleischbrühe zubereitet - der Klassiker hier ist der Schwäbische Kartoffelsalat.

Sechs Gründe für Kartoffelsalat

In einigen Familien ist der Heiligabend der erste große Familien-Tag, an dem Kinder und Verwandte anreisen. Deshalb möchte der Koch bzw. die Köchin auch etwas von der Familie haben, statt den ganzen Abend nur in der Küche zu verbringen. Hier ist Kartoffelsalat äußerst praktisch, weil er nicht aufwändig herzustellen ist und sehr gut vorbereitet werden kann.

An Heiligabend erinnert man an die Geburt Jesu und das Schicksal von Maria und Josef. Zu ehren dieser beiden wird in einigen Familien am 24. Dezember nicht üppig gegessen, da auch Maria und Josef an diesem Tag nicht üppig speisen konnten.

Ein weiterer Grund, aus dem sich die Tradition ergeben haben könnte ist der, dass im und auch kurz nach dem Krieg nicht viele Lebensmittel vorrätig waren.  Zutaten wie Kartoffeln, Gurken, Eier und Würstchen waren aber verhältnismäßig leicht zu erhalten.

Wer erst am 25. Dezember die eigentliche Weihnachtsfeier begeht, der zelebriert dann auch erst die Bescherung und serviert ein üppiges und aufwändiges Weihnachtsmenü am ersten Weihnachtsfeiertag. Deshalb wird am Tag zuvor auf einen solchen Festschmaus lieber verzichtet und stattdessen etwas Einfaches und Deftiges gegessen - wie eben Kartoffelsalat mit Würstchen.

Auch wer am Heiligabend noch keinen Besuch hat, nutzt den Tag vor den eigentlichen Weihnachtsfeierlichkeiten oft dafür, um den Baum zu schmücken, Geschenke zu verpacken und alles vorzubereiten. Da bleibt nicht auch noch Zeit zum Kochen, weshalb gerne auf ein schnell gemachtes Essen wie Kartoffelsalat zurückgegriffen wird.

Eine weitere Theorie ist, dass der Kartoffelsalat die „gehobene" Variante des Arme-Leute-Essens Heringssalat war, der in einigen Teilen Deutschlands am Heiligabend den Ersatz zu teurem Fisch gebildet hat. Und Fisch stand auf der Speisekarte, weil der Advent als Fastenzeit begangen wurde. So könnte aus dem Fastenzeitessen „Karpfen" der günstigere „Heringssalat" geworden sein und dieser wiederum hat sich in den Klassiker „Kartoffelsalat" gewandelt.

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