Die Erfindung von
Teebeuteln verdanken wir einem Zufall. Anfang des 20. Jahrhunderts wollte der
Teehändler Thomas Sullivan seinen Tee nicht mehr wie bis dahin üblich in teuren
Blechdosen verschicken. Um Geld und Platz zu sparen, verpackte er seinen Tee in
kleine Seidenbeutel. Seine Kunden tauchten die Beutel direkt in das Wasser, in
dem Glauben, dass Sullivan das so vorgesehen hatte, um ihnen das Abseihen des
Tees zu ersparen.
In der Entwicklung des Teebeutels hat sich seit Sullivan viel getan - es musste lange getüftelt werden, um einen geschmacksneutralen, hitzebeständigen und reißfesten Beutel wie wir ihn heute kennen zu entwickeln. Teebeutel sind vor allem bei Gelegenheits-Teetrinkern beliebt, die nicht die Geduld oder die Muße haben, losen Tee aufzubrühen und ihn anschließend abzuseihen. Doch ob im Teebeutel oder lose - für den perfekten Tee-Genuss gilt es je nach Tee-Sorte einiges zu beachten. Hier finden Sie Tipps und Tricks, wie Sie sich den perfekten Tee brühen.
Der perfekt gebrühte Tee
Je nach Sorte muss ein Tee unterschiedlich zubereitet werden, um sein Aroma bestmöglich entfalten zu können. Zunächst benötigt man für den perfekten Tee allerdings perfektes Wasser, das möglichst frisch und weich sein sollte. Wer in einer Gegend mit hartem Leitungswasser oder einer hohen Belastung durch Chlor oder Kalk wohnt, sollte die Anschaffung eines Wasserfilters in Erwägung ziehen oder stilles Wasser aus der Flasche nutzen.
Generell gelten für die verschiedenen Tee-Sorten folgende Regeln:
Grüntee sollte
mit Wasser zwischen 60 bis 90°C überbrüht werden. Für Giokuo-Schattentee ist
eine Temperatur von 60°C, für hochwertigen Sencha-Tee aus Japan eine Temperatur
von 70°C ideal. Mit etwa 80°C sollte man qualitativ hochwertigen Grüntee
überbrühen und zwischen 85 und 90°C liegt die optimale Brühtemperatur von
einfacheren Grüntees.
Je nach Sorte und eigenem Geschmack sollte die Dosierung bei 8 bis 12g
Teeblätter pro einem Liter Wasser liegen.
Die Ziehzeit sollte bei herben Grüntees und Sencha-Tee nur ein bis zwei Minuten
betragen. Hochwertiger Grüntee kann zwei bis fünf Minuten ziehen. Generell kann
qualitativ guter grüner Tee mehrmals aufgegossen werden - allerdings nicht
öfter als viermal. Mit jedem Aufguss verringert sich die im Tee enthaltene
Coffein-Menge.
Weißer Tee sollte
mit Wasser zwischen 70 bis 75°C überbrüht werden - maximal darf das Wasser 80°C
heiß sein.
Die Dosierung liegt idealerweise bei etwa 10g Tee pro einem Liter Wasser.
Die Ziehzeit liegt je nach Geschmack zwischen einer und fünf Minuten. Weißer
Tee kann bis zu dreimal verwendet und aufgebrüht werden - allerdings verändert
sich der Geschmack des Tees von Aufguss zu Aufguss leicht.
Schwarztee wird fast
immer mit sprudelnd kochendem Wasser überbrüht. Feinere Sorten wie etwa der
First Flush Darjeeling können auch weniger heiß, bei Wassertemperaturen von 65
bis 90°C, aufgegossen werden.
Die Dosierung variiert je nach Tee-Sorte und persönlichem Geschmack zwischen 10
bis 15g pro einem Liter Wasser.
Die Ziehzeit sollte bei schwarzem Tee etwa drei Minuten betragen. Bei längerer
Ziehdauer wirkt der Tee beruhigend, bei kürzerer Zeit anregend.
Oolong-Tee sollte
mit einer Wassertemperatur von 90°C aufgebrüht werden.
Für die Dosierung empfiehlt sich eine Menge von 10 bis 14g Oolong-Teeblätter
pro einem Liter Wasser.
Die Ziehzeit beträgt idealerweise höchstens drei Minuten.
Kräutertee,
Früchtetee und Mate Tee sind streng genommen keine Tees, sondern
Aufgussgetränke. Sie sollten mit leicht kochendem Wasser überbrüht werden.
Früchte- und Kräutertees sollten mit 12 bis 18g pro einem Liter Wasser dosiert
werden, Mate Tee mit etwa 10g pro Liter.
Die Ziehzeit beträgt je nach Geschmack 8 bis 10 Minuten.
Wie die verschiedenen Tee-Sorten getrunken werden, hängt oft von der jeweiligen Tee-Herkunft und damit Tee-Tradition ab. Grüner Tee zum Beispiel wird in der Regel pur getrunken, während Schwarztee, so wie etwa in Großbritannien, oft mit Zucker, Milch oder Zitrone serviert wird. In Russland etwa wird Tee in einem Samowar zunächst zu einem konzentrierten Sud verarbeitet, der dann verdünnt mit heißem Wasser als Tee getrunken wird. Zudem haben sich mittlerweile viele neue Tee-Trends entwickelt, die alte Traditionen aufgreifen, wiederbeleben oder ganz neu variieren.
Ist der Tee in Teebeuteln schlechter?
Pauschal lässt sich ein solches Urteil nur schwer fällen.
Generell kann man sagen, dass gerade in Teebeuteln fertig abgepackte Tees oft
die preiswerteren und gängigeren Tee-Sorten sind und nicht die Spitzentees, die
vor allem die Tee-Liebhaber schätzen. Natürlich gibt es jedoch sowohl
hochwertige Teebeutel-Tees wie minderwertige lose Tees. Wer jedoch einen
echten, exklusiveren Tee-Genuss erleben möchte, der sollte bei Teebeuteln schon
genau hinschauen oder aber zu losem Tee aus dem Teeladen greifen.
Generell bedeutet die Abfüllung von Tee in Teebeutel, dass die Teekrümel im Beutel - die sogenannten Fannings - viel feiner und kleiner sind als die losen Teekrümel. Das führt dazu, dass die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen größer ist als bei losem Tee und deshalb auch das Aroma von Tees in Teebeuteln schneller entweichen kann.
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