Metabolic Balance - Lohnt sich die Diät?

Metabolic Balance – Das Prinzip der vier Phasen

Die Metabolic Balance ist eine der populärsten Diäten auf dem Markt und mit Sicherheit auch eine der geheimnisvollsten - zumindest für jeden Ernährungswissenschaftler. Unglaubliche Versprechungen wecken die Hoffnung endlich eine optimale Ernährungsform gefunden zu haben, mit der sich gleich alle ernährungsbedingten Probleme lösen lassen - dank eines individuellen Ernährungsplans. Was ist dran an der Metabolic Balance?

Metabolic Balance

Mit dieser Diät verliert man nicht nur Gewicht, sondern man bringt seinen Hormonhaushalt in Ordnung, vermehrt den Bewegungsdrang und steigert die Vitalität und Lebensqualität.

Metabolic Balance: Das Prinzip

Die Metabolic Balance basiert auf der Idee, dass der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten ist. Genauer gesagt, der Energieumsatz ist nicht optimal, die Nährstoffe werden nicht richtig verwertet und die Fettverbrennung funktioniert nicht richtig. Um die "metabolische Balance", also einen funktionierenden Stoffwechsel, wieder herzustellen, müssen zunächst Bluttests gemacht werden. Anhand dieser Bluttests  und Laborwerte wird analysiert, welche Lebensmittel der Körper benötigt und verträgt. So bekommt der Körper den richtigen "Nahrungs-Treibstoff", um den Stoffwechsel so richtig anzukurbeln und damit die Funde purzeln zu lassen. Wie der Ernährungsplan anhand der Blutanalyse genau erstellt wird, ist ein Geheimnis. Diese Analyse und die Erstellung eines Ernährungsplanes werden nur von Metabolic Balance Beratern durchgeführt. Die Ausbildung zum Betreuer ist jedem möglich, auch ohne weitere Vorkenntnisse über Ernährung oder Medizin.

Metabolic Balance: Die vier Phasen

Die Diät ist in vier Phasen aufgeteilt. Die Phase 1 ist die Vorbereitungsphase. In dieser wird die Blutanalyse gemacht und daraufhin ein Ernähungsplan erstellt. In der Phase 2, der strengen Umstellungsphase, wird die Ernährung umgestellt und Kalorien reduziert. Hier muss ein strenger Diätplan verfolgt werden bis das Wunschgewicht erreicht ist. Phase 3 ist die gelockerte Umstellungsphase. In dieser Phase wird der Ernährungsplan aus Phase 2 erweitert und es werden Lebensmittel und Nahrung, die in Phase 2 verboten waren, erlaubt. Diese sollen vorsichtig auf Verträglichkeit getestet werden. In Phase 4, der Erhaltungsphase, soll schließlich das Gewicht erhalten werden.

Mit Metabolic Balance erfolgreich abnehmen?

Zahlreiche Erfahrungsberichte von Metabolic Balance Fans sprechen für sich: Mit dieser Diät kann man abnehmen und man fühlt sich besser. Leider lässt sich der Mechanismus, der dahinter stecken soll, ernährungswissenschaftlich nicht nachvollziehen. Aufgrund welcher Kriterien Lebensmittel speziell auf eine Person abgestimmt werden, so dass diese Einfluss auf Stoffwechsel und Hormonhaushalt nehmen, wird nicht erklärt. Unabhängig von der Blutanalyse lässt sich jedoch der Erfolg, warum ein Gewichtsverlust mit dieser Diät begünstigt wird, nachvollziehen. Denn einige Regeln beeinflussen unabhängig von der Blutanalyse das Körpergewicht. So ist eine Regel, nur drei Mahlzeiten am Tag einzunehmen, zwischen denen nur getrunken werden soll. Diese Regel allein spart zahlreiche Snacks ein, die wir ganz nebenbei verzehren fast ohne es zu merken. Seien es Bonbons, Kekse, Müsliriegel oder Brötchen - hier wird Energie eingespart.

Metabolic Balance: Kalorien und Glykämischer Index

Die einzelnen Lebensmittel selbst werden nicht kalorienbezogen ausgewählt, jedoch wird in der ersten Phase ein detaillierter Ernährungsplan erstellt, der akribisch befolgt werden soll. Hier wird die Kalorienzufuhr in der zweiten Phase stark eingeschränkt. Dank des Ernährungsplans wird Gewichtsverlust erreicht. Denn weniger zugeführte Energie heißt mehr Gewichtsverlust. Die Auswahl der Lebensmittel bezieht außerdem den Glykämischen Index mit ein. Das heißt, es werden nur kohlenhydrathaltige Lebensmittel ausgewählt, die langsam verstoffwechselt werden und den Blutzucker so nur langsam steigen/abfallen lassen. Diese Lebensmittel sättigen länger und helfen, zwischen den Mahlzeiten nichts zu essen.

Fünf Stunden Pause zwischen den Metabolic Balance Mahlzeiten

Die Mahlzeiten sollen ca. fünf Stunden auseinander liegen. Da Essen ständig verfügbar ist, achten die wenigsten darauf, ob sie wirklich Hunger haben, wenn sie essen. Hungergefühl und Sättigungsgefühl sind maßgebliche Mechanismen für die natürliche Gewichtsregulation. So ist es nachweislich gewichtsregulierend beim Essen auf das Sättigungsgefühl zu achten und dadurch nicht mehr zu essen als nötig. So kann eine fünfstündige Pause sicherlich sinnvoll sein, da die meisten von uns Hungergefühl gar nicht mehr kennen und dieses neu erlernen können. Andererseits ist eine fünfstündige Pause nicht grundsätzlich zu empfehlen, beispielsweise in der Schwangerschaft oder bei einer Diabeteserkrankung, da in dieser Zeit der Blutzucker zu weit abfallen kann.

Die persönliche Betreuung bei Metabolic Balance

Die persönliche Betreuung hat ebenfalls Einfluss auf den Diäterfolg. Werden Ziele gesetzt und diese von Dritten überprüft, ist die Disziplin bei der Durchführung größer. Außerdem gibt es neben der persönlichen Betreuung die Möglichkeit, sich in der Internet-Community der Metabolic Balance mit anderen Leidensgenossen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Nicht zuletzt gibt es den monetären Anreiz. Denn diese Diät kostet Geld. Die Kosten für Bluttests und Betreuung müssen teuer bezahlt werden. Diese Investition soll sich lohnen und so steigt die Selbstdisziplin mehr als bei vergleichbaren kostenlosen Diät-Konzepten.

Metabolic Balance Diät in der Schwangerschaft

Metabolic Balance in der Schwangerschaft

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist von jeglichen Diäten in der Schwangerschaft abzuraten, so auch von der Metabolic Balance. Deshalb werden in der Schwangerschaft und Stillzeit keine Ernährungspläne von Metabolic Balance Beratern erstellt. Denn gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass die werdende Mutter mit allen Nährstoffen gut versorgt ist, denn ein Mangel kann die Entwicklung des Kindes schon während der Schwangerschaft beeinflussen. Ein Nährstoffmangel oder Energiemangel ist deshalb unbedingt zu vermeiden. Problematisch ist neben der Kalorienrestriktion die fünfstündige Esspause. Schwangere in den ersten Monaten leiden unter Übelkeit, die auf einen zu starken Abfall des Blutzuckerspiegels zurückzuführen ist. Deshalb sollten Schwangere regelmäßig kleine Mahlzeiten essen, um einen möglichst konstanten Blutzuckerspiegel zu erreichen.

Metabolic Balance: Kritik und Fazit

Die Metabolic Balance ist mit Vorsicht zu genießen. Richtig ist, dass der Körper mit den richtigen Nährstoffen versorgt werden muss und das möglichst ausschließlich mit natürlichen Lebensmitteln, damit der Körper optimal funktioniert. Jedoch erweckt die Metabolic Balance den Eindruck, es gäbe analytische Möglichkeiten, hier eine Optimierung vorzunehmen, die nur mit Hilfe des geheimen Metabolic Balance Konzepts zu erreichen sei. Es wird suggeriert, dass der Stoffwechsel erst in Gang gebracht werden müsse und allgemein jede Person irgendwelche spezifischen Lebensmittel nicht vertragen würde. Eine Erklärung für die angebliche Unverträglichkeit wird nicht gegeben. Der Kern der Diät entbehrt jeder Erklärung, welches es leider unmöglich macht, das Konzept zu überprüfen, obwohl durch die Bluttests Wissenschaftlichkeit vorgetäuscht wird.

Ein Bluttest ist bei der Metabolic Balance unentbehrlich, denn ohne kann der Ernährungsplan nicht zusammengestellt werden. Die Laborwerte werden in ein geheimes Computerprogramm eingegeben, ausgespuckt wird ein "individueller" Ernährungsplan. Sicher kann ein Blutbild Informationen über den Versorgungsstatus einer Person geben und ein Nährstoffmangel kann so identifiziert und behandelt werden. Es können auch Rückschlüsse auf die Ernährung der Person gezogen werden. Ob ein Metabolic Balance Berater dadurch aber besser weiß, was diese Person essen soll und was nicht, ist äußerst fragwürdig. Denn dafür fehlt die wissenschaftliche Grundlage.

Bei einer ausgewogenen Mischkost wird der Körper immer ausreichend mit Nährstoffen versorgt - ganz ohne Blutanalyse und Metabolic Balance.

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